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Gewerbegebiet Herdweg: Ideen als Angebot für die Gegner

Varianten für die Gestaltung des Gewerbegebiets „Herdweg“ sollen Basis für weitere Diskussion sein

Etwas über fünf Wochen nach dem Gemeinderatsbeschluss für ein kernstadtnahes Gewerbegebiet „Herdweg“ zwischen Rottenburg und Kiebingen legte die Stadtverwaltung am Freitag zwei unverbindliche Varianten für dessen möglich Gestaltung vor. Die Stadt wolle die beiden „Ideen-Skizzen“ aus dem Tübinger Architekturbüro Hähnig-Gemmeke als Vorschlag verstanden wissen, in die Diskussion einzusteigen, sagte Oberbürgermeister Stephan Neher gestern bei einem Pressegespräch.

28.04.2018

Von Hete Henning

So könnte es aussehen, wenn die jetzige L 370 auf Höhe des Gewerbegebiets gekappt würde: Alle Kraftfahrzeuge müssten auf dem Weg von Rottenburg nach Kiebingen durchs Gewerbegebiet fahren. Als Ausweichstrecke zur B 28 neu wäre das unattraktiv. Zwischen Gewerbe und Siedlungsrand liegt ein 350 Meter breiter Grünstreifen. Die rote Linie markiert die Gemarkungsgrenze zwischen Rottenburg und Kiebingen.Grafik: Hähnig-Gemmeke

Etwas über fünf Wochen nach dem Gemeinderatsbeschluss für ein kernstadtnahes Gewerbegebiet „Herdweg“ zwischen Rottenburg und Kiebingen legte die Stadtverwaltung am Freitag zwei unverbindliche Varianten für dessen möglich Gestaltung vor. Die Stadt wolle die beiden „Ideen-Skizzen“ aus dem Tübinger Architekturbüro Hähnig-Gemmeke als Vorschlag verstanden wissen, in die Diskussion einzusteigen, sagte Oberbürgermeister Stephan Neher gestern bei einem Pressegespräch.

Neher sprach von einem „Angebot in Richtung jener Bürger, die von dem Gewerbegebiet nicht so begeistert waren“: Es gehe jetzt darum, gemeinsam mit den Kritikern Ideen zu entwickeln und frühzeitig zu schauen, wo der richtige Weg liegen könnte.

Die jetzige Landesstraße kappen

Die Pläne von Hähnig-Gemmeke setzen an der Befürchtung der Gewerbegebiets-Gegner an, dass das Gewerbegebiet zusätzlichen Verkehr nach Kiebingen bringen könnte. Bei der einen Variante bleibt die jetzige Landesstraße 370 von Kiebingen Richtung Rottenburg bestehen. Bei der anderen wird sie entlang des Gewerbegebiets einfach gekappt. Das sei möglich, weil mit der Fertigstellung der B 28 neu die L 370 zur Kreisstraße herabgestuft werde, so Neher. „Sie wird zu einer kommunalen Straße, wir können dann selber bestimmen, was wir damit machen.“

Würde die Straße wie von den Planern vorgeschlagen gekappt (nur der Radweg bleibt in der oben abgebildeten Variante bestehen), müsste der komplette Kraftfahrzeugverkehr zwischen Kiebingen und Rottenburg durchs Gewerbegebiet hindurch. Das beträfe nicht nur Autos und Lastwagen, sondern auch Omnibusse, die Feuerwehr und andere Rettungsfahrzeuge.

Als Ausweichroute zur B 28 neu wäre diese Strecke vermutlich ziemlich unattraktiv, so Neher. Grundsätzlich sei es doch so: Wer künftig auf der B 28 neu von Tübingen komme, schleife sich am neuen Knoten zwischen Bahn und Neckar Richtung Weiler ein oder fahre Richtung Autobahn weiter. Wer von der Autobahn komme, fahre auf der B 28 neu nach Tübingen weiter oder biege gen Weiler ab. „Die Befürchtung, dass mehr Verkehr nach Kiebingen kommt, ist unbegründet.“

In allen anderen Punkten sind die Vorschläge von Hähnig-Gemmeke gleich: Die gut 22 Hektar große Gewerbefläche südlich der jetzigen L 370 wird durch zwei längs- und drei Querstraßen erschlossen. Aufgelockert wird es durch vier Grünschneisen. Dadurch entstehen neun Segmente mit jeweils sechs bis 13 Baugrundstücken. Die Größe der Grundstücke reicht von 1000 bis 13 000 Quadratmeter. Der Grünbereich zwischen Gewerbe und Kiebinger Siedlungsrand ist 350 Meter breit.

Erschließung in drei Abschnitten

Die Planer schlagen die Erschließung der Fläche in drei Bauabschnitten von der Landesstraße in Richtung Rammert vor. Das wäre laut Neher auf jeden Fall dann nötig, wenn die L 370 gekappt würde, sagte der OB. Denkbar wäre aber auch eine Erschließung von West nach Ost.

Die gut drei Hektar große Fläche nördlich der L 370. Sie liegt fast ausschließlich auf Kiebinger Gemarkung. Auch die drei östlichen Gewerbe-Segmente auf der anderen Straßenseite gehören zu Kiebingen. Neher: „Auf Kiebinger Gemarkung entscheidet der Ortschaftsrat, wer sich ansiedelt und wer nicht.“

Kritiker wie die Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet seien eingeladen, „sich mit uns an einen Tisch zu setzen“, so der OB. Man könne „über alles reden“, zum Beispiel über die Idee der Planer, das Gewerbegebiet mit zwei Parkhäusern zu versehen, um Flächen zu sparen. Angesichts des angekündigten Bürgerbegehrens gehe es der Stadt nicht zuletzt darum, eine weitere „Verhärtung der Fronten“ zu verhindern.

Kiebingens Ortschaftsrat erteilte zwei Prüfaufträge

Die Bürgermeister Thomas Weigel und Hendrik Bednarz stellten die Vorschläge des Büros Hähnig-Gemmeke am Donnerstag in nicht- öffentlicher Sitzung dem Kiebinger Ortschaftsrat vor. Das Gremium habe die Ideen mit Interesse zur Kenntnis genommen, Teile des Ortschaftsrats sähen das „als guten Weg“, so Weigel. Die Stadt sei beauftragt worden zu prüfen, wie sich der Bestand des Grünbereichs zwischen Gewerbe und Siedlungsrand auf Dauer sichern lasse. Zudem soll sie prüfen, wie sich sicherstellen lässt, dass kein Verkehr vom Gewerbegebiet durch die Ortslage führt.

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Erstellt:
28. April 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
28. April 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. April 2018, 01:00 Uhr

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