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Weitere Manager beurlaubt

VW fährt wegen Abgas-Skandal Motorenfertigung in Salzgitter zurück

Der Abgas-Skandal bei VW trifft weitere Manager. Zudem erreicht der Skandal die Mitarbeiter: In Salzgitter wird die Motorenproduktion zurückgefahren. Ärger droht dem Konzern auch in Frankreich und Spanien

01.10.2015
  • DPA

Wolfsburg Im Abgas-Skandal drohen Volkswagen neben Schadensersatzansprüchen und Sammelklagen weitere Kosten. Die Regierungen in Frankreich und Spanien erwägen, Subventionen zurückzufordern.

In Frankreich sagte Umweltministerin Ségolène Royal dem französischen Fernsehsender BFMTV, wenn der Verkauf angeblich sauberer Fahrzeuge mit Fördergeldern zusammenhänge, "dann müssen diese öffentlichen Hilfen zurückgezahlt werden". Auch Spanien sucht nach Wegen, wie eine Erstattung von Subventionen für schadstoffarme Autos geltend gemacht werden kann, sagte Industrieminister José Manuel Soria.

Nach Volkswagen stellte auch die Konzerntochter Audi Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. "Damit wollen wir den Prozess der Aufklärung unterstützen", erklärte ein Audi-Sprecher. Am Dienstag hatte der Konzern mitgeteilt, dass alleine von der Kernmarke VW 5 Mio. Fahrzeuge in die Werkstätten geholt werden sollen.

Die betroffenen VW-Kunden sollen demnächst per Post informiert werden, wenn ihre Diesel-Fahrzeuge nachgebessert werden müssen. Vor zehn Tagen war herausgekommen, dass VW in den USA mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert hat. Weltweit sind nach Konzernangaben rund 11 Mio. Fahrzeuge betroffen, davon rund 2,8 Millionen in Deutschland.

Eine Woche nach dem Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn hat die Abgas-Krise auch konkrete Folgen für die Mitarbeiter. Im Motorenwerk Salzgitter wurde erstmals die Produktion zurückgefahren, sagte eine Werkssprecherin. Vorsorglich sei eine Sonderschicht pro Woche abgesagt worden. In Salzgitter, nach Konzernangaben eines der größten Motorenwerke der Welt, werden täglich 7100 Otto- und Dieselmotoren hergestellt. Im Werk arbeiten rund 7000 Mitarbeiter.

In Braunschweig verhängte darüber hinaus die VW-Finanztochter Volkswagen Financial Services bis zum Jahresende einen Einstellungsstopp. "Bereits mündlich gegebene Zusagen für Stellenbesetzungen sind davon aber unberührt", sagte Sprecher Stefan Voges. Ferner sollen alle auslaufenden Verträge von Werkstudenten und Zeitarbeitern nicht verlängert werden.

Nach Informationen des "Manager Magazin" wurden bereits ein Dutzend VW-Mitarbeiter beurlaubt. Sie seien an Entwicklung und Einsatz der zur Manipulation von Abgaswerten genutzten Software beteiligt gewesen oder hätten zumindest frühzeitig davon gewusst. Sie würden bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt. Betroffen seien Entwickler und Manager in Deutschland und den USA.

In der Konzernzentrale traf sich am Abend das Präsidium des Aufsichtsrates erneut zu einer Krisensitzung treffen. Dabei will das fünfköpfige Gremium unter anderem über einen Zwischenbericht zu der Affäre sprechen. Offenbar will das Präsidium auch über die Zukunft des VW-Finanzchefs Hans Dieter Pötsch beraten. Anfang September hatte das Präsidium Pötsch noch einstimmig als Nachfolger von Ferdinand Piëch an der Spitze des Aufsichtsrates vorgeschlagen.

Der langjährige VW-Patriarch Piëch hatte im Frühjahr einen internen Machtkampf mit Winterkorn verloren und war zurückgetreten. Seitdem hat den Posten übergangsweise der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber inne. In Konzernkreisen Kritik laut geworden, weil Pötsch in seiner neuen Rolle die Aufklärung des Skandals beaufsichtigen soll - für den er in seiner Zeit als VW-Vorstand möglicherweise eine Mitschuld tragen könnte.

Nach Wolfsburg und Braunschweig verhängte unterdessen auch Ingolstadt angesichts der VW-Abgas-Skandals eine Haushaltssperre. Für dieses und das kommende Jahr würden die Ausgaben um 15 Prozent gekürzt.

VW fährt wegen Abgas-Skandal Motorenfertigung in Salzgitter zurück

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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