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Debatte um Job-Sicherheit

VW-Betriebsrat wegen Leiharbeitern besorgt - Ermittlungen in Frankreich

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen zieht immer weitere Kreise: Jetzt beginnen Diskussionen über die Sicherheit der Arbeitsplätze. Leiharbeiter könnten die ersten Opfer sein, befürchtet der Betriebsrat.

19.10.2015
  • DPA

Wolfsburg Erstmals im Abgas-Skandal bei Volkswagen sind nun Jobs in Gefahr. Tausende Leiharbeiter müssen um ihre Perspektiven bangen. Der Vorstand diskutiere über eine Reduzierung der Leiharbeit, sagte ein Sprecher des VW-Betriebsrats in Hannover. VW hatte mit einer Software Abgastests bei Dieselautos manipuliert.

Derweil haben französische Ermittlungsbehörden den VW-Sitz in Frankreich durchsucht. Dem Konzern drohen Milliardenkosten wegen Klagen und Strafzahlungen. Auch in Frankreich hat die Justiz Vorermittlungen wegen schweren Betrugs eingeleitet. Die Durchsuchungen in der französischen VW-Zentrale fanden nach Angaben eines VW-Sprechers bereits am Freitag statt. Eine Razzia hatte es zuvor auch in Wolfsburg und an anderen Orten gegeben. Dabei stellten Ermittler Akten und Computer sicher. In Italien waren ebenfalls mehrere Büros des Autobauers durchsucht worden.

Damit der Wolfsburger Konzern die Affäre auch finanziell übersteht, hatte der neue VW-Chef Matthias Müller einen verschärften Sparkurs angekündigt. Mit Blick auf eine mögliche Reduzierung der Leiharbeit sagte der Betriebsratssprecher: "Als Betriebsrat werden wir alle Möglichkeiten unterstützen, um die Arbeitsplätze unserer Kolleginnen und Kollegen mit Leiharbeitsverträgen zu sichern."

Ein Konzernsprecher schloss derweil einen Einbruch bei den Verkäufen und damit einhergehende Folgen für Produktion und Jobs nicht aus. "Sollte sich ein vorübergehender Beschäftigungsrückgang ergeben, wird Kurzarbeit wie in der Vergangenheit eine sinnvolle Möglichkeit sein." Zurzeit sei die Entwicklung der Absatz- und Beschäftigungssituation nicht absehbar. Der Vorstand unternehme auch in der jetzigen Krise alles, um die Jobs zu sichern.

Bei dem Wolfsburger Konzern mit weltweit rund 600 000 Beschäftigten arbeiten im Mutterunternehmen der Volkswagen AG in Deutschland gut 7000 Leiharbeiter. Die Leiharbeiterquote liegt zurzeit bei rund 6 Prozent. VW hat eine eigene Leiharbeitsfirma. Bisher übernimmt Volkswagen nach 36 Monaten Leiharbeiter in die Stammbelegschaft. Dadurch haben in der Vergangenheit Tausende von Leiharbeitern feste Arbeitsverträge bekommen.

Der designierte neue IG Metall-Chef Jörg Hofmann kündigte Widerstand gegen die Sparpläne bei dem Autobauer an. "Die Belegschaften bei VW und bei den Zulieferern treffen an dem Skandal keine Schuld", sagte Hofmann der "Bild am Sonntag". "Es macht mich wütend, dass die Beschäftigten jetzt Angst um ihre Zukunft haben müssen."

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Anfang Oktober angekündigt, dass im Zuge des Abgas-Skandals eine Ausweitung der Kurzarbeiterregel auch auf Leiharbeiter geprüft werde. Die Union lehnte den Vorstoß aber ab.

Unterdessen wurde bekannt, dass VW mit den Abgas-Manipulationen auch gegen Europarecht verstieß, wie das Bundesverkehrsministerium bestätigte.

VW-Betriebsrat wegen Leiharbeitern besorgt - Ermittlungen in Frankreich
Wegen des Abgas-Skandals bei VW gerät die Sicherheit der Arbeitsplätze in Gefahr. Im Bild die Fertigung von Dieselmotoren im Werk Salzgitter. Foto: dpa

VW-Betriebsrat wegen Leiharbeitern besorgt - Ermittlungen in Frankreich

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19.10.2015, 12:00 Uhr
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