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Kommentar

Unverständliches Urteil, doppelt fatale Wirkung

Damit hatten selbst beim Fußball-Bezirksligisten SSC Tübingen nicht alle gerechnet: Das Sportgericht Alb hat entschieden, dass die am 20. September beim Stand von 2:0 für den FC Engstingen abgebrochene Partie wiederholt wird. Zur Erinnerung: Der Referee hatte damals gerade den dritten Tübinger mit der gelb-roten Karte vom Platz gestellt, als Zuschauer aus dem SSC-Lager auf das Spielfeld kamen. Der Schiedsrichter fühlte sich bedroht und brach das Spiel ab.

27.10.2015

Ein Blick ins Regelwerk des Deutschen Fußball-Bundes: „Der Schiedsrichter hat die Partie bei jedem Eingriff von außen zu unterbrechen, vorübergehend auszusetzen oder ganz abzubrechen“, heißt es in Regel 5. Das Sportgericht Alb aber kam zu einem ganz anderen Urteil, wertet den Abbruch als „nicht gerechtfertigt“. Der Schiedsrichter sei zwar von Zuschauern des SSC Tübingen beschimpft und beleidigt, aber nicht unmittelbar bedroht worden. Anstatt Möglichkeiten der Spielfortsetzung auszuschöpfen, habe er „fluchtartig ohne Pfiff oder irgendwelche Zeichen“ das Spielfeld verlassen. Soweit die Pressemitteilung. Natürlich steht im Regelwerk, dass der Spielabbruch das letzte Mittel sein soll. Doch gerade die Tatsache, dass der übrigens junge Schiedsrichter direkt vom Platz ins Auto flüchtete, spricht dafür, dass er sich offenbar massiv bedroht fühlte.

Das Urteil sendet gleich zwei fatale Signale: Zum einen werden potenzielle Jung-Schiedsrichter vergrault, ja abgeschreckt. Zum anderen könnte künftig jede Mannschaft bei klarem Rückstand einige „Fans“ aufs Spielfeld schicken, die dort eine Weile für Unruhe sorgen. Solange sie niemanden direkt bedrohen, gibt es ja immerhin noch die Aussicht auf ein Wiederholungsspiel. Der FC Engstingen jedenfalls wird Einspruch einlegen. Und sollte Recht bekommen. Hansjörg Lösel

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27.10.2015, 12:00 Uhr
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