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Wolken über dem Süden

Unternehmen schätzen ihre Geschäftsaussichten skeptischer ein

Noch laufen die Geschäfte der Unternehmen gut. Doch die Zuversicht nimmt ab, dass dies anhält, weil insbesondere die Nachfrage aus dem Ausland nachlässt. Im Süden ist das besonders stark zu spüren.

23.10.2015
  • DIETER KELLER

Berlin Gerade in den industriestarken Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern trübt sich die zuletzt gute Stimmung der Unternehmen ein. Sie rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit schwächeren Geschäften, insbesondere im Export, und kürzen daher ihre Investitionspläne. Das ergab die Herbst-Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), an der sich mehr als 27 000 Firmen beteiligten.

Bundesweit gilt: Die aktuelle Lage ist sehr gut. "Doch der Gegenwind nimmt zu. In der gesamten Wirtschaft schwindet die Zuversicht", fasste DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse in Berlin zusammen. "Es fehlt die Euphorie, weil sich die Unsicherheiten wie Mehltau auf die Seelen legen", beschrieb er die Stimmung. Daher reduzierte er seine Wachstumsprognose deutlich: Für 2016 rechnet er nur noch mit einem Plus von 1,3 Prozent. Noch im Sommer hatte er 1,8 Prozent für möglich gehalten. In diesem Jahr dürften es 1,7 Prozent werden. Damit ist der DIHK deutlich pessimistischer als Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der vor einer Woche noch von 1,8 Prozent Wachstum im nächsten Jahr ausgegangen war.

Skeptisch sind die Unternehmen insbesondere beim Export. Die Wachstumsschwäche in China und die VW-Abgasaffäre sorgen für deutlich geringere Exporterwartungen, auch wenn eine Umfrage bei den großen Außenhandelskammern ergab, dass das Gütesiegel "Made in Germany" keine tieferen Schrammen davonzutragen scheint.

Gerade in Baden-Württemberg und Bayern verdirbt die Abschwächung etlicher Exportmärkte den Optimismus in vielen Industriebetrieben. Er ist zwar im Bundesvergleich immer noch da, hat aber deutlich nachgelassen. Daher reduzieren sie ihre Investitionspläne spürbar. Selbst die Produzenten von Konsumgütern, die noch von der steigenden privaten Nachfrage profitieren, sind bei den Investitionen vorsichtiger.

Als robust bezeichnet der DIHK dagegen die Beschäftigungsabsichten im Süden. Die meisten Sorgen bereitet den Unternehmen weiterhin nicht etwa die Nachfrage, sondern der Fachkräftemangel. Das gilt auch bundesweit: Dieses Problem wurde noch nie von so vielen Betrieben als geschäftliches Risiko gesehen wie derzeit. Auf dem Fragebogen der Umfrage, die der DIHK dreimal jährlich durchführt, steht dieser Punkt seit 2010. Das Fachkräfteangebot dürfte sich auch durch Flüchtlinge zumindest kurzfristig kaum verbessern, weil sie meist erst Deutsch lernen und qualifiziert werden müssen.

"Flüchtlingspolitik ist auch Konjunkturpolitik", betonte Wansleben. Geld- und Sachleistungen für Flüchtlinge sowie der Bau von Unterkünften bringen einen kurzfristigen Konjunkturimpuls. Finanziert werden sollten sie durch einen langsameren Abbau der Staatsschulden und nicht durch Kürzungen oder durch Steuererhöhungen.

Unternehmen schätzen ihre Geschäftsaussichten skeptischer ein

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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