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Air Berlin

Unterlegene Bieter sind wütend

Die Lufthansa sei bevorzugt worden, lautet der Vorwurf. Die Bieter Wöhrl und Claassen gehen leer aus.

23.09.2017
  • IGOR STEINLE

Berlin. Man wird den Eindruck nicht los, dass Carsten Spohr mehr weiß als andere. Schon Mittwochabend ließ der Lufthansa-Chef wissen, dass das Schicksal Air Berlins auch kommende Woche nicht besiegelt sein wird. Am Montag soll der Aufsichtsrat der insolventen Airline entscheiden, an wen welche Teile veräußert werden. Die Verhandlungen mit den Bietern aber könnten sich bis Jahresende hinziehen, mutmaßte Spohr. Air Berlin geht davon aus, dass sie am 12. Oktober abgeschlossen sein werden.

Gleichzeitig scheint klar: Die Filetstücke der insolventen Berliner Airline wird sich die Lufthansa sichern. Wird ihr aktuelles Angebot angenommen, würde die Fluggesellschaft die Hälfte der Air-Berlin-Flotte übernehmen. Gleichzeitig verhandeln die Gläubiger exklusiv mit dem deutschen Traditionskonzern über eine Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki, dem wertvollsten Teil der Pleite-Firma.

Diese anscheinend bevorzugte Behandlung der Lufthansa stößt bei Mitbewerbern, deren Angebote nicht berücksichtigt wurden, sauer auf: Man habe „zu keinem Zeitpunkt eine andere Lösung als die Zuteilung der Fragmente an Lufthansa und einige weitere Bieter verfolgt“, kritisierte der unterlegene Bieter Hans Rudolf Wöhrl. Neben der Lufthansa kommen Easyjet und Condor zum Zug.

Utz Claassen, der ebenfalls leer ausging, droht sogar mit juristischen Konsequenzen: „Wenn das gefingert war, wird es eine gewaschene Kartellklage geben“, kündigte ein Sprecher an. Stein des Anstoßes sind die Stellungnahmen der Bundesregierung zugunsten der Lufthansa unmittelbar nach dem Insolvenzantrag der Air Berlin.

Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt verteidigt das Vorgehen der Bundesregierung hingegen als „legitime nationale Wirtschaftspolitik“. Denn der europäische Luftverkehrsmarkt ist laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) so dicht besetzt wie keine andere Region der Welt und werde sich weiter konsolidieren. In dieser Marktsituation sei es berechtigt sicherzustellen, dass ein deutsches Unternehmen vorne mitspiele.

Andere Experten befürchten hingegen, dass mit einer Dominanz der Lufthansa auf passagierstarken innerdeutschen Strecken wie Stuttgart-Berlin oder München-Berlin die Ticketpreise steigen werden. „Hier müssen die Kartellbehörden aufpassen, dass es zu keiner Monopolisierung kommt“, sagt Luftfahrtberater Cord Schellenberg.

Die Gewerkschaften zeigen sich währenddessen zufrieden mit dem Bieterkreis. Es sei ein gutes Zeichen, dass alle drei Unternehmen „gute Tarifverträge und Mitbestimmungskultur“ hätten, teilte Verdi mit.

Der Flughafen Tegel wappnet sich trotzdem für Flugausfälle. „Es geht um den Fall, dass Mitarbeiter zu Hause bleiben könnten, dass die Piloten nicht kommen“, sagte ein Sprecher. In Stuttgart hegt man solche Befürchtungen nicht. Man warte laut Sprecherin erst die Entscheidungen von Montag ab. Igor Steinle (mit dpa)

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23.09.2017, 06:00 Uhr
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