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Guido Wolf will die CDU trotz enormen Verlusten in Koalitionsverhandlungen führen

Unsicherheit nach dem Desaster

CDU-Spitzenkandidat Wolf ist angetreten, um in Baden-Württemberg den populären grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zu verjagen. Doch die Landtagswahl wird für seine Partei ein Desaster.

14.03.2016
  • BETTINA GRACHTRUP, DPA

Stuttgart. Guido Wolf wollte die CDU in Baden-Württemberg als Spitzenkandidat eigentlich wieder zurück an die Macht führen. Doch am gestrigen Wahlsonntag hat seine Partei im Vergleich zur Landtagswahl 2011 enorme Verluste eingefahren und ist in der Wählergunst im Südwesten auf den zweiten Platz nach den Grünen abgerutscht - ein historisches Desaster.

Dennoch: Wolf will weiterhin Fraktionschef im Landtag bleiben, gab er gestern Abend zu verstehen. Er werde sich am Dienstag zur Wiederwahl stellen, sagte er. Seine Partei habe ihn "ganz offenbar nicht auf den Spaziergang geschickt, sondern auf einen steinigen Weg, und ich bin selbstverständlich bereit, diesen steinigen Weg auch weiterzugehen", sagte der CDU-Politiker. Er will zudem weiter einen Politikwechsel und selbst eine Regierung bilden. Die Christdemokraten streben eine nie dagewesene Deutschland-Koalition mit FDP und SPD an. Mit einem parteiinternen Machtkampf rechne er trotz des schlechten Abschneidens seiner Spitzenkandidatur nicht. Davon gehe er nicht aus, sagte Wolf am Sonntagabend in Stuttgart. Dabei verwies er darauf, dass er mit großer Mehrheit als Spitzenkandidat per Mitgliederentscheid gewählt worden sei. "Es geht darum, gemeinsam Verantwortung - jeder an seinem Platz - wahrzunehmen. Ich bin fest entschlossen, dieses zusammen mit meiner Partei als Spitzenkandidat auch in den kommenden Wochen und Monaten zu tun", sagte Wolf.

Ob das so selbstverständlich ist, ist eine andere Frage. Auf die Frage, wie es mit Wolf weitergehen solle, sagte der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl gestern Abend: "Guido Wolf war unser Spitzenkandidat und Guido Wolf ist unser Spitzenkandidat."

Wie es weitergeht, werden wohl erst die nächsten Tage zeigen. Auf der bundespolitischen Bühne ist Wolf kaum bekannt. Doch das stört ihn wenig. "Ich bin einer aus dem Land für das Land", pflegt der 54 Jahre alte Jurist zu sagen. Die persönlichen und beruflichen Wurzeln des Spitzenkandidaten liegen in der baden-württembergischen Provinz: Wolf wurde in Weingarten geboren und war mehrere Jahre Landrat des Landkreises Tuttlingen. 2006 zog er als Abgeordneter in den Landtag ein. Von 2011 bis 2015 war er dessen Präsident. Von da aus brachte sich der verheiratete, aber kinderlose Politiker beharrlich für das Amt des CDU-Spitzenkandidaten in Position. In einer "Ochsentour" durchs Land warb Wolf unermüdlich für sich. Dass er im Dezember 2014 den Mitgliederentscheid gegen Strobl gewann, wurde dennoch von vielen als Überraschung gewertet.

Wolf gilt als Vertreter der ländlichen, konservativen CDU - Strobl wird eher dem moderneren, städtischen Lager zugerechnet. Wolf ist CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag. Doch den Landesvorsitz ließ er bei Strobl. Die einstigen Konkurrenten bildeten im Wahlkampf ein Team, wenngleich die Zusammenarbeit am Ende Risse bekam. Seine Befürworter meinen, dass Wolf landesväterliche Züge zeige. Kritiker führen an, dass Wolf sehr empfindlich sein könne, keine Ideen habe, sich schwertue mit klaren Haltungen zu hochpolitischen Themen. So wurde ihm nachgesagt, im unionsinternen Streit um die Flüchtlingspolitik eigentlich näher bei CSU-Chef Horst Seehofer als bei Kanzlerin Merkel zu stehen.

Erst hielt Wolf sich mit Kritik an Merkel zurück, dann wagte er einen umstrittenen Vorstoß mit der rheinland-pfälzischen Spitzenkandidatin Julia Klöckner (CDU), in dem er tagesaktuelle Flüchtlingskontingente forderte. Kritiker hielten ihm danach vor, der Kanzlerin inmitten wichtiger EU-Verhandlungen über eine Lösung der Flüchtlingskrise in den Rücken gefallen zu sein.

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14.03.2016, 08:30 Uhr
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