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Unser letzter Sommer

Unser letzter Sommer

Ein junger deutscher Soldat und ein gleichaltriger Pole geraten im Sommer 1943 in einen Strudel von Tod und Verderben.

Unser letzter Sommer

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Letnie przesilenie
Polen 2014

Regie: Michal Rogalski
Mit: Jonas Nay, Filip Piotrowicz, Gerdy Zint

100 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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26.11.2015
  • Klaus-Peter Eichele

Im deutsch besetzten Polen des Jahres 1943, dem Schauplatz dieser polnischen-deutschen Koproduktion, gibt es drei Sorten Mensch: Täter, Opfer – und die beiden Jugendlichen Guido und Romek. Die jeweils 17-Jährigen sind reinen Herzens, aber doch auch Rädchen in der Mordmaschine eines unweit gelegenen Vernichtungslagers.

Der Deutsche Guido (Jonas Nay) wurde wegen seiner Liebe zum „entarteten“ Jazz vorzeitig eingezogen und dient in einer Polizeieinheit, die im Hinterland geflohene KZ-Häftlinge aufspüren soll. Er versucht sich wegzuducken, so gut es geht; als ihm aber befohlen wird, einen Heuhaufen mit Menschen darunter anzuzünden, leistet er um des eigenen Überlebens willen keinen Widerstand. Der Pole Romek (Filip Piotrowicz) ist Heizer auf einer Lokomotive, die auch zwischen den Todeslagern verkehrt. Wie fast jeder in der Gegend bessert er seinen Lohn dadurch auf, dass er Koffer und Wertsachen, die neben den Gleisen liegen (und deren Herkunft sich jeder denken kann), einsammelt. Als es drauf ankommt, hilft er aber einem jüdischen Mädchen, sich vor einer Nazihorde im Wald zu verstecken.

Der polnische Regisseur Michal Rogalski, dessen Drehbuch sich auf Berichte seiner Großmutter stützt, erzählt die Geschichten der beiden Jungen im Wechsel. Ihre Wege kreuzen sich nur gelegentlich, wenn auch zum Teil unter dramatischen Umständen. Dabei schimmert zwar eine Wesensverwandtschaft durch, ein gemeinsam empfundener Ekel vor dem Nazi-Terror und der grassierenden Gleichgültigkeit – zu einer Freundschaft, die womöglich dem Bösen Paroli bietet, kommt es jedoch nicht.

Der Film hebt keine Helden aufs Podest; er zeigt vielmehr vorwiegend glaubhaft, wie sich zwei junge Leute halbwegs menschlich durch eine unmenschliche Zeit lavieren – und trotzdem ihre Unschuld verlieren. Dass dem Regisseur in einigen Episoden Ausrutscher ins Melodramatische unterlaufen, kann man verzeihen.

Pole und Deutscher werden im Schatten der Vernichtung zu Brüdern im Geiste. Sehenswert.

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26.11.2015, 11:12 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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