Tübingen

Spendenaktion: Und plötzlich ist das Kind krank

Das TAGBLATT sammelt in diesem Jahr für Basketballrollstühle und einen Notfallpsychologen an der Kinderklinik.

02.12.2019

Von Ulrich Janßen

Das erste Spiel in der Bundesliga verloren die Basketballer des RSVK im vergangenen Jahr zwar ziemlich deutlich gegen die Mainhattan Skywheelers, doch Spaß hatten sie trotzdem. Was sie sich jetzt wünschen: ein Trainingslager und gute Rollstühle. Archivbild: Markus Ulmer

Wenn ein Kind in die Klinik muss, etwa nach einem schweren Unfall oder wegen einer lebensbedrohlichen Erkrankung, sind die Eltern fast immer in großer Aufregung. Sie geraten, so formuliert es Thomas Hassel vom Verein „Hilfe für kranke Kinder“, in eine „extreme und psychisch hoch belastende Ausnahmesituation“. Die Eltern erleben sich als „hilflos und ausgeliefert, weil sie vermeintlich nichts für ihr erkranktes Kind tun können“.

Um Eltern in dieser Situation zu helfen, hat das Tübinger Universitätsklinikum schon vor einigen Jahren eine Notfallpsychologin eingestellt. Doch die hat derzeit nur eine 50-Prozent-Stelle, was laut Hassel „nicht annähernd“ ausreicht, um den Bedarf zu decken. Der Verein möchte daher – mit Hilfe der TAGBLATT-Leser/innen – eine weitere 50-Prozent-Stelle einrichten. 100.000 Euro würde das für fünf Jahre kosten. Eine Summe, die in den letzten Jahren bei der TAGBLATT-Spendenaktion stets erreicht wurde.

TAGBLATT-Verlegerin Elisabeth Frate hofft deshalb, dass nach den außerordentlich erfolgreichen Sammlungen der Vorjahre auch in diesem Jahr das benötigte Geld zusammenkommt. „Das Projekt ist sehr sinnvoll“, sagt sie, „ich würde mich freuen, wenn die Leserinnen und Leser das auch so sehen.“

•Fünf Operationen hat Lina hinter sich. Nicht immer war klar, ob sie überlebt. Eine riesige Belastung für ihre Eltern Anja und Marco. In der Tübinger Kinderklinik hat Notfall-Psychologin Clivia Langer (rechts im Bild) den beiden Eltern geholfen, mit der Situation klarzukommen. Auf der Normal-Station geht es Lina schon viel besser. Bild: Ulrich Metz

Sinnvoll ist aber auch das zweite Projekt, das die Verlegerin in diesem Jahr ausgesucht hat: Der Rollstuhlsport- und Kulturverein (RSKV) benötigt Geld für die Anschaffung neuer Rollstühle oder die Reparatur alter Rollstühle und ein spezielles Trainingslager. Die 1. Mannschaft des Vereins ist nämlich vor einem Jahr in die 2. Bundesliga aufgestiegen, was einerseits schön ist, andererseits aber auch neue Herausforderungen für den kleinen Verein nach sich zog.

Etwa 20 Jugendliche trainieren seit 2010 regelmäßig in der Feuerhägle-Turnhalle in Derendingen oder in der BG Klinik. Die Gruppe ist stetig gewachsen und dank der Trainingsanstrengungen auch sehr erfolgreich. Das Problem ist aber, dass die Krankenkassen für das nötige Sportgerät in der Regel nichts bezahlen. Die Rollstühle sind speziell fürs Basketballspiel angepasst, sie werden sehr belastet und müssen daher häufig repariert oder erneuert werden.

Zum Start in die nächste Bundesliga-Saison würden die Sportler außerdem gern ein Trainingslager besuchen. Weil dafür nur rollstuhlgerechte Einrichtungen infrage kommen, wird das teuer. „Als kleiner Verein können wir die Kosten nicht stemmen“, sagt Simone Klein von der Basketball-Abteilung des Vereins. Insgesamt bräuchte der Verein 50.000 Euro, um die Voraussetzungen für die Bundesliga zu schaffen.

Klein ist selbst Mutter eines Rollstuhlbasketballers. Ihr Sohn Fabian, der mit einem „offenen Rücken“ (Spina bifida) auf die Welt gekommen ist, ist der jüngste Spieler im Team. Für jedes Training muss er über 50 Kilometer zurücklegen. Aber das macht er gern.

Basketballspielen, sagt seine Mutter, sei enorm wichtig für ihn. „Das ist einfach eine tolle Truppe, die halten zusammen.“ Besonders wichtig: Durch den Sport lernten die behinderten Sportler Selbstständigkeit. „Auf dem Spielfeld geht’s zur Sache, da müssen die Spieler allein klar kommen, wir können ihm da nicht helfen.“

Wenn Sie spenden wollen

Spenden können Sie in diesem Jahr auf das Konto der Kreissparkasse Tübingen (IBAN: DE94 6415 0020 0000 1711 11). Bitte vermerken Sie wenn Sie eine Spendenquittung benötigen und fügen in diesem Fall Ihre vollständige Adresse hinzu. Bei Beträgen bis 200 Euro akzeptiert das Finanzamt einen Kontoauszug. Wollen Sie ein bestimmtes Projekt unterstützen (Projekt 1 „Notfallpsychologe“ oder Projekt 2 „Rollstühle“), bitten wir ebenfalls um einen entsprechenden Vermerk. Wegen der neuen Datenschutzgrundverordnung werden die Namen der Spender/innen in der Zeitung nicht mehr veröffentlicht. Wir speichern Ihre personenbezogenen Daten (Vorname, Nachname, Adresse, Kontodaten, Spendenbetrag) ausschließlich zum Zwecke der Durchführung des Spendenaufrufes und wegen möglicher Nachfragen zu Spendenquittungen (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO) für maximal sechs Monate. Außerdem weisen wir darauf hin, dass wir im Falle einer gewünschten Spendenquittung die hierfür erforderlichen Daten an die Träger der Projekte übermitteln.

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Erstellt:
2. Dezember 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Dezember 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Dezember 2019, 01:00 Uhr

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