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Sicherheit

Umzug ohne Hexenkessel

Nach dem Drama von Eppingen versichert der Veranstalter des Stuttgarter Faschings, dass Zuschauer nicht gefährdet werden.

09.02.2018

Von DOMINIQUE LEIBBRAND

Am Dienstag ziehen wieder Hexen durch Stuttgart. Die Polizei erwartet „ruhige Feierlichkeiten“. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Stuttgart. Der Stuttgarter Fasching strebt seinem Höhepunkt entgegen. In den kommenden Tagen finden viele Partys und am Dienstag schließlich der große Umzug durch die City mit erwarteten 200?000 Zuschauern und 1400 Hästrägern statt. Die Polizei setzt auf ihr bewährtes Sicherheitskonzept: mehr Einsatzkräfte sowie verstärkt Personenkontrollen, wenn nötig. Die Spanne der Delikte, auf die sich die Polizei einstelle, reiche von „Taschendiebstahl bis Terrorverdacht“ , sagt Sprecher Tobias Tomaszewski. Auch Schlägereien, Alkoholexzesse und sexuelle Übergriffe schließen die Beamten während der närrischen Tage nicht aus. Wobei Tomaszewski einschränkt: „Wir gehen von ruhigen Feierlichkeiten aus.“

Veranstalter Thomas Klingenberg, Präsident der Karnevalsgesellschaft Möbelwagen, betont: „Wir hatten mit der Sicherheit noch nie Probleme.“ Wenn es in Karnevalshochburgen wie in Köln und Düsseldorf klappe, „kriegen wir das auch hin“. Die Zahl der Sicherheitskräfte habe man leicht auf 80 Personen aufgestockt. Wegen des Vorfalls in Eppingen, bei dem eine 18-Jährige mit den Beinen in einen Kessel mit heißem Wasser getaucht wurde, sieht Klingenberg keinen Handlungsbedarf. Es gebe keinen Anlass, das Konzept des Umzugs deshalb zu überdenken. Kessel mit heißem Wasser kämen nicht zum Einsatz: „Das ist ein Spezifikum der dortigen Gesellschaft.“ Die Streiche liefen in moderatem Rahmen ab, die Gesundheit der Zuschauer werde nicht gefährdet. Zudem dürfe niemand zu etwas gezwungen werden. „Das ist eine Vorgabe“, stellt der Präsident fest. Passiere doch etwas, seien die Hexen anhand ihrer Nummern auf dem Häs leicht zu identifizieren.

Alles in allem erwartet Klingenberg also ein „friedliches Miteinander“. Natürlich werde Alkohol getrunken, den schenke man bei der Abschlussparty ja auch selbst aus. Die Gastronomen und das Sicherheitspersonal achteten jedoch darauf, dass die Sache nicht aus dem Ruder laufe.

Die Polizei warnt dennoch explizit vor Drogen und zu viel Alkohol – und vor K.o.-Tropfen. Wo ausgiebig gefeiert werde, bestehe die Gefahr, dass Flüssigkeiten wie Liquid Ecstasy ins Getränk gemischt würden. Täter wollten ihre Opfer willen- oder bewusstlos machen, um sie zu berauben und zu vergewaltigen. Man solle sein Getränk stets im Auge behalten und sich von Fremden nichts spendieren lassen.

Die Warnung hat einen realen Hintergrund: Der Einsatz von K.o.-Tropfen, die im Blut nicht lange nachweisbar sind, werde immer wieder angezeigt, wenn auch nicht in alarmierendem Ausmaß, sagt Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Härtester Fall aus jüngster Zeit: Im Sommer 2017 wurde eine 40-Jährige am Rande des Christopher-Street-Day von zwei Männer durch Drogen gefügig gemacht und vergewaltigt.

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Erstellt:
9. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Februar 2018, 06:00 Uhr

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