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Geld fürs virtuelle Kraftwerk

Umweltminister Untersteller verteilt 400 000 Euro auf dem Reutlinger Campus

Bei der Energiewende mischt auch die Reutlinger Hochschule kräftig mit: Gestern hat Landes-Umweltminister Franz Untersteller Fördergelder in Höhe von 400 000 Euro für ein Forschungsprojekt übergeben.

17.10.2015
  • Thomas de Marco

Reutlingen. Bevor Untersteller das Geld verteilte, ging er auf den grundlegenden Umbau der Energiewirtschaft ein: Aus der „Alten Welt“ mit seinen wenigen hunderten Großkraftwerken würden in der „Neue Welt“ tausende Erzeuger. „Es ist eine enorme Herausforderung, dabei die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, sagt der Umweltminister (Grüne). Deshalb befasse sich Baden-Württemberg intensiv mit intelligenten Netzen (Smart Grids) und wolle dabei eine Vorreiterrolle übernehmen.

Ein wichtiger Partner beim Wechsel vom zentralen zum dezentralen System ist dabei das von der Reutlinger Hochschule koordinierte Kooperationsnetzwerk „Virtuelles Kraftwerk Neckar-Alb“. Das will gemeinsam mit regionalen Unternehmen aus der Automation und Energiewirtschaft sowie der Uni Tübingen ein reales Labor einrichten, den so genannten „Demonstrator Virtuelles Kraftwerk Neckar-Alb“.

Das heißt: Auf dem Campus der Hochschule sollen neue Produkte und technologische Entwicklungen aus Energie-Wirtschaft und -Technik in Echtzeit und unter realen Bedingungen demonstriert, getestet und weiterentwickelt werden. Das Land fördert dieses Projekt mit 400 000 Euro für drei Jahre. Zusätzlich beteiligen sich die Partnerunternehmen mit etwa 500 000 Euro, die Hochschule steuert über ihr Reutlinger Energie-Zentrum (REZ) weitere 400 000 Euro bei. Eine Fachjury habe dieses Projekt als förderwürdig ausgewählt, erklärt Untersteller.

Zunächst wird nun die Infrastruktur für den Demonstrator aufgebaut: Unterschiedliche Erzeugungs- und Speicheranlagen für Energie sollen installiert, bereits bestehende Anlagen und Systeme integriert werden. Danach werden diese Anlagen durch Informations- und Kommunikationstechnologien vernetzt. Eine Steuerungssoftware automatisiert letztlich dieses virtuelle Kraftwerk: Je nach Bedarf, wirtschaftlicher Situation oder Wetter können einzelne Anlagen, Nutzer oder Speicher zu- oder abgeschaltet werden.

Ziel ist, dieses virtuelle Kraftwerk an eine Handelsplattform anzuschließen, um unterschiedliche Geschäftsmodelle simulieren und künftige Marktmodelle testen zu können. Gleichzeitig können Dozenten und Absolventen auf dem Reutlinger Campus forschen, lehren und lernen zu können.

Die 400 000 Euro Landesfördermittel verteilte Untersteller auf die neun Partner des Projekts. Unter ihnen sind neben dem Reutlinger Energie-Zentrum der Hochschule (siehe unten) auch die Universität Tübingen mit ihrem Lehrstuhl für Kommunikationsnetze sowie Avat Automation GmbH aus Tübingen, die Patavo GmbH aus Pliezhausen, Ruoff-Energietechnik aus Riederich sowie Solid Automation GmbH aus Mittelstadt und die Reutlinger Mack Electronic Systems GmbH. „Dieses Projekt angewandter und interdisziplinärer Klimaforschung passt gut zu unserer Hochschule“, sagt deren Präsident Prof. Hendrik Brumme.

Umweltminister Untersteller verteilt 400 000 Euro auf dem Reutlinger Campus
Bündnis für die Energiewende: Landes-Umweltminister Franz Untersteller (vordere Reihe Zweiter von links) hat gestern Fördergelder für ein Projekt der Reutlinger Hochschule übergeben. Links deren Präsident Prof. Hendrik Brumme, daneben Vertreter von Unternehmen und Hochschulen.Bild: Haas

Seit 2008 ist die Reutlinger Hochschule aktiv in der Energieforschung, erklärt Prof. Frank Truckenmüller. Sie will den Wechsel vom zentralen zum dezentralen Energiesystem unterstützen, Akteure vernetzen und Wissensaustausch ermöglichen. Im Mai 2014 wurde zudem das Reutlinger Energiezentrum (REZ) als Lehr- und Forschungsverbund für dezentrale Energiesysteme und Energie-Effizienz gegründet. Die Aichtaler Karl-Schlecht-Stiftung investiert dafür über fünf Jahre eine Million Euro. Diese Mittel fließen in eine Stiftungsprofessur sowie in die Infrastruktur des Studiengangs. Die Hochschule trägt ebenfalls eine Professur bei und nimmt zusätzlich eigene Mittel in Höhe von rund 750 000 Euro in die Hand, um das Zentrum zu betreiben. Ziel der Partner ist es, in einem Master-Studiengang Energie-Effizienzfachleute auszubilden und zu Fragen der Energie zu forschen. „Das REZ bildet die Köpfe aus, die die Energiewende gestalten“, sagt Truckenmüller. Der Studiengang mit 15 Plätzen pro Semester ging im März 2015 an den Start und läuft im zweiten Semester.

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17.10.2015, 12:00 Uhr
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