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Umstrittener Ex-Fifa-Präsident entwickelte den Fußball-Weltverband zum Milliarden-Unternehmen
João Havelange war 24 Jahre lang Fifa-Präsident. Foto: dpa
Havelange im Alter von 100 Jahren gestorben

Umstrittener Ex-Fifa-Präsident entwickelte den Fußball-Weltverband zum Milliarden-Unternehmen

24 Jahre war João Havelange Fifa-Chef, unter ihm wurde der Fußball-Weltverband zum Weltkonzern. Nun ist er im Alter von 100 Jahren gestorben.

17.08.2016
  • DPA

Rio de Janeiro. Zuletzt war es ruhig um den Patriarchen geworden. Mit eiserner Disziplin, bis ins hohe Alter ging er seiner Leidenschaft fürs Schwimmen nach, schaffte es João Havelange in den Club der 100-Jährigen. Den Jubeltag beging er im kleinen Rahmen in Rio, mit einigen Weggefährten war es zum Bruch gekommen. Eine große, aber umstrittene Ehre war sicher, dass das Leichtathletikstadion der Olympischen Spiele seinen Namen bekam.

24 Jahre lang, von 1974 bis 1998, war João Havelange der dominante Herrscher des Weltfußballs. Er entwickelte den Weltverband Fifa zum Weltkonzern mit professionellen, aber korruptionsanfälligen Strukturen. Am Dienstag ist Havelange im Alter von 100 Jahren in seiner geliebten Heimatstadt gestorben.

Am 8. Mai 1916 wurde er in Rio geboren, da war die Fifa gerade erst zwölf Jahre alt. Zweimal nahm er an Olympischen Spielen teil, als Schwimmer 1936 in Berlin und als Wasserballer 1952 in Helsinki. Danach schlug Havelange schnell eine Funktionärskarriere ein. Von 1958 an war er Chef des brasilianischen Sportverbandes, bevor er ab 1974 die Geschicke der Fifa übernahm.

An João Havelange schieden sich die Geister. Einerseits wuchs in seiner Amtszeit die Fifa zum Weltkonzern, der heute Milliarden umsetzt. Anderseits stand auch er im Verdacht der Korruption. Die bankrotte Sportmarketing-Firma ISL soll über 100 Millionen Dollar in den 1990er Jahren an hochrangige Funktionäre gezahlt haben, auch an Havelange. Als Gegenleistung wurden der ISL lukrative TV- und Vermarktungsrechte zugeschanzt. Sepp Blatter war unter Havelange Fifa-Generalsekretär und wurde von ihm gefördert – als eine Art Ziehsohn.

Über den Skandal zerbrachen so manche Freundschaft und geschäftliche Beziehungen. Havelange gab schon 2013 seinen Titel als Ehrenpräsident der Fifa ab. Er galt stets als Meister des Stimmengeschachers und protegierte Ricardo Teixeira, bis 1997 sein Schwiegersohn und bis 2012 skandalumwitterter Chef von Brasiliens Fußballverband. Auch er soll tief verstrickt sein in den ISL-Skandal.

Mit Pelé überwarf sich Havelange, weil der die Korruption in Brasiliens Fußball anprangerte. Die Fehde ging soweit, dass Havelange der Fußball-Legende die Einladung zur Auslosung für die WM 1994 entzog.

Zu seinem Amtsantritt hatte die Fifa-Zentrale gerade mal zwölf feste Mitarbeiter. Als er ging, waren es rund zehnmal so viele. „Als ich ankam, fand ich ein altes Haus und 20 Dollar in der Kasse. Als ich 24 Jahre später ging, hinterließ ich Eigentum und Verträge im Wert von vier Milliarden Dollar“, sagte Havelange über sein Wirken an der Fifa-Spitze.

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17.08.2016, 06:00 Uhr
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