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Liebherr-Gruppe

Umsatz erklimmt neue Höhen

Der Technologie- und Baumaschinenkonzern wächst und investiert kräftig. Weil das Geschäft boomt, baut das Familienunternehmen ein neues Werk bei Kirchdorf an der Iller.

13.04.2018
  • ALEXANDER BÖGELEIN

Der familiengeführte Mischkonzern Liebherr investiert kräftig in seine Zukunft. Über alle elf Geschäftsfelder hinweg, die von der Raumfahrt über Baukrane bis hin zu Hausgeräten reichen, treibt das Unternehmen vor allem die Vernetzung, Automatisierung und den Leichtbau von Produkten voran. So hat Liebherr im vergangenen Jahr etwa einen Teststand im oberschwäbischen Biberach in Betrieb genommen. Dort werden unter anderem Lager für Windkraftanlagen im Dauerbetrieb geprüft.

Der Baumaschinenkonzern profitiert gleich mehrfach vom Boom der erneuerbaren Energien. Zum einen stellt Liebherr die Lager für die Windkraftanlagen her, zum anderen werden die Krane des Familienunternehmens beim Bau der Anlagen benötigt.

„Wir verfolgen seit jeher das Ziel, den technologischen Fortschritt in den für uns relevanten Branchen maßgeblich mitzugestalten“, schreiben Isolde Liebherr, Vizepräsidentin des Verwaltungsrates der Liebherr-International AG, und Willi Liebherr, Präsident des Verwaltungsrates, im gestern veröffentlichten Geschäftsbericht. Das Familienunternehmen mit Firmensitz in Bulle (Schweiz), das 43 900 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 17 100 in Süddeutschland, veröffentlicht seine Jahreszahlen traditionell per Pressemitteilung.

Noch Potenzial nach oben

2017 steigerte der Konzern den Umsatz um 9 Prozent auf den Rekordwert von 9,9 Mrd. EUR. Davon entfällt mehr als die Hälfte auf Westeuropa, der wichtigste Einzelmarkt ist Deutschland. Der Gewinn kletterte um 11 Prozent auf 331 Mio. EUR. Isolde und Willi Liebherr sehen aber weiteres Potenzial nach oben und sind fürs laufende Geschäftsjahr zuversichtlich. Das liegt zum einen an der boomenden Konjunktur und der damit verbundenen „sehr guten Auftragslage“. „Es ist insbesondere unsere Diversifikation, die uns stark macht. Jede Sparte ist ein bisschen anders, die verschiedenen Märkte und Branchen, in denen wir präsent sind, funktionieren anders“, sagt Isolde Liebherr.

Im vergangenen Jahr investierte Liebherr mit 759 Mio. EUR so viel wie im Vorjahr. Zu den größeren Maßnahmen zählte unter anderem der Ausbau der Standorte Biberach, Ochsenhausen und Ober–opfingen. In letzterem baut Liebherr eine neue Produktionsstätte für Komponenten wie Hydraulikzylinder und Dämpfer.

Der Standort liegt nur fünf Kilometer von Kirchdorf an der Iller entfernt. Dort hatte Hans Liebherr, einer der großen Pioniere der deutschen Nachkriegswirtschaft, 1945 das elterliche Baugeschäft übernommen und daraus die Firmengruppe aufgebaut. In den dortigen Tochtergesellschaften (Hydraulikbagger, Komponenten) arbeiten 2790 Menschen.

Weltweit größter Standort – gemessen an der Kopfzahl – ist das Werk in Ehingen (Fahrzeugkrane, 3463 Mitarbeitern). Auf Platz zwei kommt Biberach (3106 Beschäftigte), wo auch die Liebherr-International Deutschland GmbH ihren Sitz hat. Dort werden in unterschiedlichen Gesellschaften Turmdrehkrane sowie Lager für Windkraftanlagen hergestellt. Nur 17 Kilometer entfernt produziert Liebherr Hausgeräte mit 1900 Mitarbeitern. Die Liebherr-Aerospace Lindenberg ist mit 2700 Beschäftigten Zulieferer für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Weitere Standorte sind unter anderem in Kempten (1264) und Bad Schussenried (664) und Lindau (580).

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13.04.2018, 06:00 Uhr
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