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Grube zieht bei Güterbahn die Notbremse

Umbau der Sparte wird auch Arbeitsplätze kosten - Gewerkschaft sieht Politik in der Pflicht

Die Gütersparte bleibt das Sorgenkind der Deutschen Bahn. Auch heuer wird sie rote Zahlen einfahren. Bahn-Chef Rüdiger Grube will deshalb auf die Kostenbremse treten, was auch Stellenabbau heißt.

19.10.2015
  • DPA

Berlin Bahnchef Rüdiger Grube hat angesichts anhaltender Verluste bei DB Schenker Rail einen Stellenabbau in der Gütersparte angekündigt. "Wir stellen derzeit das Geschäftsmodell des Schienengüterverkehrs explizit auf den Prüfstand", sagte Grube der Zeitung "Welt am Sonntag". Es gehe darum, die wirtschaftliche Stabilität und die Zukunftsfähigkeit des Konzerns zu sichern. "Es wird auch so sein, dass im Zuge der Umstrukturierung Arbeitsplätze verloren gehen." Konkrete Zahlen nannte Grube allerdings nicht.

Er kündigte jedoch an, dass die Schienengütertochter der Deutschen Bahn in diesem Jahr Verluste machen werde. Nach den Streiks der Lokführergewerkschaft GDL seien rund 10 Prozent der Kunden nicht zurückgekommen.

Die Bahn hatte bereits 2014 im Schienengüterverkehr rote Zahlen geschrieben, Schenker Rail gilt im Konzern als Sorgenkind. DB Schenker Rail hat 31 000 Beschäftigte. Probleme machen Grube zufolge die Verladestationen, an denen die Bahn Waren abholt oder abliefert. "20 Prozent dieser Güterstellen machen nur 10 Prozent des Umsatzes". "Insgesamt müssen wir die Qualität und vor allem die Fixkosten intensiver hinterfragen." Klar sei, dass Verladestellen geschlossen werden müssten.

Die Pläne zum Konzernumbau sollen im Dezember vorliegen. Betroffene Mitarbeiter sollen dem Bahnchef zufolge aber möglichst an anderer Stelle im Konzern unterkommen. "Bei der Bahn geht niemand in die Arbeitslosigkeit. Wir haben einen internen Stellenmarkt, den Jobservice, dort wird man weitervermittelt und weiterqualifiziert, um anschließend eine andere Aufgabe im Unternehmen zu übernehmen", betonte Grube. Die Bahn ist mit rund 196 000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Im Ausland hat sie gut 100 000 Mitarbeiter.

Neben dem Umbau bei der Bahn wird Grube zufolge auch ein Verkauf von Unternehmensteilen diskutiert. "Wir prüfen zurzeit eine Kapitalbeteiligung Dritter an Arriva und Schenker", sagte er. Im Fall der Bustochter Arriva könnte es bereits Ende 2016 zu einem Teilverkauf kommen, kündigte er an. "Bei Schenker wird es nicht so schnell gehen."

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) appellierte angesichts des drohenden Stellenabbaus an die Politik: "Wir sehen hier auch den Eigentümer in der Pflicht", sagte ein Sprecher. "Da sollte man sich überlegen, wie man da lenkend eingreift, um die Bahn zu stärken." Denn nach Ansicht der EVG ist der Grund für die Probleme auch in der Verkehrspolitik zu suchen, durch die Güter zunehmend auf der Straße statt auf der Schiene transportiert werden.

Die Gewerkschaft hatte erst Anfang des Monats vor einem "Kahlschlag" in der Sparte gewarnt. Nach Informationen aus Arbeitnehmerkreisen erwägt der Konzern, bis zu 5000 Arbeitsplätze abzubauen und Hunderte Güterverkehrsstellen nicht mehr anzufahren. "Das sind Gedankenspiele auf Arbeitsebene, die in keiner Weise mit dem Vorstand abgestimmt sind", hatte eine Bahnsprecherin damals gesagt.

Umbau der Sparte wird auch Arbeitsplätze kosten - Gewerkschaft sieht Politik in der Pflicht
Die Bahn muss im Güterverkehr einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Im Bild der Güterbahnhof in Maschen, südlich von Hamburg. Foto: dpa

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19.10.2015, 12:00 Uhr
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