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Um die Hilfstätigkeit fortführen zu können, brauchen die Engagierten eine neue Bleibe
Inmitten von Bananenkartons: Regina Presch und Siegfried Schanz im Noch-Domizil in der Bahnhofstraße. Bild: Amancay Kappeller
Rumänienhilfe: Neues Domizil dringend gesucht

Um die Hilfstätigkeit fortführen zu können, brauchen die Engagierten eine neue Bleibe

Die gute Nachricht lautet: Es geht weiter mit der Rumänienhilfe. Noch zu Jahresbeginn war das ganz und gar nicht sicher.

07.11.2018
  • Amancay Kappeller

Mehr als 28 Jahre lang hat der ehemalige Öschinger Pfarrer Fritz Hirning gemeinsam mit seiner Frau Rose die Rumänienhilfe aufgebaut und geleitet. Aus Altersgründen musste der mittlerweile 91-Jährige sein Amt als Vorsitzender zwischenzeitlich niederlegen. Nachfolger von Hirning ist Siegfried Schanz, ebenfalls Pfarrer im Ruhestand. Seit zwei Jahren wohnt Schanz mit seiner Frau Ulrike in Mössingen. Hier ist er auch geboren, aufgewachsen im „Spittel“ und als Jugendlicher im CVJM und in der Kirchengemeinde zum Glauben gekommen. Schanz engagiert sich auch bei der Tafel. Er hat vier Kinder und neun Enkel.

„Mit Rumänien hatte ich schon seit längerer Zeit aus beruflichen Gründen zu tun“, sagt Schanz. Er weiß um die bittere Armut in einigen Teilen des Landes, etwa in den Gegenden direkt hinter den Karpaten – und wie wichtig es ist, dass dort Hilfe geleistet wird. Um die Arbeit bei der Rumänienhilfe kennenzulernen, reiste Schanz im Juli mit seiner Frau nach Rumänien und besuchte vor Ort die sechs Partnergemeinden. „Was dort geleistet wird, nötigt mir großen Respekt ab“, so Schanz. „Die Hilfe muss weitergehen. Denn da, wo sie ankommt, bewirkt sie auch etwas.“

In seinem August-Rundbrief an Paten, Freunde und Spender der Rumänienhilfe, das sind insgesamt rund 660 Familien und Einzelpersonen, erzählt der Mössinger von Begegnungen mit engagierten Partnern vor Ort. In Adjud setzt sich beispielsweise Constantin „Titi“ Moisa seit fast 20 Jahren als ehrenamtlicher Pfarrer einer kleinen evangelisch-lutherischen Gemeinde für Bedürftige ein. Sein Verdienst ist es, dass mehr als 90 Prozent der geförderten Paten-Kinder, insgesamt 220, regelmäßig die Schule besuchen. In Brodina kümmert sich Elena Torac unermüdlich um arme rumänische Familien. Schanz möchte die Hilfe mit dem Verein weiterführen, „aber auch weiterdenken“: Dazu gehört das Nachdenken über Grundsatzfragen, wie Hilfe gestaltet werden kann. „Nachhaltigkeit ist mir wichtig“, erklärt Schanz.

Ganz konkret müssen sich die etwa 30 aktiven Helfer, allen voran Vorstand und Ausschuss, nun aber erst einmal darüber Gedanken machen, wo die Rumänienhilfe künftig unterkommt. Aus dem bisherigen Domizil in der Bahnhofstraße, das die Stadt dem Verein vor etwa zehn Jahren überlassen hat, muss die Hilfsorganisation in nicht allzu ferner Zukunft raus. Von der Stadtverwaltung habe man mitgeteilt bekommen, dass das Gebäude nicht mehr längerfristig genutzt werden könne, erklärt Siegfried Schanz. „Aus Sicherheitsgründen“, heißt es.

In einem ziemlich maroden Zustand ist das Haus, zu dem eine Scheune gehört, ganz offensichtlich auch. Für die Zwecke der Rumänienhilfe ist das Gebäude aber gut geeignet: Es bietet ausreichend Lagermöglichkeiten für die Unmengen an Hilfsgütern, die jede Woche von der Bevölkerung angeliefert werden. Vor kurzem hat Schanz gemeinsam mit Verantwortlichen der Stadt ein Alternativ-Domizil in Öschingen besichtigt, in der Reutlinger Straße 27 – laut Verwaltung die einzige andere Möglichkeit der Unterbringung im Stadtgebiet. Als wirkliche Alternative sieht der Vorsitzende dieses Ausweichquartier aber nicht, zumal das Gebäude ebenfalls in keinem guten Zustand sei.

„Wir wären dankbar für Angebote“, sagt Schanz. Die Rumänienhilfe benötigt viel Platz, um Waren zu lagern. Optimal wäre ein Haus mit mehreren Räumen zum Sortieren der Hilfsgüter – samt Scheune. Eine Lkw-Zufahrt sollte vorhanden sein. „Wir brauchen schon besondere Gegebenheiten für unsere Bedürfnisse“, erklärt Schanz. Nicht nur Mössingen komme in Frage, sondern auch Nachbargemeinden. Zwischen drei und acht Lastwagen bestückt die Organisation jährlich. In diesem Jahr gingen im Februar und Juli Transporte Richtung Rumänien. Der nächste ist für Ende November geplant. Ein Transport kostet etwa 3000 Euro.

Regina Presch engagiert sich seit vielen Jahren für die Rumänienhilfe. 2009 reiste sie mit Fritz Hirning in das südosteuropäische Land. Presch und Schanz zeigen, wo und wie die Ware sortiert wird. Im unteren Geschoss in der Bahnhofstraße gibt es einen Annahmeraum. Da verschaffen sich die Mitarbeiter einen Überblick über Angeliefertes. „Man kann wirklich auch vieles brauchen“, erklärt Schanz.

Im Raum nebenan stapeln sich derweil die Bananenkartons bis unter die Decke. Etwa 400 Kisten sind es im Moment. 900 passen in einen Lkw. Ein Extra-Zimmer gibt es für Schuhe. Im Obergeschoss lagern unter anderem Spielsachen und Schulsachen, in Koffer verpackt. Im Eingang stehen Gläser mit Heidelbeermarmelade, hergestellt in Brodina. Zu haben ist der süße Aufstrich gegen eine Spende. Die Helfer freuen sich deshalb auch über leere 450-Gramm-Marmeladengläser.

So kann man der Rumänienhilfe helfen

Die Rumänienhilfe Mössingen versorgt arme rumänische Familien mit existentiellen Sachen für den Alltag. Angenommen wird in der Bahnhofstraße 36 in Mössingen Kleidung für jedes Alter, Schuhe, Hygieneartikel, Matratzen, Lattenroste und Teppiche. Bedarf besteht unter anderem auch an einfachen Haushaltsartikeln, Spiel- und Schulsachen, Taschen, Fahrrädern, Kinderwagen, Gehhilfen, Decken und Kleinmöbeln wie Tische, Stühle oder Kinderstühle. Das Mitarbeiterteam bittet darum, Ware möglichst bereits verpackt in Bananenkartons abzugeben. Öffnungszeiten in der Bahnhofstraße sind Freitag von 14.30 bis 17.30 Uhr und Samstag von 9 bis 12 Uhr. Um die Hilfstransporte nach Rumänien finanzieren zu können, ist die Organisation auch auf Spenden angewiesen. Spendenkonto der Rumänienhilfe: IBAN DE56 6406 1854 0038 2100 02 bei der VR Bank Tübingen.

www.rumaenienhilfe-moessingen.de

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07.11.2018, 01:00 Uhr
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