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Üble Tricks
Unerlaubte Telefonwerbung ist bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zum Dauerbrenner geworden. Im Zweifelsfall sollte man einfach auflegen. Foto: © Alliance/fotolia.com
Werbeanrufe und unseriöse Betriebe machen Verbrauchern zu schaffen

Üble Tricks

Mogelpackungen und unseriöse Handwerkerdienste sorgen für Unmut unter Verbrauchern. Auch unerlaubte Telefonwerbung bleibt ein Dauerbrenner. Oft werden die Angerufenen überrumpelt.

15.03.2016
  • BIANCA FRIESS

Stuttgart. Das Telefon klingelt. Auf dem Display ist die Nummer der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zu lesen. Am Apparat ist ein vermeintlicher Berater, der den Kunden vor Werbung schützen möchten, natürlich zu günstigen Konditionen: Sein Angebot koste einmalig nur 50 EUR. Das Problem: Der Anrufer ist kein Verbraucherschützer.

Werbeanrufe unter der Telefonnummer von anderen - das ist eine Masche, mit der Verbraucherschützer aktuell zu kämpfen haben. "Die Nummer, die angezeigt wird, führt nicht unbedingt zu dem tatsächlichen Anrufer", sagt Niklaas Haskamp von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Unerlaubte Telefonwerbung bleibt ein Dauerthema. Häufig werden Angerufene überrumpelt. Wenn sie nicht ausdrücklich ablehnen, wird dies als Zustimmung zu einem Vertrag gewertet, berichtet Haskamp. Ohne Zustimmung sind unerlaubte Werbeanrufe zwar verboten- die abgeschlossenen Verträge sind aber trotzdem gültig. Das kann dann teuer werden.

Oft bedeutet es großen Aufwand, etwa unerwünschte Abonnements wieder zu kündigen, sagt Haskamp. Um sich davor zu schützen, sollte man "im Zweifelsfall einfach auflegen", rät er. Auch über vermeintlich kostenfreie Angebote kann schnell ein teures Abo entstehen. So wird zum Beispiel die kostenlose Probepackung einer Diät direkt in einen kostenpflichtigen Vertrag umgewandelt, berichtet Haskamp.

Solche Abzockmaschen sind nicht neu: Das meiste taucht in verschiedenen Formen immer wieder auf, sagt der Verbraucherschützer.

Aber auch veränderte Marktverhältnisse wirken sich aus. Derzeit reagieren zum Beispiel viele Banken und Bausparkassen auf die niedrigen Zinsen. Sie versuchen, alte und hochverzinste Verträge loszuwerden - durch Kündigungen oder dem Angebot vermeintlich besserer Angebote. Dabei ist Vorsicht geboten: "Wenn Banken Alternativen anbieten, ist es in der Regel immer zugunsten der Bank", sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. In jedem Fall sollten Kunden solche Angebote genau überprüfen.

Kündigt eine Bank oder Bausparkasse einen Vertrag, ist die Rechtslage umstritten. Verbraucher sollten ihre rechtlichen Ansprüche von einem Anwalt prüfen lassen, rät die Verbraucherzentrale.

Auch Einkäufe im Supermarkt führen zu Beschwerden: Hersteller reduzieren zum Beispiel häufig die Füllmenge, ohne den Preis anzupassen oder gaukeln durch eine großzügige Verpackung mehr Inhalt vor, berichtet Haskamp.

Eine Leitlinie gibt vor, dass nicht mehr als 30 Prozent Luft in der Packung sein dürfen. Im Gesetz fehlen aber konkrete Angaben, ab wann eine Mogelpackung vorliegt. Bei Reklamationen muss das Produkt und die Verpackung also immer erst im Einzelfall überprüft werden.

Oft erreichen die Verbraucherschützer auch Beschwerden über Handwerker-Notdienste, zum Beispiel Schlüsseldienste. In Telefonbüchern sind viele Anbieter mit örtlichen Rufnummern gelistet, die aber in Wirklichkeit gar nicht aus der jeweiligen Region stammen. Häufig führen dabei verschiedene Nummern zu dem gleiche Anbieter - so ruft man auf jeden Fall dort an, berichtet Haskamp.

Unseriöse Anbieter berechnen oft teure Sonderposten oder stellen überhöhte Rechnungen. Kommen beispielsweise mehr Mitarbeiter zum Einsatz als vereinbart, wird es teuer, sagt Haskamp. Betroffene berichten außerdem, dass sie zur Barzahlung gedrängt wurden. Haskamp rät, auf jeden Fall eine Rechnung zu verlangen und nicht sofort zu zahlen: "Sonst muss man seinem Geld im Zweifelsfall hinterherrennen." Man sollte sich im Vorfeld erkundigen, welche Betriebe tatsächlich aus der Region kommen.

Verbraucher sollten sich generell trauen, Anbieter kritisch zu hinterfragen, rät Oliver Schumacher, der als Verkaufsexperte Bücher zu dem Thema veröffentlicht. "Spätestens, wenn ein Verkäufer Druck macht ist das ein Indiz, dass das Angebot nicht gut ist", sagt er.

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15.03.2016, 08:30 Uhr
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