Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Überwiegend Zuspruch für «Nellys Abenteuer»
Protagonisten des Films Nellys Abenteuer. Foto: Südwestrundfunk/SWR/INDI Film/Adrian Marineci/obs dpa
Baden-Baden

Überwiegend Zuspruch für «Nellys Abenteuer»

Trotz anhaltender Kritik des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an «Nellys Abenteuer» hat eine eigens im Südwestrundfunk (SWR) angesetzte Diskussion überwiegend Zuspruch für den Kinderfilm gebracht.

12.11.2017
  • dpa

Baden-Baden. Die Medienwissenschaftlerin Maya Götz erklärte nach einer Befragung von Kindern, dass es für die Acht- bis Elfjährigen in der Geschichte vor allem um Abenteuer und Freundschaft gehe. «Es ist ein sehr starker Film», sagte Götz. Kinder sähen den Film mit anderen Augen als Erwachsene, meinte sie in der am Sonntag nach dem Film ausgestrahlten Diskussion. Antiziganismus spiele bei der Zielgruppe keine Rolle.

Erzählt wird die Geschichte der 13-jährigen Nelly, die mit ihren Eltern nach Rumänien kommt, dann abhaut, entführt wird und in ein Roma-Dorf gerät. Mit Hilfe eines Roma-Jungen gelingt ihr die Flucht. Wegen der Entführungsgeschichte aber sieht der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma die Minderheit verunglimpft. Der Verband forderte den Kinderkanal von ARD und ZDF deshalb erneut auf, auf die Ausstrahlung des «antiziganistischen» Streifens am 18. November (KiKA, 14.00 Uhr) zu verzichten.

«Was wir wollen, sind gute Filme über Sinti und Roma. "Nellys Abenteuer" gehört nicht dazu», sagte der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose, einer Mitteilung zufolge. Filmautor Jens Becker wies in der TV-Debatte Vorwürfe Roses zurück, die Darstellung sei «gefährlich für das Zusammenleben». Er habe selbst in einem Roma-Dorf recherchiert und viel Zuspruch bekommen. Der Zentralrat versuche, mit der Debatte eine «politische Deutungshoheit» an sich zu reißen, meinte Becker.

Als «Quark» bezeichnete Becker eine Analyse des ebenfalls anwesenden Gutachters Pavel Brunßen von der Technischen Universität Berlin. Brunßen hatte eine rassistische Tendenz ausgemacht.

«Diese Rassenideologie ist in unserer Gesellschaft sehr, sehr lebendig», meinte Rose. Seit 600 Jahren würden immer wieder dieselben Klischees bedient. «Das kann man so nicht machen.» Dem einseitigen Film fehlten etwa positive Gegenbilder von arbeitenden Roma. Rose sagte, er wünsche sich dieselbe Sensibilität im Umgang mit dem Thema wie beim Antisemitismus.

Für eine der beteiligten Filmförderungen räumte der Chef der Film- und Mediengesellschaft Baden-Württemberg, Carl Bergengruen, ein, dass die Jury viel über das Drehbuch diskutiert habe. Es sei eine Gratwanderung gewesen. Der Film habe aber als kindgerechte Abenteuerkomödie letztlich die Förderung bekommen. Bergengruen lud Sinti und Roma ein, eigene Filmprojekte vorzuschlagen. Der kommissarische SWR-Filmchef Manfred Hattendorf lobte den Streifen als gelungene «Selbstermächtigungsgeschichte». Gezeigt werde, wie Kinder ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen, selbst Probleme lösen – und wie im Gegenzug Erwachsene trottelig dastünden.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.11.2017, 16:40 Uhr | geändert: 12.11.2017, 15:50 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular