Übelkeit: Mögliche Ursachen und Behandlungstipps

Eine sehr üppige Mahlzeit, ein Magen-Darm-Infekt oder eine Schwangerschaft: das sind nur einige der Ursachen, die zu Übelkeit führen können.

11.05.2020

Bild: Pixabay

Oftmals vergeht das flaue Gefühl im Magen – beispielsweise unterstützt durch hilfreiche Hausmittel wie eine Tasse Tee – von allein wieder. In einigen Fällen ist jedoch ärztliche Hilfe notwendig. Informieren Sie sich hier über die Auslöser von Übelkeit, wann ein Arztbesuch empfehlenswert ist und was Sie selbst zur Linderung tun können.

Diese Ursachen können hinter Übelkeit stecken

Zunächst einmal ist wichtig, dass es sich bei Übelkeit (Nausea) nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom handelt. Dieses kann mit weiteren Beschwerden wie Appetitlosigkeit, einem allgemeinen Krankheitsgefühl oder Erbrechen einhergehen. Häufig ist das flaue Gefühl in der Magengegend auf zu üppige und fettige Mahlzeiten zurückzuführen. Aber auch wer beispielsweise zu tief ins Glas geschaut hat, bekommt nicht selten am nächsten Tag die Quittung dafür – dann löst bereits die Vorstellung von Essen oft schon Brechreiz aus.

Ebenso können jedoch eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder Lebensmittelvergiftungen verantwortlich sein, wenn es dem Magen sehr schlecht geht. Letztere sind beispielsweise oft auf Salmonellen zurückzuführen. Die Bakterien tummeln sich gerne in Gerichten mit rohem Ei oder Fleisch und vermehren sich rasant bei sommerlichen Temperaturen. Besondere Vorsicht ist deshalb bei Grillfeiern geboten, wenn Speisen wie Mayonnaise oder Tiramisu auf dem Tisch stehen beziehungsweise die Steaks nicht richtig durchgebraten werden.

Bei Menschen, die ständig an einem flauen Gefühl im Magen leiden, müssen darüber hinaus Nahrungsunverträglichkeiten, ein Reizdarm oder chronische Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn in Betracht gezogen werden.

Dies sind jedoch nur einige Beispiele für Übelkeit – die Liste an potenziellen Auslösern ist lang. Zudem muss die Ursache von Übelkeit nicht zwangsläufig im Magen-Darm-Trakt liegen. Auch Erkrankungen umliegender Organe wie der Leber oder Niere kommen infrage.

Weitere mögliche Ursache für Übelkeit – eine Schwangerschaft

Übelkeit und häufiges Erbrechen sind zudem ein typisches Schwangerschaftsanzeichen. Besonders ausgeprägt sind die Beschwerden zwischen der 6. und 12. Schwangerschaftswoche. Vielen Frauen ist vor allem morgens übel, gleichzeitig entwickeln sie Abneigungen gegen bestimmte Gerüche, beispielsweise gegen Eier, Fisch oder Fleisch. Die Beschwerden lassen in der Regel zum Ende der Embryonalphase im 3. Schwangerschaftsmonat nach (1).

Die Schwangerschaftsübelkeit ist für werdende Mütter oft sehr belastend, in der Regel besteht jedoch kein Grund zu Sorge für das ungeborene Kind. Bei sehr extremer Form der Übelkeit mit heftigem Erbrechen, sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden.

Übelkeit: Was tun? Selbstbehandlung mit Hausmitteln und Co.

Eine leichter Form von Übelkeit, zum Beispiel infolge einer zu üppigen Mahlzeit oder einem Magen-Darm-Infekt, vergeht in der Regel nach kurzer Zeit von allein wieder. Es ist jedoch empfehlenswert, den Magen zu schonen und wenn, dann nur leichte Kost wie Zwieback zu essen.

Zudem haben sich einige Hausmittel zur Linderung der Beschwerden als hilfreich erwiesen. So trägt beispielsweise oftmals eine Tasse Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee zur Beruhigung des Magens bei. Der Tee sollte am besten lauwarm und in kleinen Schlucken getrunken werden.

Ein bewährtes Mittel gegen Übelkeit ist darüber hinaus Ingwer. In der Knolle stecken viele ätherische Öle und Bitterstoffe, die den Brechreiz unterdrücken. Frischer Ingwer lässt sich geschält und in kleine Stücke geschnitten einfach im Mund zerkauen oder – mit heißem Wasser aufgegossen – in Form von Tee einnehmen. Wer keinen Ingwer mag, kann alternativ einen Spritzer Zitronensaft in ein Glas stilles Wasser geben. Die neutralisierende Säure unterdrückt den Brechreiz und schmeckt angenehm frisch.

Bei einem nervösen Magen sollten Betroffene zudem für Entspannung sorgen. Egal ob Sie sich mit bequemer Kleidung auf das Sofa legen und ein gutes Buch lesen oder einen Spaziergang an der frischen Luft unternehmen – erlaubt ist alles, was guttut. Gönnen Sie sich eine bewusste Auszeit, damit sich der Magen wieder beruhigen kann.

Helfen diese Hausmittel nicht, stehen in der Apotheke verschiedene (auch rezeptfreie) Medikamente zur Verfügung. Wird das Unwohlsein beispielsweise durch einen stark übersäuerten Magen verursacht, eignen sich Präparate gegen Sodbrennen. Dennoch sollten Sie Medikamente stets nur in Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen.

Wann zum Arzt?

Obwohl Übelkeit meist harmlos ist und nicht lange andauert, gibt es einige Fälle, in denen sich ein Gang zum Arzt dringend empfiehlt. Vor allem wenn die Beschwerden mehrere Tage anhalten oder häufiger ohne erkennbaren Grund auftreten, sollten Sie nicht zögern Ihren Hausarzt darüber zu informieren.

Bei häufigem Erbrechen droht infolge eines Flüssigkeitsverlustes zudem eine Dehydration (Austrocknung) – das gilt insbesondere bei Kindern und älteren Menschen. Betroffene mit schlechtem Allgemeinzustand müssen daher dringend medizinisch behandelt werden.

Ebenso ist beim Auftreten weiterer Beschwerden wie Müdigkeit, Fieber, Schwindel oder Sinnesstörungen der sofortige Besuch beim Arzt angeraten. Der Mediziner hat die Möglichkeit, weiterführende Untersuchungen durchzuführen und so die Ursache der Übelkeit herauszufinden. Je nach Befund leitet er eine geeignete Therapie ein.

(1) Frauenärzte im Netz: Schwangerschaftsanzeichen: Übelkeit. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/schwangerschaft/schwangerschaftsanzeichen-schwangerschaftstest/ (05.05.2019)

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Erstellt:
11. Mai 2020, 13:56 Uhr
Aktualisiert:
11. Mai 2020, 13:56 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2020, 13:56 Uhr

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