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US-Umweltbehördenchef tritt nach Skandalen zurück
Scott Pruitt geht

US-Umweltbehördenchef tritt nach Skandalen zurück

Pruitt soll das Amt für persönliche Interessen missbraucht haben.

07.07.2018
  • AFP

Washington. Nach einer Reihe von Skandalen ist US-Umweltbehördenchef Scott Pruitt zurückgetreten. Präsident Donald Trump teilte am Donnerstag mit, er hab Pruitts Rücktrittsgesuch akzeptiert. In seiner knapp anderthalbjährigen Amtszeit hatte der Chef der mächtigen Umweltbehörde EPA mehrfach Negativ-Schlagzeilen gemacht. Gegen ihn laufen Untersuchungen wegen des Verdachts, sein Amt für persönliche Interessen missbraucht zu haben. Kritische Mitarbeiter soll er bestraft haben.

Trump lobte den 50-Jährigen gleichwohl für seinen „herausragenden Job“: „Ich werde ihm dafür immer dankbar sein“, schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. Vor Journalisten an Bord der Air Force One erklärte Trump, der Rücktritt sei von Pruitt selbst ausgegangen. Dieser habe offenbar das Gefühl gehabt, von den Regierungsgeschäften „abzulenken“.

Pruitt wird vorgeworfen, einen luxuriösen Lebensstil auf Staatskosten geführt zu haben. Entgegen üblicher Praxis nutzte er immer wieder First-Class-Flüge oder Privatflugzeuge für Dienstreisen. Rund um die Uhr soll er ein Team von Leibwächtern beschäftigt haben, so dass sich die Kosten für seine Sicherheit gegenüber seinem Vorgänger verdoppelte.

Mitarbeiter soll Pruitt zudem angewiesen haben, persönliche Dienste für ihn zu erledigen - sie sollten ihm etwa eine Wohnung suchen, ihm Tickets für Sportveranstaltungen besorgen oder bei der Suche nach einem Job für seine Frau helfen. Mitarbeiter, die gegen sein Verhalten Einwände erhoben, soll er abgestraft haben.

Trotz der Serie von Skandalen ließ Trump lange keinerlei Distanz zu Pruitt erkennen. Im Juni sagte er schließlich, er sei über manche Dinge bei der EPA „nicht glücklich“. Einen Tag vor Pruitts Rücktritt wurde das Weiße Haus dann deutlicher. Die gegen den EPA-Direktor erhobenen Vorwürfe des Verstoßes gegen ethische Standards der Amtsführung seien „besorgniserregend“ und würden vom Präsidenten geprüft, sagte ein Sprecher.

In seinem Rücktrittsschreiben erwähnte Pruitt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe mit keinem Wort. Stattdessen wies er seinen Kritikern die Schuld zu: Die „unablässigen Angriffe auf mich persönlich und meine Familie sind beispiellos und haben beträchtliche Schäden bei uns allen hinterlassen“, erklärte er.

Die Abgeordneten der oppositionellen Demokraten hatten seit Monaten Pruitts Rücktritt gefordert und äußerten sich am Donnerstag zufrieden. „Gut, dass wir ihn los sind!“ schrieb der demokratische Abgeordnete Earl Blumenauer auf Twitter. „Angesichts von Pruitts komplettem Versagen beim Schutz von sauberer Luft und Wasser, und angesichts von 13 laufenden Untersuchungen auf Bundesebene zu seiner Arbeit ist die einzige Frage, warum das so lange gedauert hat.“

Die Behördenleitung soll nun vorübergehend EPA-Vizedirektor Andrew Wheeler übernehmen. Wie Pruitt gilt auch Wheeler als Freund fossiler Energieträger wie Kohle und Öl. „Ich habe keinen Zweifel, dass Andy mit unserer großartigen und nachhaltigen EPA-Agenda weitermachen wird“, twitterte Trump über den kommissarischen EPA-Chef. Pruitt hatte den Kurs des Präsidenten zur Lockerung von Umweltauflagen und Förderung der Kohle getreulich umgesetzt.

So leitete Pruitt im Oktober die Abschaffung des Klimaschutzplans von Ex-Präsident Barack Obama ein, der eine deutliche Absenkung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes von Kraftwerken vorsah. Im April kündigte der EPA-Chef dann an, die Auflagen für Spritverbrauch und Emissionen neuer Autos lockern zu wollen.

Vor seinem Eintritt in die Trump-Regierung war Pruitt jahrelang Generalstaatsanwalt des westlichen Bundesstaates Oklahoma, in dem die Ölförderung eine große Rolle spielt. In diesem Amt kämpfte er vehement gegen die EPA an - weshalb seine Ernennung zum Direktor der Behörde eine Hiobsbotschaft für Umweltschützer war.

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07.07.2018, 06:00 Uhr
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