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Pistolen erlaubt, Dildos verboten

US-Studentin startet Aktion gegen Waffen auf dem Campus

Das versteckte Tragen einer Waffe ist erlaubt, das Mitführen von Sexspielzeug dagegen verboten. So sollen die Regeln für texanische Universitäten künftig aussehen. Eine Studentin protestiert dagegen.

16.10.2015
  • PETER DE THIER

Austin Die Debatte um schärfere Waffengesetze in den USA treibt immer skurrilere Blüten. So wird es in Texas demnächst zwar erlaubt sein, auf dem Campus jeder Universität eine versteckte Waffe zu tragen. Haben Studenten dagegen ein Sexspielzeug in der Tasche, können sie ab Sommer 2016 eine Verwarnung bekommen und bei wiederholten Verstößen sogar vom Unterricht ausgeschlossen werden.

Dagegen wehrt sich nun eine Studentin. Mit einem kreativen aber ebenso provokanten Einfall.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich das Drama ausgerechnet im konservativen US-Staat Texas abspielt. Dort ist die Konzentration an Waffenbesitzern so hoch wie in keinem anderen Staat. Sieht man aber von der 2. Änderungspassage zur US-Verfassung ab, die es jedem Amerikaner erlaubt, eine Schusswaffe zu tragen, dann sind die Texaner eher konservativ. Offen seine Sexualität auszudrücken wird für unpassend gehalten und ist in den meisten Fällen sogar illegal.

Aufgrund des immensen Drucks der Waffenlobby hat Gouverneur Greg Abbott jedenfalls vor wenigen Monaten ein Gesetz unterschrieben, dass es ab August 2016 Studenten ebenso wie Professoren, Dozenten und anderem Universitätspersonal erlauben wird, überall auf dem Universitätsgelände verdeckt eine Schusswaffe zu tragen. Im Hörsaal, in der Mensa, in Bibliotheken ebenso wie Studentenheimen. Voraussetzung ist nur, dass der Betreffende einen Waffenschein besitzt. Wird bei Studenten hingegen etwa ein Dildo gefunden, kann die Campuspolizei das Sexspielzeug beschlagnahmen und einen Strafzettel mit Verwarnung ausstellen: Wegen Obszönität und sittenwidrigen Verhaltens.

Diese Absurdität wollte sich Jessica Jin nicht gefallen lassen. Sie protestiert in sozialen Netzwerken: Auf Facebook fordert sie Kommilitonen unter dem Motto "Campus (DILDO) Carry" auf, am 1. August 2016 mit Dildos und anderen Sexspielzeugen in der Tasche auf den Campus zu kommen. Jins Twitterseite heißt "#CocksNotGlocks" (in etwa "Penisse statt Pistolen"), was sexuelle Puristen als verbale Provokation ansehen dürften. Polemisch weist Jin darauf hin, dass Texas auf dem Campus Waffen erlaube, mit dem Verbot von Dildos aber "unsere Unschuld schützen will".

Zwischenzeitlich hat Jessica Jin auf Facebook knapp 9200 Zusagen. Zwar unterstützt eine klare Mehrheit Jin. Einige konservative Facebook-Nutzer stellen sich aber auch auf die Seite der US-Waffenlobby NRA. Sie spielen die Gefahr eines Universitätscampus voller bewaffneter Studenten herunter. Vergessen hatten sie wohl, dass eines der schlimmsten Massaker auf einem US-Campus sich vor 18 Jahren ausgerechnet in Texas ereignete: An der Universität von Austin hatte ein Ex-Soldat das Feuer eröffnet und wahllos um sich geschossen. Bei dem Massaker starben 17 Menschen, 32 wurden zum Teil schwer verletzt.

US-Studentin startet Aktion gegen Waffen auf dem Campus

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16.10.2015, 12:00 Uhr
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