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Tote bei Razzia gegen IS

Türkische Polizei liefert sich Gefecht mit Terrorverdächtigen

In Südostanatolien haben türkische Polizisten mutmaßliche Wohnungen der Terrormiliz IS gestürmt. Die Aktion steht offenbar im Zusammenhang mit dem schweren Anschlag vor gut zwei Wochen in Ankara.

27.10.2015
  • GERD HÖHLER

Diyarbakir Bei einem Großeinsatz der türkischen Polizei gegen konspirative Wohnungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im südostanatolischen Diyarbakir sind gestern sieben mutmaßliche IS-Terroristen getötet worden. Bei der Razzia kamen zudem zwei Polizisten ums Leben, sechs weitere wurden verletzt. Nach Aussage des türkischen Vize-Premiers Numan Kurtulmus wurden zwölf IS-Mitglieder festgenommen. "Eine wichtige Daesh-Gruppe wurde ausgeschaltet", sagte Kurtulmus. Daesh ist die von der türkischen Regierung verwendete arabische Bezeichnung für den IS.

Bei der Razzia am frühen Morgen in einem Wohngebiet stürmte die Polizei 17 Gebäude, in denen IS-Terroristen vermutet wurden. Dabei wurden zwei Polizisten durch Sprengfallen getötet. Im Anschluss entwickelte sich ein mehrstündiges Feuergefecht. In einer Live-Übertragung des Fernsehkanals A-Haber waren zahlreiche gepanzerte Polizeifahrzeuge und schwer bewaffnete Polizisten zu sehen. Im Hintergrund hörte man Salven aus automatischen Waffen und mehrere Explosionen.

Die Operation in Diyarbakir stand offenbar in Zusammenhang mit dem schweren Terroranschlag, bei dem am 10. Oktober in Ankara mehr als 100 Teilnehmer einer Friedenskundgebung getötet wurden. Einer der beiden Selbstmordattentäter wurde als IS-Kämpfer identifiziert. Der IS soll auch hinter zwei Anschlägen stecken, bei denen am 5. Juni in Diyarbakir bei einer Versammlung der pro-kurdischen Partei HDP und am 20. Juli in der Stadt Suruc bei einem kurdischen Kulturfestival insgesamt fast 40 Menschen getötet wurden.

Nach einem Bericht der Internetzeitung "Radikal" sucht die türkische Polizei noch nach mindestens vier potenziellen Selbstmordattentätern der IS-Terrormiliz, darunter eine Deutsche. Sie sollen aus Syrien in die Türkei eingereist sein, um dort Anschläge zu verüben. Die Attentate und nun die Gefechte in Diyarbakir zeigen, wie tief die Türkei bereits im Treibsand des Syrienkonflikts steckt. Über die mehr als 900 Kilometer lange Grenze sind seit Beginn des Bürgerkriegs geschätzt mehr als drei Millionen Syrer in die Türkei geflohen. Unter den Flüchtlingen dürften auch IS-Terroristen gewesen sein.

Ankara arbeitet seit Beginn des Konflikts auf einen Sturz des Assad-Regimes in Damaskus hin. Nach dem Motto "der Feind meines Feindes ist mein Freund" ließ die Türkei den IS lange gewähren. Die Terrormiliz konnte den Südosten des Landes als Rückzugsraum nutzen, verwundete Kämpfer wurden in staatlichen Kliniken verarztet. Erst seit diesem Sommer geht die türkische Regierung gegen den IS vor.

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27.10.2015, 12:00 Uhr
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