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Tarifstreit

Tübus: Unbefristeter Streik droht

Auch nach der dritten Verhandlungsrunde liegen Verdi und WBO weit auseinander.

20.02.2019

Von Moritz Hagemann

Warnstreik der Busfahrer. Bild: Ulrich Metz

Am Montag wurde zum dritten und vorerst letzten Mal in Böblingen verhandelt: Die Gewerkschaft Verdi und der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) konnten sich nicht auf einen neuen Tarifvertrag der privaten Unternehmen einigen. 3 Prozent Lohnerhöhung ab dem 1. März sowie 2,3 Prozent ab dem 1. Januar 2020 hatte der WBO mit einer Laufzeit von 24 Monaten geboten – insgesamt also 5,3 Prozent. 5,8 Prozent hatte Verdi ursprünglich gefordert. Gravierender Unterschied: mit 12 Monaten Laufzeit. „Was auf dem Tisch lag, war nicht abschlussfähig“, wird Verdi-Verhandlungsführer Andreas Schakert in einer Mitteilung zitiert. Die Schere zum kommunalen Nahverkehr werde so weiter geöffnet.

„Das habe ich in 30 Jahren Tarifkommision noch nicht erlebt“, zeigte sich WBO-Verhandlungsführer Eberhard Geiger fassungslos. „Trotz dieses starken Entgegenkommens der Arbeitgeberseite, die über die eigene Schmerzgrenze gegangen ist, hat sich Verdi nicht spürbar bewegt und beharrt auf völlig überzogenen Forderungen.“ Es wurden keine weiteren Verhandlungstermine angesetzt. Verdi betreibe „Realitätsverweigerung“, klagte die stellvertretende WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg, die sagt, dass es unter diesen Forderungen keinen Abschluss geben werde. „Daran werden auch die Streiktage nichts ändern.“

Verdi lasse der Arbeitgeberseite „ganz bewusst nochmals eine Woche Zeit zum Nachdenken“, sagte Schackert. „Wir bleiben gesprächsbereit.“ Ab der kommenden Woche werde die Gewerkschaft die Einleitung der Urabstimmung in den Betrieben vorbereiten. Dann wären unbefristete Streiks die wahrscheinliche Folge. Vor einer Urabstimmung werde nach Verdi-Angaben nicht mehr gestreikt. In Tübingen und Reutlingen wurde in diesem Jahr je einmal für mehrere Stunden und ganztags gestreikt.

Rund 70 Busfahrer der Tübinger Stadtwerke (SWT) und somit des Tübus-Verkehrs sind betroffen. „Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir noch gar nicht, wann und ob über längere Zeit gestreikt wird“, sagte SWT-Pressesprecher Ulrich Schermaul gestern auf Nachfrage. Die Stadtwerken seien in dieser Angelegenheit „neutral, das liegt nicht in unserer Hand“. Es gibt den Notfall-Vertrag mit Verdi, der im Falle eines Streiks den Anschluss der Schulen und Kliniken mit Notverbindungen sicherstellt. Die Gewerkschaft könnte ihn allerdings aufkündigen. „Wir hatten schon zwei Streiktage und wissen was kommt, wir haben den Plan in der Schublade“, sagte Schermaul. „Aber Erwartungen haben wir keine, das passiert ja meistens spontan.“ Verdi kündigt die Streiks in der Regel zwei Tage vorab an.

Bisher hätten die Stadtwerke an den Streiktagen zwar immer wieder Anrufe auf der Tübus-Hotline bekommen, „aber wahnsinnig viel war das nicht“. Dafür seien über die Naldo-App und die SWT-Homepage als Informationsplattformen an jenen Tagen sehr viele Zugriffe gezählt worden.

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Erstellt:
20. Februar 2019, 01:30 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2019, 01:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2019, 01:30 Uhr

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