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Verzaubern und verhexen

Tübinger Studentin lebt und lehrt Bauchtanz

Kellnern, Babysitten,Nachhilfe – so verdienen sich die meisten Studenten etwasdazu. Sabine Rabe dagegen hat einen außergewöhnlichen Job. Die 23-jährige Psychologiestudentin ist professionelle Bauchtänzerin und gibt auch Unterricht.

14.08.2010
  • akz

Langes dunkles Haar. Große braune Augen. Sinnlicher Hüftschwung. Wen wundert es, dass der ein oder andere Verehrer Sabine Rabe E-Mails schreibt, wenn sie wieder getanzt hat. In einem Lokal. Oder auf einer Privatfeier. „Ich muss dann immer klarstellen, dass ich einen Freund habe“, sagt Rabe und lacht.

Bauchtanz ist längst in der westlichen Kultur angekommen. Jede Volkshochschule hat einen Kurs im Repertoire. Doch für Sabine Rabe ist diese Kunst mehr als ein Hobby. Mit Fleiß und Disziplin hat sie erreicht, sich heute Bauchtanzlehrerin nennen zu dürfen.

„Mit elf Jahren kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Bauchtanz“, erzählt die heute 23-Jährige, „meine Mutter nahm mich mit in einen Kurs, den sie belegt hatte.“ Doch der sei eine Katastrophe gewesen. „Die ganze Koordination hat nicht geklappt, und ich war zu jung, um mich mit den ja sehr weiblichen Bewegungen zu identifizieren“, erzählt sie. Erst beim Abschiedsfest des Kurses habe es „Klick“ gemacht. „Ich habe einen Schleier genommen und einfach getanzt.“

Seit diesem Moment war Sabine Rabe fasziniert von dem orientalischen Tanz. Und sie arbeitete stetig an der Perfektionierung, besuchte Kurse, Workshops und wurde Mitglied einer Tanzgruppe in Stuttgart. Mit 15 Jahren, als sie noch bei ihren Eltern in Weil der Stadt wohnte, nahm sie die zeitraubenden Bahnfahrten in Kauf, um vier Mal pro Woche Unterricht zu nehmen. „Bauchtanz macht mich glücklich,“ sagt sie, „ich brauche das Tanzen einfach.“ Mit 20 begann sie eine Ausbildung zur Tanzlehrerin in Frankfurt. Denn dort fand sie eine qualifizierte Lehrerin.

Mittlerweile tanzt Sabine Rabe so professionell, dass sie für ihre Kunst Geld verlangen kann. Ihr Freund hat ihr eine Homepage erstellt. Restaurants und Vereine buchen Rabe für etwa 20-minütige Auftritte. Die Gage wird individuell verhandelt. Sie tanzte auch beim Ract!-Festival. Ihr Künstlername ist Sha’waza. „Mein Name hat mehrere Bedeutungen“, erklärt Sabine Rabe. „Ursprünglich dachte ich, der Name hieße ‚verzaubern‘. Dann stellte sich heraus, dass er ‚verhexen‘ meint. Man kann ihn aber auch mit ‚verrückt‘ übersetzen.“ Sie könne sich mit allen Begriffen identifizieren.

Nicht weniger wichtig als die weichen Bewegungen des Körpers sind die prächtigen Kostüme der Tänzerin, die mit Pailletten, Glitzersteinen und bunten Troddeln verziert sind. 15 Stück hat Sabine Rabe. „Da gibt es schon öfters etwas auszubessern“, erzählt sie, „das mache ich auch selbst.“

Sabine Rabes Körpergefühl hat sich durch das Tanzen verändert. „Mit elf Jahren war ich ein totales Mauerblümchen“, erzählt sie. Jetzt hat die 23-Jährige das Selbstbewusstsein, um vor einer Menschenmenge zu tanzen und mit den Zuschauern zu spielen. „Ich tanze dann den einen oder anderen Zuschauer schon mal an und animiere ihn, mitzumachen.“ Die erotische Komponente des Tanzes ist nicht zu leugnen, aber dennoch möchte Sabine Rabe mit dem Klischee aufräumen, Bauchtanz sei eine Art orientalischer Lap Dance. Es gehe nicht um Anmache, stellt sie klar, sondern darum, zu zeigen, wie wohl man sich als Frau in seinem Körper fühle.

„Der orientalische Tanz kommt eigentlich aus Afrika“, sagt sie. „Frauen haben ihn getanzt, wenn sie unter sich waren.“ Die Wellenbewegungen – so glaubte man – vereinfachten die Geburt des Kindes. „Bauchtanz ist eine Übersetzung des englischen Ausdrucks ‚belly dance‘“, erklärt Rabe. „Eigentlich heißt der Tanz Raks Sharqi, also Tanz des Ostens.“ Und sie hat noch eine Überraschung parat: Auch Männer können bauchtanzen. Sabine Rabe hatte sogar mal einen Schüler. „Ihm hat die Natürlichkeit der Bewegung gefallen.“

Tübinger Studentin lebt und lehrt Bauchtanz
Pailletten, Perlen, Glitzersteine: Psychologiestudentin Sabine Rabe mit einem Bauchtanz-Oberteil aus ihrer 15 Kostüme umfassenden Sammlung.

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14.08.2010, 12:00 Uhr
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