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Für legales Cannabis

Tübinger Stadträte wollen Marihuana-Modellprojekt

Einen Vorstoß zur „kontrollierten und lizenzierten Abgabe von Cannabis“ macht ein Teil des Tübinger Gemeinderats: Die Stadtverwaltung soll ein entsprechendes Modellprojekt beantragen und einen „Runden Tisch Cannabis“ einrichten.

18.08.2015

Tübingen. Die Idee kommt von Markus Vogt, Stadtrat von „Die Partei“, und wird inzwischen von AL/Grünen, Linken sowie dem fraktionslosen Jürgen Steinhilber unterstützt. Mit ihrem gemeinsam formulierten Antrag wollen die zusammen 18 Stadträtinnen und Stadträte (von insgesamt 40) erreichen, dass die Stadtverwaltung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ein Modellprojekt zur kontrollierten und lizenzierten Abgabe von Cannabisprodukten stellt. Ein entsprechendes Forschungsprojekt soll dann „nach Möglichkeit“ zusammen mit der Uni Tübingen realisiert werden.

Davor soll die Verwaltung Suchthilfeexperten, Sozialarbeiter, Mediziner, Psychologen, Polizei und engagierte Bürger an einem Runden Tisch versammeln, um den Antrag vorzubereiten.

Ziel der Initiative sei es nicht, „Drogen im Supermarkt anzubieten oder Kokain-Automaten im Pausenhof von Schulen aufzustellen“, sondern einen regulierten und kontrollierten Markt zu schaffen. „Den Drogen soll ihre Attraktivität und der Drogenszene ihr Reiz genommen werden“, heißt es in dem Antrag.

Durch die legale Abgabe von Cannabis erhoffen sich die Antragsteller die „Zerstörung des Schwarzmarktes“. Darin sehen sie auch „gesundheitliche Vorteile“: Durch ein Reinheitsgebot von Cannabisprodukten würde kein gepanschtes Material mehr auf den Markt kommen.

Der „Runde Tisch Cannabis“ habe zudem eine pädagogische Funktion: Anstatt Cannabis-Konsum zu kriminalisieren, könne die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt werden, welche Produkte Schäden zufügen und wie sie bei bestimmten Krankheiten helfen können.

Gleichwohl weisen die Antragsteller darauf hin, dass Cannabiskonsum nicht verharmlost werden dürfe. Er könne, ebenso wie Alkohol, psychische, körperliche und soziale Störungen erzeugen. Die Bereitschaft, Drogen legal zugänglich zu machen, bedeute nicht den Verzicht auf Prävention, Aufklärung und Alternativangebote.

Im Herbst soll es auf Wunsch der Antragsteller eine Info-Veranstaltung geben. Danach soll der Gemeinderat entscheiden. slo

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Erstellt:
18. August 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
18. August 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. August 2015, 12:00 Uhr

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