Starbatty tritt aus

Tübinger Professor enttäuscht über Kurs und Stil der AfD

Der Tübinger Prof. Joachim Starbatty kündigte seinen Austritt aus der „Alternative für Deutschland“ (AfD) an.

05.07.2015

Von sg

Tübingen. „Es ist nicht mehr meine Partei“, sagte Joachim Starbatty am Sonntag dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT. „Ich werde austreten – aber nicht sofort.“ Zu einfach will er es den Widersachern nicht machen. Mit sofortiger Wirkung legt er allerdings seine Parteiämter in der Programmkommission und als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats nieder.

Die Kritik am Euro-Kurs der Europäischen Union brachte den Tübinger Wirtschaftsprofessor einst zur „Alternative für Deutschland“. Dieser Flügel hat auf dem Bundesparteitag in Essen mit dem bisherigen Vorsitzenden Bernd Lucke verloren. Den Sieg von Frauke Petry sieht Starbatty als Richtungsentscheidung für einen rechtspopulistischen Kurs, den er nicht mitträgt. Auch der Stil des Parteitags der AfD hat Starbatty enttäuscht. Er berichtet von Feindseligkeiten gegenüber Lucke: „Die Stimmung war hässlich. So behandelt man niemanden, der sich so stark für eine Partei eingesetzt hat.“

Zum Zeitpunkt seines Austritts wollte Starbatty nichts sagen. Das hänge von vielen Faktoren, vor allem dem Verhalten des anderen AfD-Flügels, ab und könne auch schnell erfolgen. Und was, wenn Lucke mit anderen aus dem AfD-Verein „Weckruf“ eine neue Partei gründet? In einer neuen Partei wolle er sich nicht an vorderer Stelle engagieren, erklärte Starbatty. Mit 75 Jahren wolle er keine Kärrnerarbeit mehr leisten. Aber als Berater und Vortragender werde er politisch aktiv bleiben.

Prof. Joachim Starbatty

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Erstellt:
5. Juli 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Juli 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Juli 2015, 12:00 Uhr

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