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Volle Kneipen, wo es rockte

Tübinger Nacht fing ganz langsam an, aber dann, aber dann ...

Die 5. Tübinger Nacht begann schleppend. Die Straßen und Gassen der Altstadt wirkten am Samstagabend bis gegen elf Uhr noch recht geräumig. Einige Kneipen waren jedoch picke-packe voll.

11.10.2015
  • Michael Sturm

Tübingen. Es waren die eher gesetzteren Semester, die zu Beginn der 5. Tübinger Nacht auf der Piste waren – und den Abend gepflegt angingen. Wie der Pfullinger Christoph Kolz, der mit seiner Frau zuerst in den Bahnhof ging: „Essen gut, Musik gut“, fasste Kolz zusammen. Die Stormy Riders spielten dort klassische Rockmusik, wie „Sunshine of your Love“ von Cream. Mit tollen Soli von Jochen Bruche an der Wahwah-Gitarre und Organist Peter Vorbach.

Auf den Weg in die Innenstadt machte sich derweil eine vierzehnköpfige Gruppe, die gerade vom Cannstatter Wasen eintraf. Emily Keppler aus Riederich wollte wissen: „Wo kommen auch diejenigen von uns rein, die noch nicht 18 sind?“ Vermutlich überall da, wo man nichts gegen Dirndl und Lederhosen hatte – Tracht war jedoch bei der Tübinger Nacht deutlich in Unterzahl. Das trugen in erster Linie Auswärtige, etwa eine Gruppe Niederländer im Schwarzen Schaf.

Im ehemaligen Hades, mittlerweile Bei Tante Horst, versprach der Tübinger Sebastian Hennies: „Es fühlt sich noch an wie jeder Freitag – aber es wird besser als sonst!“ Er wolle sich mit seinen Freunden von Bar zu Bar, von Musik zu Musik treiben lassen. gezielter gingen Manuela Matz aus Neckartenzlingen und Gülci Serin aus Bissingen/Teck vor. Bei ihrer Internet-Recherche stießen sie auf die Haaggasse: „Da sind sechs Kneipen, da schauen wir hin.“ Musikrichtung? Egal.

In der Stadtpost liefen ruhigere Töne. Das Duo Eva Winter und Alex Jehs spielte schön arrangierte Akustikversionen von Rockhits wie R.E.M.s „Losing my Religion“. Nach und nach kam mehr Publikum. Doch Steffi Scherffius an der Tür traute dam Ganzen noch nicht so recht: „Die Stadt war in den letzten Tagen recht voll. Entweder die Leute liegen schon im Bett, oder sie katern noch.“ Auch im Löwen war nach über einer Stunde Programm von Tobias Haase „noch tote Hose“, so der Pianist während seiner ersten Pause.

In der Ammergasse sah es da schon ganz anders aus: Im Walfisch, zur Musik des Duos Covering Voices, kam man gerade noch durch. Nicht jedoch nebenan im Storchen. „Wir gehen jetzt in den Bierkeller“, verkündete dort die Tübingerin Anna Meinhardt. „Die DasDing-Party ist eh eher unser Geschmack.“

Voll waren auch der Ammerschlag, mit druckvollem Rockabilly von Maxo & the Dudes, und das Café Haag, wo Splice Funk spielten. Dort kamen auch Susanne Klein und Heidi Weiß sofort ins Tanzen. Es sei toll neue Kneipen kennenzulernen, so die beiden Ü-Fünfzigerinnen, ehe sie im brechend vollen Alter Simpl verschwanden. Auch Elena Störk freute sich, mit ihrem Freund Simon Ostertag an diesem Abend in Kneipen zu gehen, in denen sie sonst nie sei. Nora Neupert, nach zehn Jahren in ihre Geburtsstadt zurückgekehrt, betonte, DJ Philipp Butters habe das Nachtleben in Tübingen „enorm voran gebracht.“ Deswegen wolle sie auch ins Café Haag, wo der DJ später auflegte. Im ihrem Schlepptau hatte sie die Mannheimerin Angela Schmid. Diese hatte aus dem Radio von der Tübinger Nacht erfahren und sich gedacht: „Dort kenne ich jemand.“ Sie genoss es, herumgeführt zu werden: „Ich lauf‘ immer hinterher!“

„Die Tübinger Nacht nervt!“ Mit diesem Urteil stand Cornelius Degelmaier nicht allein. Wie er hatten einige junge Tübinger den Eindruck, dass die Tübinger Nacht überwiegend von Auswärtigen genutzt wird. Degelmaier und zwei Freunde fanden es „schwer, ein Bier zu bekommen.“ Sie waren kurz im Storchen, da sei die Musik zu laut gewesen. „Die Tübinger verschanzen sich in ihren Kneipen“, urteilte Lovis Waldner, die mit ihrer Gruppe in der Marktgasse beriet, wohin man gehen könne. Sie bemängelte, dass man Eintritt zahlen müsse, wo man normalerweise umsonst hinein kommt – „oder man friert.“ Ebenso auf der Suche war eine andere Gruppe in der Pfleghofstraße. „Wir suchen seit 20 Uhr ein Alternativprogramm zur Tübinger Nacht. Vielleicht gehen wir noch in die Schelling“, sagte Sebastian Bernd Preuss.

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11.10.2015, 12:00 Uhr
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