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Preise für herausragendes Engagement

Tübinger Bürgerstiftung ehrt Einsatz für Europa

Der Preis der Tübinger Bürgerstiftung ging an drei Projekte, die sich für den europäischen Zusammenhalt einsetzen.

20.11.2017
  • Fabian Renz-Gabriel

Ein Projekt gibt es schon seit Jahrzehnten, ein anderes seit 14 Jahren, das dritte erst seit vergangenem November. Mal besteht die Arbeit in Blogeinträgen, mal in einem Schüleraustausch, mal in Ausstellungen und Theatervorstellungen. Doch das Ziel ist bei allen drei Tübinger Initiativen dasselbe: sich für den Zusammenhalt in Europa stark zu machen.

Für ihr Engagement wurden das Deutsch-Französische Kulturinstitut, die „Lauten Europäer“ und die Mathilde-Weber-Schule am Samstagmittag mit dem Preis der Bürgerstiftung Tübingen ausgezeichnet. Die drei Initiativen teilen sich das Preisgeld von 10000 Euro. Mit dem Ehrenamtspreis, der mit 2000 Euro dotiert ist, wurde Dietrich Kratsch ausgezeichnet: Der Tübinger leitet einen Verein, der albanischen Kindern zu besserem Sehen verhilft. Zur Preisverleihung kamen mehr als 160 Gäste in die oberen Säle des Museums. Die Festrede hielt der frühere baden-württembergische Ministerpräsident und jetzige EU-Kommissar Günther Oettinger (siehe Kasten).

„Tübingen erfüllt Europa mit Leben“ lautete das Motto der Preisverleihung in diesem Jahr. Dass Europa wichtig ist, da waren sich alle Laudatoren und Gastredner einig. Bei diesem Thema tue sich jedoch „nichts von alleine“, sagte Constanze Schemann-Grupp, Vorsitzende des Stiftungsrates, in ihrer Begrüßung. „Wir alle sind gefragt, aktiv zu werden und Europa mit Leben zu füllen.“ Darum sei sie glücklich, dass es in Tübingen „so viele engagierte Menschen gibt, die sich für Europa einsetzen“.

Alexander Schilin und Hjørdis Petersen etwa. Die beiden Studierenden gehören zu den „Lauten Europäern“, einer neunköpfigen Gruppe von Autoren, die sich in ihrem Internetblog mit konkreten europapolitischen Fragen auseinandersetzen und so antidemokratischen und populistischen Tendenzen entgegenwirken wollen. Sie zeigten sich „überrascht“ über die Auszeichnung – „weil wir noch so jung sind“, so Schilin.

Die Initiative hatte sich erst vor einem Jahr zusammengefunden, als Reaktion auf die Brexit-Abstimmung und die Wahl Donald Trumps. Zunächst organisierten die begeisterten Europäer die „Pulse of Europe“-Demonstrationen in Tübingen, nun konzentrieren sie sich auf ihren Blog. Das Preisgeld wollen sie in eine bessere technische Ausstattung investieren, etwa in Kameras für das Drehen von Videos.

Für das Deutsch-Französische Kulturinstitut nahmen Matthieu Osmont (Direktor) und Michael Lucke (Vorsitzender des Trägervereins) den Preis entgegen. Das Institut setze sich mit seinem Schulprogramm, seinen Ausstellungen und Theatervorführungen in vorbildlicher Weise für die deutsch-französische Freundschaft ein, lobte Laudator Hubert Wicker von der Bürgerstiftung.

Die Mathilde-Weber-Schule erhielt den Preis, weil sie für angehende Erzieherinnen und Erzieher eine Europa-Klasse anbietet, zu der auch ein fünfwöchiger Aufenthalt im europäischen Ausland gehört. In England, Frankreich, Finnland und Spanien etwa. „Großartig“ sei diese Auszeichnung, sagte Sonja Hofmann, eine der Lehrerinnen der Klasse. Das Preisgeld soll in Tablets investiert werden, mit denen die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen im Ausland festhalten können.

Den Ehrenamtspreis erhielt Dietrich Kratsch, der den Verein „Deutsch-Albanische Initiative Kinderaugen“ (DAIKA) gegründet hat. Drei- bis viermal pro Jahr fährt Kratsch mit seiner Frau und Spezialisten ins albanische Bergland, um dort Kinder mit Brillen zu versorgen. 6000 Kinder hat der Verein bereits untersucht 600 bekamen neue Brillen.

Über die Auszeichnung wolle er allen Freunden in Albanien via Facebook berichten, sagte Kratsch. „Die Botschaft ‚Tübingen erfüllt Europa mit Leben‘ wird bis nach Albanien strahlen. Die Menschen dort werden sie freudig aufnehmen.“

Günther Oettingers leidenschaftliche Europa-Rede

Seit sieben Jahren ist der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Günther Oettinger nun EU-Kommissar in unterschiedlichen Bereichen. Wie überzeugt er von Europa ist, das wurde bei seiner Festrede im Museum deutlich. Leidenschaftlich betonte er das „Gottesgeschenk“, dass Deutschland nach dem verschuldeten Zweiten Weltkrieg von seinen Nachbarn das Angebot zur Partnerschaft gemacht wurde. Europa sei heute als Friedensunion, Wertegemeinschaft, Binnenmarkt und Kontinent der Freizügigkeit von größter Bedeutung. Nur gemeinsam könnten die europäischen Nationen verhindern, „dass Europa das wird, was es geografisch immer war: der kleine Wurmfortsatz Asiens.“ Am Ende seiner launigen Rede schickte der frühere Tübinger Student noch einen Gruß an die Jamaika-Sondierer in Berlin: „Ich erwarte von Deutschland mehr Europa und nicht primär eine Debatte über Mütterrente, Abschaffung des Soli und ob wir 10 oder 15 Kohlekraftwerke abschalten sollen.“

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20.11.2017, 01:00 Uhr
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