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Im „Zoo“ gehen am Dienstag die Lichter aus

Tübingens ältester Club schließt mit einer Party

Der letzte Tanz steht an: Mit einer Party am Dienstagabend (28. August) schließt der Tübinger „Zoo“. Pächter Andreas Rauer zieht die Reißleine, wegen drohender GEMA-Gebühren und Schwierigkeiten mit dem Verpächter. Ein Nachfolger für den Club ist nicht in Sicht.

27.08.2012

Von Matthias Stelzer

Tübingen. Noch einmal wird am Dienstag im „Zoo“ alles aufgemischt, was die Musiksammlung des DJs hergibt. Mit einer „All mixed up“-Party und verbilligtem Bier verabschiedet sich der traditionsreiche Club im Tübinger Westen.

Bessere Zeiten im "Zentrum Zoo" bei der Weihnachtsparty 2007.

Was danach kommt, ist noch unklar. „Bislang gibt es definitiv keine Nachfolgelösung“, sagt Andreas Rauer. Und der vorerst letzte Pächter des „Zoo“ kann sich auch nicht vorstellen, dass sich ein neuer Clubbetreiber findet. „Energetisch ist das Gebäude ein Desaster“, sagt der gelernte Zimmermann und beklagt ein schwieriges Verhältnis zum Verpächter, wegen dessen mangelnder Investitionsbereitschaft in der Küche diesen Sommer auch kein Biergartenbetrieb möglich gewesen sei – „trotz völlig überzogener Pacht.“

Als Grund für seine Aufgabe will der 48-jährige Gastronom aber dennoch die anstehende Erhöhung der GEMA-Gebühren verstanden wissen. Mit allen bislang diskutierten Teuerungsraten komme der „Zoo“ zwangsläufig in Probleme. Außerdem hatte der 1981 eröffnete Club – wie so oft in seiner Geschichte – zuletzt wieder mit Anwohner-Beschwerden zu kämpfen. „Ein neu zugezogener Nachbar in der Westbahnhofstraße hat ständig Alarm gemacht“, sagt Rauer. Er habe Sperrzeit-Verlängerungen zu befürchten gehabt.

Seit 1981 spielte die Tübinger Musik immer auch im „Zoo“ in der Westbahnhofstraße. Jetzt schließt der Traditionsclub.

Tatsächlich wollte die Stadt in nächster Zeit Lärmmessungen beim „Zoo“ vornehmen. „Es hat dort wieder Probleme gegeben. Wir haben aber nicht gleich die ganz große Keule ausgepackt“, schildert die städtische Pressesprecherin Sabine Schmincke den letzten Verwaltungskontakt mit den „Zoo“- Betreibern. Und sie versichert: „Wir bedauern die Schließung.“

Noch deutlich emotionaler erlebt Andreas Rauer das Ende. Weil sein Club-Konzept eigentlich aufgegangen sei und solide dastehe, fällt es ihm besonders schwer, dem „Zoo“ ohne erkennbare Nachfolgelösung den Rücken zu kehren. „Für mich ist das unglaublich schmerzhaft. Ich habe mich schon als 16-Jähriger hier in den Ecken rumgedrückt.“

Der Verpächter hat mit der Vermarktung des „Zoo“ die Immobilien-Gesellschaft AGS beauftragt.

Lesen Sie dazu auch das Übrigens in der Dienstagsausgabe des Schwäbischen Tagblatts.

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Erstellt:
27. August 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
27. August 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. August 2012, 12:00 Uhr

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