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Rückbau in der Mühlstraße

Tübingen macht Nägel mit Köpfen – wieder raus

Noch ein Malheur in der Mühlstraße: Weil dem Regierungspräsidium der Nagelstreifen auf dem Radweg nicht sicher genug ist, wird nun ein „Rückbau des Fahrbahnrandes“ am oberen Ende der Straße nötig.

14.01.2010

Von Sepp Wais

Über 40 Markierungsnägel sollen den Radlern in der oberen Mühlstraße signalisieren, wie weit die Busse über den Randstein hinweg auf ihre Spur ausweichen dürfen. Das Regierungspräsidium findet die Abgrenzung eher verwirrend als hilfreich. Bild: Metz

Tübingen. Wie berichtet, wurden beim Umbau der Mühlstraße die Autospuren äußerst knapp bemessen, damit möglichst viel Platz für Radler und Fußgänger übrig bleibt. Nach den Ausbaurichtlinien des Bundes sollten Straßen mit Linienverkehr 6,50 Meter breit sein. In der Mühlstraße aber begnügte sich die Bauverwaltung mit sechs Metern – einer Mindestbreite, die eigentlich nur für verkehrsarme Straßen vorgesehen ist, in denen es selten vorkommt, dass sich mal zwei Busse begegnen.

Weil die TüBus-Verantwortlichen zweifelten, ob die Busfahrer damit zurechtkommen würden, lud die Stadt im November zur Probefahrt im kritischen Kurvenbereich am oberen Ende der Mühlstraße. Dabei zeigte sich laut Planungsamt: Erstens, dass „eine Beschränkung des Busverkehrs auf die eigentliche Fahrbahnfläche fahrtechnisch grundsätzlich möglich“ ist. Und zweitens, dass diese Beschränkung „jedoch deutliche Einschränkungen für den Ablauf des Busbetriebs hervorrufen würde“.

Weil es da für bauliche Änderungen bereits zu spät war, bekamen die Busse eine Sondergenehmigung zur Überfahrung des Radwegs. Um dies den Radlern zu signalisieren, wurde von deren Spur ein 40 bis 50 Zentimeter breiter Streifen mit Metallnägeln abgeknapst. Damit kamen alle Beteiligten ganz gut zurecht, trotzdem wird die Regelung nicht von Dauer sein. Aufgrund einer Dienstaufsichtsbeschwerde haben kürzlich RP-Fachleute die Nägel inspiziert – und dann bemängelt, dass diese Markierung eher für Verwirrung als für eine klare Aufteilung des Verkehrsraums sorgt. Deshalb müssen sich die Stadtplaner nun wohl oder übel etwas anderes einfallen lassen.

Die Rede ist von einem „Rückbau des Straßenrandes“ auf einer Länge von etwa zehn Metern am oberen Ende der Mühlstraße, der nun im Detail konzipiert und dann in den Sommerferien (unter Verkehr) angepackt werden soll. Auch wenn die neuerliche Nachbesserung weitere (noch nicht kalkulierte) Kosten verursacht – ganz unglücklich scheint man im Technischen Rathaus über die Intervention der Aufsichtsbehörde nicht zu sein. Es hat sich nämlich längst gezeigt, dass die von den Bussen überfahrenen Randsteine „bautechnisch nicht für eine solche regelmäßige Belastung ausgelegt“ sind.

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Erstellt:
14. Januar 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Januar 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2010, 12:00 Uhr

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