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Chocolart: Ein Rundgang und die Sicherheitsfrage

Die Chocolart ist eröffnet: Das Schokofestival zieht wieder Tausende in die Tübinger Innenstadt. Wie steht es bei dem Andrang um die Sicherheit? TAGBLATT-Online fragte bei Rainer Kaltenmark vom Tübinger Ordnungsamt nach, warum er auch ohne Betonpoller ganz entspannt ist.

© ST 03:16 min

Süßes Festival in den Altstadtgassen

Tübingen ist diese Woche wieder Schoko-Hauptstadt

Bis Sonntag finden Liebhaber des Kakaoprodukts auf der Chocolart eine bunte Schokoladen-Auswahl von süß bis scharf.

06.12.2017
  • Michael Frammelsberger

Kurz vor 13 Uhr dominierte gestern in der Neckargasse noch klar das Deftige: Belegte Brötchen, Bratwurst und Schupfnudeln waren die Hauptnahrungsmittel der Passanten. Kaum eine halbe Stunde später hatten die Mittagspausen-Esser ihren Hunger gestillt, und das Süße geriet im Straßenbild in den Mittelpunkt. Bei einer Auswahl von über hundert Chocolatiers aus elf Ländern gibt es für die Besucher des gestern Mittag eröffneten 12. Schokoladenfestivals Chocolart auch einiges zu sehen und zu probieren.

Süßes statt Strafzins

„Bis Sonntag ist Tübingen die Schokoladenhauptstadt“, sagte Jörg Romanowski vom Handel- und Gewerbeverein (HGV). Er betonte die besonderen Schwerpunkte des Festivals auf Fairtrade- und vegane Schokolade. Oberbürgermeister Boris Palmer forderte seine Zuhörer dazu auf, ihr Geld lieber in Schokolade zu investieren, statt auf der Bank Strafzinsen zu bezahlen. Außerdem sagte er, dass „Tübingen sich auch ohne Chocolart als Einkaufsstadt lohnt“. Der von Palmer als „Minister für Schokolade, Ernährung und ländlichen Raum“ angekündigte Peter Hauk (CDU) erklärte, dass er für Bäume und Kühe zuständig sei und daher Schokolade auch in sein Ressort falle. „Wichtig ist, dass am Ende was Gscheits bei raus kommt“, so Hauk. Die besten Leckereien würden nicht industriell gefertigt, sondern kämen von Handwerkern und mit Zutaten aus der Region.

Bei einem Rundgang über die Chocolart lässt sich die große Vielfalt des Kakao-Produkts entdecken. So gibt es klassische Schokoladentafeln, etwa von Ritter Sport, wie man sie aus dem Supermarkt kennt. Andere Stände bieten jegliche Art von Pralinen, verfeinert mit Nüssen oder Marzipan. Auch allerlei Schoko-Backwerk ist im Angebot, etwa Brownies, Kuchen, Torten oder Lebkuchen. Schokolade gibt es dabei auch nicht nur in verschiedenen Braun-Schattierungen, vor allem Pralinen sind in vielen bunten Farben verfügbar. Außerdem muss Schokolade nicht unbedingt nur süß sein: Viele Stände haben die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen im Angebot, sei es mit Pfeffer, Ingwer oder Chili.

Schokolade kann man beim Festival nicht nur essen, sondern auch trinken: zum Beispiel als Schokoladenmilch. Die wird von den entsprechenden Anbietern mit Biomilch aus dem Kreis Tübingen produziert und in der Keramik-Tasse serviert – eine Vorgabe des Marktveranstalters. Extra für dieses Jahr wurden 10 000 neue Tassen produziert. Außerdem gibt es auf der Chocolart auch eine Schoko-Bar: Die hat Bier, Likör und sogar Limonade aus der Kakaobohne im Angebot. Passend zur Jahreszeit können sich die Besucher auch mit Glühwein wärmen. Bei zwei Schokoladen-Werkstätten können Besucher ihre eigenen Sorten kreieren. Und an einem Stand gibt es sogar Malerei mit Kakao.

Betrieben werden die Marktstände von neuen und alten Chocolatiers. „Wir wollen immer einen gewissen Wechsel, um es spannend zu halten“, sagte Organisator Hans-Peter Schwarz. Etliche Stamm-Chocolatiers sind auf der Chocolart aber Pflicht: „Auf die freuen sich die Leute schon das ganze Jahr“, sagte Schwarz. „Wenn von denen mal einer nicht dabei ist, bekommen wir böse Anrufe.“ Viele Schoko-Produzenten kommen aus Italien – für sie gibt es auf der Chocolart eine eigene „Italienische Gasse“, nämlich die Hafengasse. Auch zwei Anbieter aus Litauen und einer aus Ungarn bieten in Tübingen ihre Ware an.

Den Festival-Schwerpunkt auf Fairtrade-Produkte gibt es bei der Chocolart schon länger. „Tübingen ist seit 2010 Fairtrade-Stadt, da muss das einfach sein“, betonte HGV-Chef Romanowski. Vegan ist in diesem Jahr neu als Thema. „Die Gäste haben das angefragt“, berichtete Schwarz. „Uns wurde dann erst richtig bewusst, wie viele vegane Sachen wir schon haben.“ Vor allem die dunklen Schokoladen-Sorten enthalten meist keine Milch, sie sind damit oft schon automatisch vegan. 24 Aussteller haben vegane Produkte im Sortiment, sie sind durch ein spezielles Symbol markiert. Erstmals arbeitet die Chocolart mit der Tierschutzorganisation Peta zusammen. Die veranstaltet am Samstag auch ein veganes Schokoladentasting.

Dunkle Schokolade gefragt

Über 5000 verschiedene Schoko-Kreationen gibt es auf der Chocolart, schätzt Organisator Schwarz. Das liegt vor allem an den vielen kleinen Handwerksbetrieben, die beim Festival vertreten sind. „Viele von ihnen tüfteln zwei oder drei Jahre, um das perfekte Sortiment für Tübingen dabeizuhaben“, weiß Schwarz. In den letzten Jahren habe sich beim Publikum ein starkes Bewusstsein für Qualität entwickelt. Der Trend gehe bei der Chocolart dabei eher zu dunkler Schokolade, sagt Schwarz. Das ist auch seine persönliche Lieblingssorte, gerne darf es auch etwas schärfer sein. „Früher mochte ich eigentlich Schokolade gar nicht besonders“, gab er schmunzelnd zu. „Aber hier habe ich gelernt, wie gut Schokolade sein kann.“

Nächstes Jahr geplant

„Das ist ein Gesamtkunstwerk“, sagte Chocolart-Organisator Hans-Peter Schwarz über die Planung für das Festival, an der er das ganze Jahr arbeitet. „Das Grobkonzept für nächstes Jahr steht schon“, so der Organisator. Das ist wichtig für die Chocolatiers, die ihren Aufenthalt in Tübingen vorplanen müssen. Auch die Reiseveranstalter wollen Gewissheit – dieses Jahr kommen über 200 Busse. Neben den Absprachen mit dem Ordnungsamt, der Organisation der Zelte für die Stände und dem Marketing braucht das Chocolart-Team während des Festivals jede Menge Manpower: So betreibt es zwei Spülstationen, bei denen die Keramiktassen für das Festival direkt wieder gewaschen werden.

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06.12.2017, 01:00 Uhr
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