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Krimi mit Exzellenz-Finale

Tübingen ist Elite-Uni und klarer Gewinner im Land

„Der Wettbewerb in dieser Runde war extrem hart“, sagte Rektor Bernd Engler. Umso größer war gestern die Erleichterung, dass die Universität es dieses Mal geschafft hat: Tübingen ist Elite-Universität. 110 Millionen Euro an Fördermitteln erhält die Universität in den kommenden fünf Jahren. Doch vor allem eröffnet der Titel der Elite-Uni viele weitere Möglichkeiten.

16.06.2012

Von Angelika Bachmann

Tübingen. Die Jury in Bonn machte es spannend. Um 15 Uhr sollte eigentlich die Entscheidung der Exzellenz-Initiative beim Uni-Fest vor der Neuen Aula bekannt gegeben werden. Doch zum vereinbarten Zeitpunkt kam erst einmal ein Fax aus Bonn ins Rektorat: Die Entscheidung verschiebe sich noch um eine halbe Stunde. Kurz darauf dann doch der erste Triumph-Schrei: „Wir ham?s!“ rief Vize-Rektor Heinz-Dieter Assmann von den Treppen der Neuen Aula zur Hauptbühne hinüber. „Tübingen ist Elite-Uni“ – so meldete es zumindest die Presseagentur dpa.

Eine weitere Viertelstunde später kam dann die offizielle Nachricht: Tübingen erhält den Status einer Elite-Universität – und damit in den kommenden fünf Jahren Fördergelder von rund 110 Millionen Euro.

Die Elite-Auszeichnung sei die Belohnung für die vehementen Reform-Bemühungen der Universität als Reaktion auf „das Erwachen vor fünf Jahren“, sagte Uni-Rektor Bernd Engler. Im damaligen Exzellenz-Wettbewerb hatte Tübingen im Vergleich zu den anderen Landes-Universitäten sehr schlecht abgeschnitten. „Seither hat sich die Universität neu aufgestellt.“ Was dabei erreicht wurde, wäre der Uni geblieben, auch wenn man das Elite-Prädikat nicht erhalten hätte. „Den Titel und die Millionen hat man vorerst nur für fünf Jahre.“ Danach müsse es ja auch weiter gehen.

„Es gibt jetzt viel zu tun“, sagte Engler in dem Bemühen, den Elan der Vorbereitungsphase gleich für die kommende Aufbauphase mitzunehmen. Die gesamte Universität – und nicht nur die ausgezeichneten Projekte – sollte von dem Elite-Status profitieren. Insbesondere stehe Tübingen dabei „für die Brückenbildung“ zwischen Geistes- und Lebenswissenschaften.

Die Universitäten hätten in den vergangenen fünf Jahren gemerkt, dass am Elite-Status „viel mehr Geld dran hängt“ als die reine Fördersumme, sagte der Vorsitzende des Uni-Rates, Wilhelm Rall. Auch deshalb sei der Wettbewerb in dieser Bewerbungsrunde „viel, viel tougher“ gewesen als noch vor fünf Jahren, so Engler. Zudem hänge die internationale Wahrnehmung der Universität immer mehr an der Elite-Auszeichnung

Der Jubel auf dem Platz vor der Neuen Aula paarte sich gestern mit einem erheblichen Maß an Erleichterung. Groß waren im Vorfeld die Befürchtungen gewesen, mit dem Antrag erneut zu scheitern, da die Landesuniversitäten Freiburg, Heidelberg, Konstanz und Karlsruhe bereits Elite waren. Aufgrund des Regionalproporzes waren viele Uni-Angehörige skeptisch. Nur wenige rechneten damit, dass gleich zwei baden-württembergische Universitäten ihren Elite-Status verlieren und sich damit die Tübinger Chancen erhöhen würden.

Oberbürgermeister Boris Palmer, mit Grippe zu Hause im Bett, hörte die Jubelschreie vom Geschwister-Scholl-Platz in der Doblerstraße. „Da wusste ich, Tübingen ist dabei“, sagte er. Für die Uni Tübingen sei die Auszeichnung besonders wichtig, da die Stadt im Vergleich mit anderen zu klein sei, um den Status durch ein attraktives Umfeld zu fördern. Die Stadt werde sich aber weiter anstrengen und mit der Uni „den Schulterschluss suchen“. Auch die regionale Wirtschaft freut sich mit der Uni: „Tübingen ist spitze. Ein großer Tag für die Region“, kommentierte IHK-Präsident Christian O. Erbe den Exzellenz-Erfolg.

Siehe auch das Statement von Rektor Bernd Engler von Campus TV.

Fünf Jahre lang haben Uni-Rektor Bernd Engler und viele Forscher an der Universität auf diesen Moment hingearbeitet: Engler verkündet vor der Neuen Aula, dass die Tübinger Uni das Elite-Prädikat erhalten hat. Bild: Sommer

Erfolgreich war Tübingen mit drei Anträgen:
Das Gesamtkonzept „Research – Relevance – Responsibility“ (Forschung – Relevanz – Verantwortung) wird mit einer Fördersumme von rund 62 Millionen Euro in fünf Jahren bedacht. Die darin beantragten Tübinger Projekte zielen darauf ab, verstärkt Themen mit gesellschaftspolitischer Relevanz aufzugreifen. Die Uni wolle sich Zukunftsthemen und aktueller Problemstellungen annehmen, sagte Rektor Engler.
Die Graduiertenschule zur Bildungsforschung und lebenslangem Lernen will sich mit Kernfragen der empirischen Bildungsforschung beschäftigen. Zum Beispiel: „Wie können die Schulleistungen im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften verbessert werden? Wie können soziale Unterschiede beim Bildungserfolg reduziert werden?“ Die Graduiertenschule erhält in fünf Jahren etwa 7 Millionen Euro.
Weiter gefördert wird das Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) mit rund 40 Millionen Euro. Zwei Drittel sollen in bereits bestehende Projekte fließen. Mit einem Drittel sollen neue Forschungsfelder aufgebaut werden.

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Erstellt:
16. Juni 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Juni 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2012, 12:00 Uhr

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