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Ehrenbürgerschaft für Ordensschwester

Tübingen honoriert die Lebensleistung der Kinderhaus-Pionierin Carlagnese Nanino

Tübingens neueste Ehrenbürgerin ist eine Ordensfrau. Kinderhaus-Gründerin Schwester Carlagnese selbst legt auf den Ehrentitel keinen Wert.

12.02.2013
  • RAIMUND WEIBLE

Tübingen Oberbürgermeister Boris Palmer musste seine ganze Überredungskunst bemühen, um Schwester Carlagnese Nanino dazu zu bewegen, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Tübingen überhaupt anzunehmen. Denn sie hält sich nicht für würdig, Ehrungen entgegenzunehmen. "Ich habe nur meine Pflicht getan. Und es ist meine heilige Pflicht, mich für die Menschen einzusetzen", beteuert die 80-jährige Angehörige des Ordens der Barmherzigen Schwestern von Verona. "Wenn es der Kirche dient, akzeptiere ich sie", sagte sie ganz nüchtern über ihre neue Ehrenbürgerwürde, die sie auf eine Ebene mit der Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard stellt. Die Chemikerin ist ebenfalls Ehrenbürgerin von Tübingen.

Der Gemeinderat verlieh Schwester Carlagnese die Ehrenbürgerschaft für ihre Verdienste in der Kinderarbeit. 1987 begründete sie in Tübingen das erste Kinderhaus. Sie legte Kindergarten, Kinderhort und Kinderheim des Ordens zusammen und bildete Gruppen mit Kindern unterschiedlichen Alters. Das war vor 26 Jahren aufregend neu. Ihre Arbeit fand große Resonanz in der Fachwelt.

Vor vier Jahren hat sich Schwester Carlagnese aus der Leitung des Kinderhauses zurückgezogen. Dennoch legt sie ihre Hände nicht in den Schoss. "Ich habe noch nicht gespürt, dass ich im Ruhestand bin", bekennt sie. Nach wie vor leitet sie die Tübinger Filiale der Barmherzigen Schwestern, ein Orden übrigens, den der 1975 selig gesprochene Carlo Steeb gegründet hat - ein gebürtiger Tübinger.

Schwester Carlagnese ist die Tochter eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter. Während ihres Aufenthalts in einem Dominikaner-Internat im italienischen Udine entschied sie sich, ihr Leben Gott zu schenken. So trat sie den Sorelle della Misericordia bei, wie der Orden auf italienisch heißt. Die Oberin schickte sie 1957 nach Tübingen, wo sie den Kindergarten leiten sollte - eigentlich nur sechs Monate lang. Aus diesen sechs Monaten sind aber inzwischen 55 Jahren geworden.

Sie wuchs in Tübingen nicht fest. "Wenn die Generalin mich ruft, packe ich meine Sachen und geh", versichert Schwester Carlagnese, "das ist eine Selbstverständlichkeit, das gehört dazu." Wenn man sie fragt, wo ihre Heimat ist, dann weiß sie nicht, was sie sagen soll. "Ich liebe Italien und Deutschland", sagt sie nach einigem Nachdenken, "am besten fühle ich mich, wenn ich über die Alpen fahre." In welcher Richtung, ist für sie gleichgültig.

Tübingen honoriert die Lebensleistung der Kinderhaus-Pionierin Carlagnese Nanino
"Ich habe nur meine Pflicht getan", sagt Schwester Carlagnese. Foto: Erich Sommer

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12.02.2013, 12:00 Uhr
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