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Stadtwerke-Tochter mit 38 Bussen

TüBus GmbH fährt über die Hälfte der Touren selber

Die Stadtwerke (SWT) haben eine neue Tochtergesellschaft: Vom Jahresende an wird die TüBus GmbH mit 38 Bussen und über 70 Fahrern mehr als die Hälfte aller Busfahrten im Stadtgebiet übernehmen.Die Beschäftigten soll nicht schlechter verdienen als zuvor.

06.10.2010
  • Volker Rekittke

Tübingen. Auch bei der neuesten Runde zum Thema Busverkehr tat sich der Gemeinderat am Montag schwer. Diesmal ging es um die Billigung des Gesellschaftsvertrages für die neu gegründete GmbH, eine hundertprozentige Stadtwerke-Tochter, sowie um die Erhöhung des Stammkapitals auf 500 000 Euro. Wie schon im Juni, als sich die Mehrheit der Räte zum Aufbau eines kommunalen TüBus-Betriebs durchgerungen hatte (siehe Kasten rechts), gab es auch diesmal wieder kritische Stimmen – vor allem aus dem bürgerlichen Lager.

„Der Eingriff in den Markt ist der falsche Weg“, klagte CDU-Fraktionsführer Ulrich Latus: „Hier werden zwei Tübinger Unternehmen kaputt gemacht.“ Zudem hätten die Stadtwerke noch keinen Wirtschaftsplan für die – mit Billigung des Rates – gegründete TüBus GmbH vorgelegt: „Das ist eine dubiose Geschichte, da machen wir nicht mit.“ Martin Sökler (SPD) hielt dagegen: „Das ist die zwingende Folge unseres Beschlusses vom Juni – es gibt inhaltlich nichts Neues.“

„Es geht nicht darum, irgend jemanden platt zu machen“, sagte der kaufmännische SWT-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke: „Wir haben uns um die neue Aufgabe nicht gerissen.“ Derzeit sind die Stadtwerke im Gespräch mit den Busfirmen Kocher und Schnaith, die das TüBus-Geschäft schon seit sieben Jahrzehnten unter sich aufteilen.

38 Fahrzeuge und 70 bis 80 Fahrer wird die neue TüBus GmbH wohl von den beiden Firmen übernehmen. Keiner der Mitarbeiter soll beim Gehalt oder Urlaub künftig schlechter gestellt sein, versprach Wiebecke. Derzeit würden noch Betriebshöfe für die 38 Busse gesucht. Die Stadtwerke „stehen mit Kocher und Schnaith in aussichtsreichen Gesprächen“, so Wiebecke. Für die Wartung der Fahrzeuge läuft aktuell eine Ausschreibung.

Bei der Gemeinderatssitzung wurde schließlich über den Antrag der Linken diskutiert, die mehr als 70 Busfahrer künftig nach dem Tarifvertrag für kommunale Nahverkehrsunternehmen zu bezahlen – und nicht nach dem privaten WBO-Tarif. Wiebecke sagte zu, beide Tarifwerke zu prüfen.

Am Ende stimmten AL/Grüne, SPD, Linke und WUT für, CDU und FDP gegen den TüBus-Gesellschaftsvertrag und die Kapitalerhöhung. Die UFW-Fraktion enthielt sich.

Eine EU-Verordnung führte zur Gründung der TüBus GmbH

Der Tübinger Busverkehr wird bislang komplett von privaten Unternehmen abgewickelt. Im Auftrag der Stadtwerke-Abteilung Stadtverkehr Tübingen (SVT) – mit acht Mitarbeitern seit den 1980er Jahren einzig fürs Verkehrsmanagement zuständig – fahren die Busfirmen Kocher und Schnaith auf den meisten Tübinger Routen. Das hätte so weitergehen können, wäre nicht die EU-Verordnung über „öffentliche Personenverkehrsdienste“ erlassen worden.

Stadtwerke und Verwaltung argumentieren: Um sicher zu stellen, dass der städtische Versorgungsbetrieb seine jährlichen TüBus-Verluste von zwei Millionen Euro weiterhin mit den Gewinnen aus dem Strom- und Gasgeschäft verrechnen und so rund 800 000 Euro Steuern sparen kann, sei es am besten, mindestens die Hälfte der Fahrleistungen im Stadtverkehr selber zu erbringen. Das soll mit der TüBus GmbH geschehen.

TüBus GmbH fährt über die Hälfte der Touren selber
38 Stadtverkehrs-Busse – hier auf der Neckarbrücke – werden vom Jahresende an von der neuen Stadtwerke-Tochter TüBus GmbH betrieben. Die knappe Hälfte der Touren bedienen weiter die Tübinger Firmen Kocher und Schnaith.Archivbild: Metz

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06.10.2010, 12:00 Uhr
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