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Tschiller auf der Leinwand: Spektakel mit Til Schweiger kommt ins Kino
Til Schweiger in „Tschiller: Off Duty“ - hier auf dem Roten Platz. Der Film spielt auch in Moskau. Foto: Warner Bros. Ent./dpa
„Richtig fiese Action“

Tschiller auf der Leinwand: Spektakel mit Til Schweiger kommt ins Kino

Als „Tatort“-Kommissar Nick Tschiller sorgt Til Schweiger für Top-Quoten. Nach vier Episoden folgt der Sprung auf die große Leinwand - ein Streifen, in dem sich der Hauptdarsteller blaue Flecken holte.

03.02.2016
  • DIETER OSSWALD

Herr Schweiger, der berühmte „Tatort“-Vorspann fehlt in Ihrem Kinofilm. Den mochten Sie schon bei Ihrem ersten Einsatz als Tschiller nicht besonders . . .

TIL SCHWEIGER: Es war nie mein Ziel, den „Tatort“-Vorspann abzuschaffen. Ich hatte damals auf eine hypothetische Frage, was man im „Tatort“ verändern könnte, spontan gesagt, dass ich den Vorspann mittlerweile etwas altbacken und überholt fände. Das wurde in den Medien zum großen Thema aufgeblasen - was es für mich allerdings überhaupt nicht darstellt.

Der Kino-“Tatort“ bietet reichlich Action, Stunts samt internationaler Schauplätze - begibt der LKA-Beamte Nick Tschiller sich auf die Spuren von James Bond?

SCHWEIGER: „Tschiller: Off Duty“ ist jedenfalls kein TV-“Tatort“, der vorher noch kurz mal so ins Kino kommt, sondern die Absicht war es, einen spektakulären Actionfilm made in Deutschland zu bieten, der sich international sehen lassen kann. Wenn Zuschauer den Vergleich zu Bond ziehen, nehmen wir das gern als Kompliment. Nur darf man dabei nicht vergessen, dass Regisseur Christian Alvart diesen Film für acht Millionen Euro gedreht hat - und „007“ steht ein Budget von 300 Millionen zur Verfügung.

Wie viele blaue Flecken haben Sie sich im Einsatz geholt?

SCHWEIGER: Die richtig fiesen Actioneinlagen übernehmen natürlich die Stunt-Männer im Team. Aber blaue Flecken habe ich mir dennoch noch und nöcher geholt - das lässt sich bei einem solchen Projekt gar nicht vermeiden.

Zum Markenzeichen des Tschiller- „Tatorts“ gehört dessen Partner Yalcin Gümer alias Fahri Yardim, der den komischen Sidekick gibt. Bedarf es der privaten Freundschaft, dass die Buddy-Chemie funktioniert?

SCHWEIGER: Das ginge sicher auch ohne Freundschaft, aber wenn man sich privat sehr gut versteht, funktioniert das noch besser. Die besondere Qualität von Fahri liegt darin, dass er lustig und skurril sein kann und zugleich als harter Typ glaubwürdig ist. Diese Mischung können nicht viele Schauspieler bieten.

Lassen Sie sich von Fahri willig die Show stehlen?

SCHWEIGER: Fahri tritt sicher nicht an, um mir die Show zu stehlen. Wir spielen zwei ganz unterschiedliche Typen, die genau dadurch so gut funktionieren, weil sie sich ergänzen. Anderen Kollegen Platz zu lassen, gehört sicher nicht nur für mich zu einer Selbstverständlichkeit.

Ist der Ausflug ins Action-Genre eine Erholung nach einem ambitionierten Film wie „Honig im Kopf“, bei dem man ständig den richtigen Ton treffen muss?

SCHWEIGER: Auf den richtigen Ton muss man bei jedem Film achten, auch im Action-Genre. Allerdings sind Filme, bei denen ich nicht zugleich auch Regie führe und produziere, fast immer wie Erholung für mich. Man begibt sich in die Hände eines Regisseurs, dem man vertraut. Dann muss man nur noch fit zur Arbeit erscheinen, seinen Text beherrschen und die Rolle glaubhaft spielen.

Ist man nicht versucht, sich mit Regie-Ratschlägen einzumischen?

SCHWEIGER: Klar hat man manchmal Ideen, die man dem Regisseur unterbreitet. Die findet er bisweilen gut, aber genauso passiert es, dass er Vorschläge ablehnt - und das muss man dann akzeptieren, weil es eben nicht der eigene Film ist, sondern die Vision des Regisseurs.

Wie groß ist Ihr kreativer Einfluss auf die „Tatort“-Geschichten?

SCHWEIGER: Prinzipiell beschränkt sich mein Einfluss darauf, dass ich Christian Alvart als Regisseur haben wollte sowie Fahri Yardim und Tim Wilde als meine Kollegen. Natürlich mache ich Vorschläge zum jeweiligen Drehbuch, aber ich bin hier nicht der Autor.

Wie geht es mit Nick Tschiller künftig weiter?

SCHWEIGER: Ich habe vor längerer Zeit für vier weitere „Tatort“-Folgen unterschrieben. Mit welchen Geschichten und Figuren das weitergehen wird, ist allerdings noch nicht entschieden.

Sie hatten vor einigen Wochen einen Unterhaltungsfilm zum Thema Flüchtlinge angekündigt, wie steht es um dieses Projekt?

SCHWEIGER: Wir haben ein Drehbuch in der Entwicklung, dessen erste Fassung demnächst fertig sein wird. Erst auf dieser Basis sehen wir weiter, wie und ob das funktionieren wird. Man kann sich nicht hinsetzen und sagen: Jetzt machen wir einen Film über Alzheimer oder über Flüchtlinge - so einfach läuft das nicht. Ein gutes Drehbuch ist das Schwierigste, was es im Filmgeschäft gibt.

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03.02.2016, 08:30 Uhr
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