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Mit 16 Jahren aus Kallstadt vor dem Wehrdienst in die USA geflüchtet

Trumps Großvater, Bordellchef aus der Pfalz

Friedrich Trump aus der Pfalz war der Opa des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Er wurde in den USA reich – mit Hotels und Puffs.

09.08.2016
  • EPD

Kallstadt. Der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump sollte etwas vorsichtiger sein, wenn er gegen Immigranten aus Mexiko und aus islamischen Ländern wettert, rät der Kaiserslauterer Historiker Roland Paul. „Er scheint vergessen zu haben, dass sein eigener Großvater ein Einwanderer aus der Pfalz war, der seine Heimat sogar illegal verlassen hat.“

Friedrich Trump (1869–1918) aus Kallstadt an der Weinstraße habe in den Vereinigten Staaten sein Geld „mit Restaurants, Freudenhäusern und Immobilien“ gemacht, sagt Roland Paul. Er ist ein Experte für die deutsch-amerikanische Auswanderungsgeschichte und ehemals Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern.

Paul hat in alten Akten gestöbert und nachgezeichnet, wie die Trump-Familie in der Neuen Welt zu Reichtum und politischem Einfluss kam. Sein Fazit: Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat und Immobilenmiliardär Donald Trump, der gerne als Wortführer des einfachen Mannes auftritt, setzte sich ins gemachte Nest.

Weil er nach einer Friseurlehre keinen Job fand, war Trumps Großvater Friedrich 1885 aus der zum Königreich Bayern gehörenden Pfalz nach Amerika ausgewandert – ohne sich daheim ordnungsgemäß abzumelden. Der 16-jährige Wehrpflichtige hätte wohl keine Auswanderungserlaubnis erhalten, sagt Paul. In New York jobbte Trump in einem Friseurgeschäft, schließlich suchte er sein Glück im Westen.

In Seattle im US-Bundesstaat Washington betrieb Trump ein Restaurant. 1892 wurde er eingebürgert und änderte seinen Vornamen in Frederick. In der Gold- und Silberminenstadt Monte Cristo führte er ein Hotel – und ein Bordell. Dort engagierte sich Trump für den Kandidaten der Demokraten im US-Präsidentschaftswahlkampf und wurde mit 27 Jahren selbst zum „Friedensrichter“ gewählt. Gepackt vom Goldrausch folgte der Glücksritter 1898 den „Miners“ nach Norden.

Am Lake Bennett in der kanadischen Provinz British Columbia eröffnete er ein Restaurant und ein Hotel mit zweifelhaftem Ruf. Das Haus warb nicht nur mit einer guten Küche, berichtet Paul, sondern auch mit seinen „private boxes for ladies“.

Während eines Besuchs seiner alten Heimat lernte Friedrich seine spätere Frau Elisabeth kennen. 1902 heiratete das Paar in Ludwigshafen. Sie zogen nach New York, doch Elisabeth litt an Heimweh. Trump reiste mit seiner Familie und 80 000 Mark im Gepäck zurück nach Kallstadt, wo er 1904 einen Antrag auf Wiedereinbürgerung stellte. Doch die Behörden dort schoben ihn in die USA ab. Begründung: Er habe sich davongeschlichen und um den Militärdienst gedrückt.

1905 kehrte die Familie nach New York zurück. Trump wurde Geschäftsführer eines Hotels und arbeitete als Immobilienunternehmer. Am 30. Mai 1918 starb er an der Spanischen Grippe.

Sein Sohn Fred C. („Freddy“) stieg in den 1920er Jahren in das väterliche Immobiliengeschäft ein. Er profitierte von dem von Präsident Franklin D. Roosevelt gestarteten sozialen Wohnungsbauprogramm, baute Mietskasernen und Wohnsiedlungen. Freddy leugnete seine deutsche Herkunft und behauptete, seine Familie komme aus Schweden.

Aus der Ehe Freddys mit der Schottin Mary Ann MacLeod (1912–2000) gingen fünf Kinder hervor – darunter der heute 70-jährige Donald Trump. Als der Bauunternehmer Fred C. Trump 1999 in New York starb, habe er ein Vermögen von 250 bis 300 Millionen Dollar hinterlassen, sagt Historiker Paul. Sein Sohn Donald war da schon längst in seine Fußstapfen getreten.

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09.08.2016, 06:00 Uhr
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