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Wieder wankt der Trainer

Trotz VfB-Treueschwur hilft Alexander Zorniger nur ein Heimsieg weiter

Präsident und Sportdirektor haben sich in der emotionsgeladenen Mitgliederversammlung demonstrativ hinter VfB-Trainer Alexander Zorniger gestellt. Bei einer Pleite gegen Ingolstadt wird es für ihn dennoch eng.

17.10.2015
  • WOLFGANG SCHEERER

Stuttgart Alexander Zorniger besitzt beim VfB einen Vertrag bis Sommer 2018. Es ist sein erster für eine Cheftrainer-Rolle in der Fußball-Bundesliga. Was auf große sportliche Perspektive angelegt war, lässt der Zeitraffer der sportlichen Realität inzwischen bedenklich schrumpfen. Zorniger ist Coach Nummer sechs innerhalb von nur zwei Jahren bei den Trainer verzehrenden Stuttgartern. Und auch er ist schneller ins Wanken geraten, als allen Beteiligten lieb ist.

Sollte den die "Roten" morgen (17.30 Uhr) gegen Aufsteiger FC Ingolstadt das fünfte Heimspiel der Saison verlieren, wird es spannend. Beginnt dann wieder eine intensive Trainersuche hinter den Kulissen, um mit einem Plan B gerüstet zu sein? Oder ist der Verein irgendwann zum Statement gezwungen, mit Alex Zorniger zur Not auch in die zweite Liga zu gehen. Einen solchen Offenbarungseid hat es beim VfB Stuttgart zuvor nie gegeben. Wenn es brisant wurde im Abstiegskampf, dann wurde der Trainer gewechselt. Zur Not sogar zweimal - wie in der Spielzeit 2013/2014: Bruno Labbadia begann, der glücklose Thomas Schneider übernahm, und Huub Stevens rettete.

Zorniger, 47, startete mit guten Ansätzen und weckte Erwartungen. Doch bald zeigte sich: Für Tempospiel und Hurra-Stil ist die Mannschaft nicht konstant genug im Torabschluss. Schwachpunkt bleibt auch die Defensive. "Die ganze Mannschaft hat da Nachholbedarf", urteilt der Trainer. Mit dem Bundesliga-Fehlstart und seinem teilweise harschen Auftreten gegenüber den Spielern macht Zorniger sich diese Arbeit nicht einfacher. Was auch dazu führte, dass sowohl Präsident Bernd Wahler als auch Sportdirektor Robin Dutt bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag klar Position für ihren Trainer ergreifen mussten.

"Er zeigt Kante. Dabei hat er auch ein paar Mal überzogen. Wir haben das intern besprochen. Alles andere müssen jetzt Trainer und Mannschaft auf dem Platz regeln", sagte Wahler. "Wir erwarten vom Trainer, dass er mit seiner Mentalität, mit seiner Emotionalität das letzte aus der Mannschaft rauskitzelt."

Mit nur vier (Auswärts-)Punkten in acht Partien ist der VfB allerdings klar hinter allen Ambitionen geblieben - und in der Tabelle hinter allen anderen an letzter Stelle. Dennoch behauptet Dutt, das Duell morgen sei "kein Schicksalsspiel" für Zorniger. Sein Credo: "Der Trainer ist nicht das Problem, sondern die Lösung. "Ich stehe hinter ihm und seinem Weg. Ich bin überzeugt, dass er uns da wieder raus bringt." Dafür gibt es laut Dutt auch kein zeitliches Limit. "Ich lasse mich da in kein Fenster pressen", sagt er und versichert mit Blick aufs erste Stuttgarter Bundesliga-Spiel gegen Ingolstadt: "Am Sonntag passiert nichts."

Was passiert, liegt umso mehr bei der Mannschaft, die nicht nur sportlich schwächelt. Neben dem gestern operierten Torjäger Daniel Ginczek (Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich) fehlen nun erneut auch Kapitän Christian Gentner (Achillessehnenprobleme) und Flügelstürmer Filip Kostic (Muskelfaserriss im Oberschenkel).

Mit einem Auftritt "an die Leistungsgrenze" soll Zornigers Elf morgen für einen Befreiungsschlag sorgen. "Wir sind grundsätzlich auf dem richtigen Weg und müssen diesen Weg betonieren mit Punkten", sagt er. An der Spielweise will er nichts ändern: Gegner unter Druck setzen, Chancen erarbeiten, rennen, rennen, rennen. Wenn's trotzdem weiter nicht läuft, hat auch der Trainer bald ein echtes Problem.

Trotz VfB-Treueschwur hilft Alexander Zorniger nur ein Heimsieg weiter
Taktik-Erklärung: Alexander Zorniger diese Woche im VfB-Training, Spielmacher Daniel Didavi im Vordergrund ist ganz Ohr. Foto: Eibner

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17.10.2015, 12:00 Uhr
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