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Tritt sie nochmal an?
Angela Merkel lässt sich nicht in die Karten schauen. Foto: dpa
Rätselraten um erneute Kanzlerkandidatur Angela Merkels

Tritt sie nochmal an?

Angela Merkel macht ein großes Geheimnis um die Frage, ob sie im Herbst 2017 noch einmal als Kanzlerin kandidieren will. Warum eigentlich?

29.08.2016
  • DPA

Berlin. Es ist eine der spannendsten Fragen im politischen Betrieb: Tritt Angela Merkel im Herbst 2017 noch einmal an, um im Kanzleramt zu bleiben? Falls ja, dürfte die Union erneut stärkste Kraft im Bund werden – Flüchtlingsfrust über die Kanzlerin hin, AfD-Erfolge her. Fast noch spannender ist aber eine andere Frage: Schaffen es Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer, sich bis dahin zusammenzuraufen?

Am Wochenende meldete der „Spiegel“ unter Berufung auf CDU-Kreise, Merkel verschiebe wegen Seehofer die Verkündung ihrer dann vierten Kanzlerkandidatur voraussichtlich bis zum Frühjahr. In der CDU verorteten manche den Chef der kleinen Schwesterpartei CSU umgehend als mögliche eigentliche Quelle dieser Nachrichten.

Ob das stimmt, ist offen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber machte einen Hinweis auf das politische Sommerloch. Motto: viel Wind, wenig Inhalt. Doch in Zeiten des Flüchtlingsstreits zwischen Merkel und Seehofer dreht sich in den Schwesterparteien viel um Deutungshoheit und politische Psychologie. Wer Fehler zugibt, gilt als schwach. Und Schwächlinge werden nicht gewählt, glauben viele in Berlin.

In Regierungs- und Parteikreisen werden die „Spiegel“-Deutungen als „frei erfunden“ bezeichnet. Frühestens werde Merkel sich auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Essen erklären, sagen unabhängig voneinander mehrere Partei- und Regierungsinsider. Frühestens. Eigentlich sei der richtige Zeitpunkt ein halbes oder ein dreiviertel Jahr vor dem Wahltermin.

Doch selbst wenn Merkel sich in Essen wiederwählen lässt, bedeute das nicht zwangsläufig, dass sie als Kanzlerkandidatin antrete, glauben manche, die sie schon lange begleiten. Zwar werde die Erwartungshaltung dann wachsen, dass Merkel sich auch um eine erneute Kanzlerschaft bewirbt. Doch eine zwingende Kopplung zwischen beiden Kandidaturen – Parteivorsitz und Kanzleramt – gebe es nicht.

Für eine erneute Kandidatur spricht einiges: Selbst Kritiker sehen trotz ihrer geschrumpften Beliebtheitswerte wegen der Flüchtlingspolitik keinen geeigneten Gegenkandidaten. Je später sie einen Verzicht erkläre, desto schwerer werde es, einen Nachfolger aufzubauen. Es drohe ein Absturz – das will niemand in der CDU, Merkel natürlich auch nicht. Hinzu kommt: Noch ist die Merkel zugeschriebene Flüchtlingskrise nicht bewältigt. Die EU wackelt – auch wegen der Uneinigkeit als Konsequenz aus Merkels Haltung in der Flüchtlingspolitik. Die Kanzlerin könne kaum von Bord gehen und einen Berg ungelöster Probleme hinterlassen, glauben sie in ihrer Partei.

Merkel habe selbst im engeren Umkreis noch nicht angedeutet, wie sie entscheide, heißt es in Unionskreisen. Es gebe aber keine Anzeichen, dass sie nicht erneut antrete. Die Kanzlerin fuhrwerke ja derzeit geradezu in der Weltpolitik herum, sagt einer. Gerade ihre jüngsten Reisen durch Europa mit quasi pausenlosen Bemühungen zur Zukunft der EU nach einem möglichen Brexit zeigten doch, dass es keine Anzeichen von Resignation bei ihr gebe.

Merkel selbst hält sich mit Äußerungen zu ihrer Zukunft konsequent zurück. Sie werde sich „zum geeigneten Zeitpunkt“ dazu äußern, ist ihre Standardformel. An der dürfte sie vorerst wohl auch festhalten.

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29.08.2016, 06:00 Uhr
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