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Falsche "Wasserwerker"

Trickdiebstahl: 29-Jähriger in Mannheim vor Gericht

Ein 29-Jähriger steht in Mannheim wegen bandenmäßigen Betrugs vor Gericht. Er soll mit Komplizen alte Menschen bestohlen haben. Die Trickdiebe gaukelten den Opfern vor, sie kämen von den Wasserwerken.

17.10.2015
  • ULRICH WILLENBERG

Mannheim Es ist ein dreistes Verbrechen: Die Täter geben sich bei Senioren als "Wasserwerker" aus und durchsuchen dann in die Wohnung nach Wertsachen. In Mannheim wurde eine 87-Jährige das Opfer dieser üblen Masche. Der Frau wurde Schmuck im Wert von 25 000 Euro gestohlen. Seit gestern muss sich einer der mutmaßlichen Täter vor dem Mannheimer Landgericht verantworten. Obwohl der 29-Jährige noch nie in seinem Leben gearbeitet hat, besaß er offenbar ein Mercedes 500 Cabriolet. Er soll Mitglied einer Bande sein, welche "die Gebrechlichkeit und Leichtgläubigkeit alter Menschen ausnutzte", sagte die Staatsanwältin.

Zur Bande sollen auch Familienmitglieder gehören. Darunter ein Bruder des Angeklagten, der auf der Flucht ist. Der 25-Jährige soll im März 2014 bei der alten Dame geläutet und sich als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgegeben haben. Er müsse das Wasser überprüfen. Die arglose Frau ließ ihn in die Wohnung. Während der erste Täter sie ablenkte, habe der Angeklagte und ein Mittäter die Wohnung durchsucht. Der erbeutete Schmuck ist wahrscheinlich weiterverkauft worden. Im Dezember wurde ein Rentnerehepaar um 350 Euro bestohlen.

Zum Repertoire der Bande gehörte laut Anklage auch der "Kriminalpolizeitrick". Darauf ist in Schwetzingen ein Fahrlehrer hereingefallen. Der hatte im Oktober 2013 zwei Männern Geldscheine gewechselt. Mit dabei soll der Angeklagte gewesen sein. Kurz darauf erhielt der Fahrlehrer den Anruf eines vermeintlichen Polizisten. Der behauptete, der Fahrlehrer habe Falschgeld herausgegeben. Die Kripo müsse daher den Inhalt des Tresors überprüfen. Das Opfer händigte rund 3000 Euro sowie 500 Dollar aus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen bandenmäßigen Betrug, Diebstahl, Erpressung und Amtsanmaßung vor.

Der Mann, der die Sonderschule besuchte, kann kaum lesen und schreiben. Die Familie habe seinen Mandanten "traditionell nicht gefördert", sagte sein Verteidiger. Auf die Frage des Richters nach dem Beruf sagte der Angeklagte: "Arbeit habe ich noch keine gehabt." Seine Familie habe stets von staatlicher Unterstützung gelebt. Seit Jahresbeginn sitzt er in U-Haft, wo er als "Schänzer" arbeitet, also Mitgefangenen das Essen bringt. Zur "vollsten Zufriedenheit", wie es in einer Stellungnahme der JVA Karlsruhe heißt.

Trickdiebstahl: 29-Jähriger in Mannheim vor Gericht
Klingelschilder am Eingang eines Mehrfamilienhauses: Mit dem Vorwand, von den Wasserwerken zu kommen, dringen Trickdiebe in Wohnungen ein. Foto: dpa

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17.10.2015, 12:00 Uhr
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