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Tretters Dilettanz auf dem Vulkan
MathiasTretter: zwischen Fränkisch und Sächsisch. Foto: Klein
Kabarett

Tretters Dilettanz auf dem Vulkan

Sprachkünstler nimmt sein Publikum im Renitenz mit auf einen furiosen Ritt durch die Welt der Amateure.

25.09.2017
  • BARBARA WOLLNY

Stuttgart. Es beginnt scheinbar harmlos. Der Mann auf der Bühne – klassisch in Anzug und weißem Hemd, nur der mit Lippenstift grellrot ausgemalte Mund irritiert – ist damit beschäftigt, sein Outing anzukündigen. Dass sich das dann nur auf gekränkte männliche Eitelkeit bezieht, weil er jetzt auch zur Altersklasse der Brillenträger zählt, könnte die Zuschauer im voll besetzten Stuttgarter Renitenztheater leicht auf die falsche Spur führen.

Das war es dann aber schon mit kosmetischen Themen. Danach nimmt einen der „Vollzeit-Kabarettist“ mit auf eine rasante Tour durch von der IT und Genderpolitik geprägten Nonsense-Sprachphänomene, die Bedrohungen des digitalen Überwachungsstaats, die kaum einer wahrzunehmen scheint, über Politamateure, die den Ton angeben.

Und da Politik heute jeder zu können scheint – siehe Trump –, und auch keine Partei mehr benötigt wird – siehe Macron –, geht es im sechsten Soloprogramm von Tretter vor allem um POP – die Partei ohne Partei.

Der gebürtige Franke, vor einigen Jahren nach Leipzig umgezogen, wechselt in den fiktiven Dialogen mit Freund Fred Ansgar, der die klassische Rolle des Narrs übernimmt, gekonnt zwischen Fränkisch und Sächsisch hin und her – am liebsten im Chat beim Windowing. In der analogen Welt ist das nichts anderes als mit Doppelripp, Dosenbier und Daunenkissen aus dem Fenster zu hängen und dabei die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien durchzunudeln. Fred Ansgar ist nach 38 Jahren Philosophiestudium stolzer Leiter einer Putzkolonne und will der Gesellschaft mit „POP“ jetzt auch etwas zurückgeben.

Dass es zum Ende des Programms tatsächlich zur erfolgreichen Gründung von POP kommt und deren Inhalte sich erschreckenderweise kaum von der real existierender Parteien abheben, ist der logische und furiose Abschluss eines atemlosen Zwei-Stunden Ritts durch Tretters „Welt der Amateure“ – eines Jahrzehnts nicht des Tanzes, sondern der Dilettanz auf dem Vulkan. Politkabarett ohne Predigtduktus, weit mehr als nur unterhaltend. Barbara Wollny

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25.09.2017, 06:00 Uhr
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