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Trinken bis der Arzt kommt

Trend zur Alkoholvergiftung bei Jugendlichen ungebrochen

26 000 Kinder und Jugendliche landeten 2010 mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Bei den Jüngeren geht die Zahl zurück, bei den Älteren steigt sie.

14.12.2011
  • SWP

Frankfurt Wenn Petra Knauer im Frankfurter Bürgerhospital ihren Dienst antritt, schaut sie als erstes nach den Kindern auf der Intensivstation. Sie hängen an Schläuchen und Kabeln, bekommen Flüssigkeit per Infusion, Kreislauf und Atmung müssen überwacht werden, denn es besteht akute Lebensgefahr. Als Oberärztin der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen am Frankfurter Bürgerhospital betreut die Psychiaterin jene Klientel, die als "Koma-Säufer" bezeichnet werden.

Im vergangenen Jahr wurden knapp 26 000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren wegen einer akuten Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus behandelt. Bei den Älteren ist der Negativtrend ungebrochen: Bei den 15- bis 20-Jährigen zeigt die Kurve der Statistiker weiter nach oben. 2010 gab es in dieser Altersgruppe 2,9 Prozent mehr Krankenhausaufenthalte nach Saufgelagen als 2009. Immerhin: Bei Kindern gibt es erste Erfolge: 2010 kamen 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr vor dem 15. Geburtstag wegen akuten Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus.

"Seit Jahren sind wir bei Alkoholvergiftungen auf einem völlig indiskutablen Niveau", schimpft Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm. Die Jugendlichen sind aus seiner Sicht mehr Opfer denn Täter: "Für alles, was bei Kindern und Jugendlichen mit Alkohol zu tun hat, sind ausschließlich Erwachsene verantwortlich", sagt Gaßmann. Er fordert eine Einschränkung von Alkoholwerbung, höhere Preise für Spirituosen und strengere Kontrollen beim Verkauf.

Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist widersprüchlich: Immer weniger von ihnen trinken - aber wenn, dann exzessiv. Das belegt eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter 12- bis 17-Jährigen: "Während 2004 noch etwa jeder Fünfte (21,2 Prozent) dieser Altersgruppe angab, mindestens einmal in der Woche Alkohol zu trinken, lag dieser Anteil 2010 bei 12,9 Prozent", heißt es im jüngsten Bericht der Drogenbeauftragten. Andererseits "praktizierte im vergangenen Jahr jeder Fünfte 12- bis 17-Jährige mindestens einmal im Monat Rauschtrinken, bei den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder Zweite". dpa

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14.12.2011, 12:00 Uhr
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