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Treibstoff Freundschaft

Eine Männerfreundschaft, Leidenschaft für schwäbischen Whisky, Liebe zu heimischen Streuobstwiesen und die überraschende Erkenntnis, aus einer alten Brenner-Familie abzustammen: Stoff für gute Geschichten und Keimzelle für eine alte Idee in frechem Outfit: der „Schwarzstoff Liquid Family“.

16.03.2018
  • TEXT: Ghita Kramer-Höfer|FOTOs: Daniel Schneider, PrivatIllustrationen: Sina Fensel

Sie heißen „Bro‘s High“, „Bro‘s Gun“, „Uncle Buddy“, „Uncle Jerry“, „Uncle Willy“ und „Sis‘ Mercy“. Gemeinsam mit „Most bottled“ erobern sie seit vergangenem Dezember die Tübinger Szenekneipen in coolem Outfit und mit hochprozentigem Inhalt.

Der Ursprung der frechen, bunten Flaschenfamilie geht zu Herzen: Der Tübinger Einzelhändler und Marketingagenturchef Hans-Peter Schwarz verlor seinen besten Freund. Der Wunsch, ihm nah zu bleiben, vereinte Schwarzs lang gehegten Traum, Schnaps zu brennen, mit der Leidenschaft seines Freundes: Whisky. Die Symbiose: Selbst gebrannter Whisky aus regional angebauter Gerste. Zum ersten Fass gesellte sich im Folgejahr ein zweites, jeweils gebrannt und gelagert bei Immanuel Gruel, Enkel des Schwäbischen-Whisky-Pioniers Christian Gruel und Schwarzs Freund aus Owen. Beim Stand von fünf Fässern Whisky bester Qualität meldete sich die kaufmännische Seele von Hans-Peter Schwarz zu Wort: „Was so gut ist, muss unter die Leute gebracht werden.“ Und zwar richtig: Flasche, Etikett, Korken und das gesamte Marketing sollten seinem verstorbenen Freund – und dem guten Whisky – würdig sein. Für eine einzige Sorte Alkohol hätte sich dieser Aufwand nicht gelohnt. Bei Owen aufgewachsen inmitten gepflegter Streuobstwiesen, erinnerte sich Hans-Peter Schwarz seiner zweiten Leidenschaft, der für Streuobstwiesen. Also Obstbrände. Das Brennrecht hatte er, Gruel die entsprechenden Obstbäume. Und Schwarzs Agentur die zündende Idee zur „Liquid Family“. „Ursprünglich sollte der Whisky ‚Schwarzer Jack‘ heißen“, bedauert Schwarz ein wenig. Jack nach seinem Freund Jacky und Schwarz – klar. „So schön der Name auch gewesen wäre, eine ‚Liquid Family‘ mit Namensähnlichkeiten der einzelnen Sorten hätten wir so nicht hinbekommen.“

So wurde der Whisky-Name ‚Bro‘s High‘ geboren, dem höchsten unter den Brüdern, seinem Freund, gewidmet. Mit „Uncle Buddy“ gesellte sich der Obstler dazu, „Uncle Jerry“ spricht für sich wie auch „Uncle Willy“. „Sis‘ Mercy“ bedient den Wunsch nach Süßem: Kirschlikör, verfeinert mit Kirschbrand. Und da sich Gin als Trendgetränk seit Jahren behauptet, tüftelte Schwarz, bis „Bro‘s Gun“ nicht mehr zu toppen war. „Die junge Generation hat Hochprozentiges wieder für sich entdeckt, besonders in Mixgetränken“, weiß Schwarz. Und so wagte er eben den Schritt, der uralten Idee knallige Kleider zu verpassen.

Ob auf Facebook, bei Instagram, auf Promotiontour, bei der Foto-Session auf dem Marktplatz oder auf Messen: Die edlen Flaschen mit coolem Etikett kommen gut an. „Und nicht nur bei den Jungen“, freut sich der Vater der „Liquid Family“.

Jede Sorte hat ihr eigens designtes Etikett mit Guckkasten-Erlebnis: Eine sehr coole Illustration strahlt im Inneren der Flasche in leuchtendem Gelb, Grün, Blau, Pink oder Rot. Das Farbspiel des hochprozentigen Inhalts: Augentäuschung. „In Schwarzstoff sind ausschließlich regionale, pure Zutaten, keinerlei Chemie“, bestätigt Schwarz.

Da man aus Streuobst noch viel mehr machen kann als Schnaps, erweiterte Hans-Peter Schwarz die Liquid Family um zwei weitere Familienmitglieder in den Sorten Apfel und Johannisbeere: „Cider“ klingt zeitgemäßer als Most, schmeckt aber mindestens so gut.

Seit Dezember ist „Schwarzstoff“ auf dem Markt. Etliche Tübinger Szenekneipen, Cocktailbars und Restaurants haben die coolen Flaschen mit dem hochprozentigen Inhalt sowie den „Most bottled“ umgehend ins Sortiment genommen und täglich werden es mehr. Die Geschichten, die „#herrschwarz“ im Netz unter „#treibstoff“, „#kraftstoff“ und „#brennstoff“ über die „#liquidfamily“ erzählt, sind zeitgemäß und ehrlich. Erste Anfragen kamen bereits aus Hamburg und Berlin. „Sollte die Nachfrage weiter so steigen, müssen wir uns Gedanken machen, wie wir ein Vertriebsnetz organisieren“, überlegt Schwarz. Genügend Nachschub hat er jedenfalls eingeplant.

Dass seine Leidenschaft fürs Brennen in seinen Genen verankert ist, weiß Hans-Peter Schwarz erst, seit er im vergangenen Jahr einem alten Familienfoto auf die Spur kam: Sein Ur-ur-urgroßvater betrieb in den 1830er-Jahren eine Brennerei in Owen, keine 200 Meter von dem Ort entfernt, an dem er heute mit Immanuel Gruel den „Schwarzstoff“ brennt. „Es ist wie heimkommen“, beschreibt Schwarz seine Gefühlslage. Selbst seine Eltern sind begeistert und helfen beim Etikettieren. „Ich hoffe, sie bekommen in der nächsten Zeit viel zu tun“, meint Schwarz lachend. So bekommt „Liquid Family“ noch eine weitere Bedeutung, so persönlich wie die Entstehungsgeschichte.

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16.03.2018, 07:12 Uhr
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