Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Wünsche und Kritik von Jugendlichen im Ammerbucher Rat

Treffs für Lücke-Kinder

Mit den Ergebnissen des ersten Ammerbucher Jugendbegegnungstages im Mai beschäftigte sich der Gemeinderat am Montag. Wie die Wünsche der Jugendlichen umgesetzt werden, blieb offen.

14.10.2009
  • Uschi Hahn

Entringen. Als beeindruckend bezeichnete Kreisjugendpflegerin Christa Hintermaier den ersten Jugendbegegnungstag, zu dem am 15. Mai rund 140 Zwölf- bis 18-Jährige in die Pfäffinger Turnhalle gekommen waren – immerhin etwa zehn Prozent aller Ammerbucher dieser Altersgruppe. Hintermaier hatte den Austausch der Jugendlichen gemeinsam mit Pädagogik-Studierenden organisiert und fasste in der Ratssitzung in der Entringer Kelter Wünsche und Kritik der Jugendlichen zusammen.

Ganz oben auf der Mängelliste steht der unzureichende öffentliche Nahverkehr. Aber auch Möglichkeiten, günstig Essen zu gehen oder mehr Spaßfaktoren im Entringer Freibad werden vermisst. Ganz oben auf der Wunschliste stehen indes Treffpunkte in allen sechs Teilorten der Gemeinde.

„Sich mit Freunden und Freundinnen zu treffen, ist das Allerwichtigste“, beschrieb Hintermaier die Bedürfnislage der Jugendlichen – vor allem jener im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren. Sie waren beim Begegnungstag in der großen Mehrheit. Kein Zufall, wie Hintermaier findet. Schließlich seien dies die Lücke-Kinder: „Zu alt für den Hort, zu jung fürs Jugendhaus.“ So bedauerten im Mai viele der Befragten, dass sie zu den Jugendclubs in Ammerbuch keinen Zugang haben, oder die Eltern ihnen den Besuch untersagen. Diese Lücke könnten Jugendcafés schließen, in denen jüngere Jugendliche nachmittags oder am frühen Abend gemeinsam Musik hören, reden oder, so Hintermaier, „einfach mal nichts machen“ können, „chillen halt“.

Wenig überraschend sei, dass die Ammerbucher Jugendlichen am liebsten in jedem der sechs Teilorte einen Treffpunkt hätten. Die Heranswachsenden seien in ihren Dörfern „verwurzelt“, hier entwickelten sie ein „Heimatgefühl“.

Auf die Frage, mit wem sie über Probleme reden können, gaben die meisten Jugendlichen ihre Eltern oder gleichaltrige Freunde an. Die Antworten spiegeln, so die Kreisjugendpflegerin „ein Stück heile Welt“. Betroffen mache allerdings, dass auch Antworten kamen wie „habe niemanden“ oder die Befragten den Computer oder die Suchmaschine Google als Seelentröster brauchen. Hier regte Hintermaier ein Helfernetzwerk an, bestehend aus ebenfalls häufig genannten Lehrern, Vereinstrainern, Schulsozialpädagogen oder der Theaterpädagogin.

Kusterdingen als Vorbild

Hintermaiers Fazit: „Man muss sich mit diesen Wünschen auseinandersetzen und begründen, wenn etwas nicht klappt, weil die Jugendlichen sich sonst nicht ernst genommen fühlen.“ Ausschließlich zentrale Lösungen, beispielsweise beim Jugendcafé, gingen „an den Bedürfnissen der Jugendlichen vorbei“, warnte sie. Zur Entwicklung eines Konzepts für die Jugendarbeit regte Hintermaier einen „runden Tisch“ an. Zum anderen verwies sie auf Kusterdingen. Um die Angebote für Jugendliche in den fünf Teilorten der Härtengemeinde zu vernetzen, gebe es dort eine Koordinatorenstelle.

Auch Ammerbuchs Bürgermeister Friedrich von Ow hält es für „wichtig, dass unsere Kinder und Jugendlichen ein Signal bekommen“. Doch darauf werden die Jugendlichen noch warten müssen. Erst in den Haushaltsberatungen soll sich entscheiden, in welchem finanziellen und organisatorischen Rahmen die Jugendarbeit in Ammerbuch ausgebaut wird. Auch mahnte von Ow, die Gesamtheit der Gemeindeaufgaben für Kinder und Jugendliche im Blick zu behalten. Es gehe um die Altersgruppe „von 0 bis 18“.

Konkretere Vorstellungen waren von Ow nicht zu entlocken. So blieben Andreas Steinackers (GAL) Fragen unbeantwortet, wer das Jugendkonzept entwickeln solle und ob es einen Vorlauf für das Thema in den Haushaltsberatungen gebe. Offen blieb auch, ob es zur Umsetzung der Ergebnisse des Jugendbegegnungstages eine Stelle geben wird. Dass es ganz ohne Fachkraft klappt, bezweifelten in der Sitzung sowohl Ulla Kloos (SPD) als auch Felix Wallochny (CDU).

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

14.10.2009, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Uschi Hahn über die neue Ammerbucher Gemeinschaftsschule Der Mut zur Schule zahlt sich aus
Ökologie im Altinger Hagen Baustopp wegen Lerche und Trespe?

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Eine Rarität auf den Dächern der Stadt Julia Peetz ist Deutschlands beste junge Dachdeckerin.
Expertenreise Auf erster Mission
Peter Strigl über die Begegnung mit einer kuriosen Band Tournee durch die Fußgängerzonen Europas
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular