Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Rührkuchen dichten

Trashpool mit neuer Winterausgabe

Tübingen. Trashpool, genauer betrachtet „]trash[pool – Zeitschrift für Literatur und Kunst“ heißt die Tübinger Antwort auf die verwandten Magazine Edit (Literaturinstitut Leipzig) und Bellatriste (Hildesheim). Das Heft besticht durch eine ambitionierte Gestaltung mit graphischen Hinguckern. Hinter ihrem surrealistischen Cover präsentiert die aktuelle Ausgabe zahlreiche Texte als Schriftbilder.

21.02.2012

Die können vertikal ausfallen wie Druckstöcke chinesischer Schriftzeichen, oder sich mit einem um 180 Grad gedrehten Querformat mehr Platz auf der Seite erobern (Layout und Gestaltung: Elisabeth Reis, Nadine Tsalawasilis).

Von den Rändern mancher Seiten drängen haarfeine Netzstrukturen in den weißen Raum um die Buchstaben. Wolkige Farbspuren umspielen beispielsweise das Gedicht „Potz Blitz . . .“ des Tübingers Karl Poschner-Martell, der jahrelang in der Kneipe Hades hinterm Tresen stand. Der 57-Jährige verwendet Großbuchstaben und Leerzeichen, um Geräusch-Wörter zu verstärken und Dynamik schon im Druckbild zu erzeugen.

Das Herausgeberteam Tibor Schneider, Christiane Schweitzer und Anselm Treichler kommt vom Tübinger Studio Literatur und Theater. Autoren und Künstler dürfen sich auch von anderswoher äußern. Die Graphikerin Karin Brosa, geboren 1978 in Tettnang, ist mit Zyklen geheimnisvoller Radierungen vertreten, die poetische Titel tragen wie „ortlos“, „Lichtstille“ oder „ohne Gold“. Mehr noch als von den strengen, vertikalen Schriftbildern geht ein fernöstlicher Zauber von ihnen aus.

In der neu eingeführten Rubrik Slam Poetry versammelt das Heft Texte, die sich „auch vor einem unruhigen Publikum behaupten können“. Sie sollen „direkter, effektvoller, unterhaltsamer“ sein als „ein Text, den man liest“. Der Urvater der Slam Poetry, der Berliner Wolf Hogekamp („Dann fühle ich mich wie alte Seife auf der Fusion im Männerklo“) steht neben der Tübinger Nachwuchs-Slammerin Solvejg Schomers („Manchmal liege ich tagelang im Bett und träume davon, nie wieder aufzustehen.“)

Kleinschreibung kommt ebenfalls als Gestaltungselement vor – wie in den Gedichten von Tom Bresemann, Elise Schmitt oder Richard Duraj. Auch Karl Poschner-Martell bedient sich ihrer gelegentlich: „vier kleine rührkuchen / fallen mir ins wort“.

Der bei Stuttgart lebende Autor Martin von Arndt („Der Tod ist ein Postmann mit Hut“) präsentiert einen Vorabdruck aus seinem demnächst im Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer erscheinenden Roman „Oktoberplatz“.dhe

Info: Trashpool hat 102 Seiten, kostet 5,20 Euro und ist in ausgewählten Tübinger Buchhandlungen erhältlich. Im Internet: www.trash-pool.de.

Zum Artikel

Erstellt:
21. Februar 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Februar 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2012, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+