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Tragödien in den Fluten
Helfer von der Nebraska Nationalgarde ziehen in Port Arthur ein Kind in einen Rettungs-Helikopter. Foto: dpa
Naturgewalt

Tragödien in den Fluten

Mindestens 40 000 Häuser hat „Harvey“ allein in Houston zerstört. Vielerorts gibt es kein Trinkwasser. Im texanischen Crosby kommt es in einer Chemiefabrik zu Explosionen.

01.09.2017
  • PETER DE THIER

Houston. Sechs Tage, nachdem Tropensturm Harvey begann, über der Golfküste von Texas zu wüten, ist die Zwischenbilanz verheerend und die Serie von Tragödien reißt nicht ab. Mindestens 35 Menschen sind tot, zehntausende Familien haben ihre Häuser verloren, und nun ist in der Großstadt Beaumont das Trinkwasser komplett ausgefallen. Am Donnerstag kam es dann in einer überschwemmten Chemiefabrik zu mehreren Explosionen.

Zwar hat sich das Sturmsystem zwischenzeitlich zu einer „tropischen Depression“ abgeschwächt und zieht über die Staaten Tennessee und Kentucky in nordöstliche Richtung ab. Dennoch ist Texas' Gouverneur Greg Abbott sicher, dass Harvey während der vergangenen Woche mehr Schäden angerichtet hat als der Jahrhundertsturm „Katrina“, der 2005 weite Teile von New Orleans versenkt hatte. „Das wird das teuerste Unwetter in unserer Geschichte“, sagte Abbott.

Bilder wie auf hoher See

Nachdem die Bürger von Houston langsam aufatmeten, traf der Sturm beim zweiten Anlauf die nordöstlicher gelegenen Küstenstädte Port Arthur und Beaumont wie ein Keulenschlag. Dort wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 65 Zentimeter Niederschlag gemessen. Auf der Schnellstraße Interstate 10 in dem 120 000 Einwohner zählenden Beaumont waren Bilder wie auf hoher See zu sehen. Starke Winde schlugen hohe Wellen, und elf Blackhawk-Transporthubschrauber waren bis in die Nacht im Einsatz, um gestrandete Familien aus den reißenden Fluten zu retten. Mehrere Hundert wurden mit Körben, die an Stahlseilen befestigt waren, aus dem Wasser gezogen und in die Helikopter gehoben. Auch müssen die Bürger von Beaumont auf unbestimmte Zeit ohne Trinkwasser auskommen. Beide Wasserpumpen der Stadt fielen aus, und die Reparaturen können nicht beginnen, ehe der Wasserstand wieder gesunken ist.

Am Donnerstag wurden dann noch Explosionen in einer Fabrik des französischen Konzerns Arkema gemeldet, der in der nahe gelegenen Stadt Crosby sein US-Quartier hat. Die Fabrik war überhitzt, weil durch die Überschwemmungen die Stromversorgung für die Kühlung der Anlage unterbrochen war. Zuvor war die angrenzende Nachbarschaft weiträumig evakuiert worden. Dennoch wurden mehr als ein Dutzend Polizisten, die offenbar giftige Chemikalien inhaliert hatten, zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht.

Um bei den Bergungsarbeiten in Houston zu helfen, hatte die US-Marine zwei Kriegsschiffe an die texanische Küste geschickt. Allein in Harris County, mit über vier Millionen Einwohnern der größte Stadtbezirk, wurden mindestens 40 000 Häuser komplett zerstört. Wie auch in anderen betroffenen Städten sind dort rund 80 Prozent der Eigenheimbesitzer weder gegen Überschwemmungen noch die daraus resultierenden Schäden versichert.

Über Teile von Harris County hatte Harvey während der vergangenen Tage bis zu 130 Zentimeter Regenwasser gekippt. Nachdem der Wasserpegel begonnen hatte zu sinken, wurde in einem Graben ein Kleinlaster mit sechs Insassen gefunden – alle tot: Ein älteres Ehepaar, das mit seinen vier Ur-Enkeln Harvey entfliehen wollte.

Das Weiße Haus teilte gestern Abend mit, dass Präsident Donald Trump eine Million US-Dollar aus seinem Privatvermögen für die Flutopfer spenden wolle.

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01.09.2017, 06:00 Uhr
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