Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Neuer Schwung für Kaufhof

Traditionshaus aus Kanada setzt auf Kunden mit höherem Einkommen

Der kanadische Warenhauskonzern Hudson's Bay Company fasst in Deutschland Fuß. Der neue Kaufhof-Besitzer hat unter Beweis gestellt, wie man ein verstaubtes Image ablegen und profitabel wachsen kann.

01.10.2015
  • JÖRG MICHEL

Banff Es ist ein warmer Spätsommertag in den kanadischen Rocky Mountains und im Fremdenverkehrsort Banff geht es geschäftig zu: Touristen flanieren über die Banff Avenue und viele stoppen an dem markanten Haus mit der Nummer 125. In dem Flachbau betreibt die Hudson's Bay Company eines ihrer 90 Warenhäuser in Kanada. Auf dem Dach weht eine rote Flagge mit dem britischen Union Jack in der Ecke. Auf der hölzernen Fassade prangt das historische Firmenwappen: Es zeigt Biber, Hirsche und einen Fuchs. Daneben der Schriftzug: "Gegründet 1670".

Auf die Tradition ist man stolz bei "The Bay", wie die Kaufhauskette in Kanada genannt wird. Schließlich ist der Einzelhändler, der Kaufhof übernommen hat, das älteste Unternehmen in Nordamerika. Einst dominierte es den Pelzhandel und verwaltete ein Großteil des kanadischen Territoriums. Heute gehört es zur Identität des Landes wie das Ahornblatt oder der rot-uniformierte Polizist.

"Wann immer ich Banff besuche, schaue ich bei The Bay vorbei", berichtet die Kanadierin Sara Gibson. Besonders angetan haben es ihr die Produkte mit den grün-weiß-rot-gelb-blauen Streifen, den Traditionsfarben des Unternehmens, die in Kanada fast jeder kennt.

Auch in der Filiale in Banff ist die bekannte Eigenmarke nicht zu übersehen. Gleich rechts nach dem Haupteingang stapeln sich auf Tischen fein zusammengelegte Wolldecken, Handtücher, Schals mit dem Design wie aus den Pioniertagen. Seit 2006 stattet "The Bay" die kanadischen Olympiateams aus, die Eigenmarke hat großen Erfolg.

Auch international bekannte Marken des gehobenen Segments gibt es in der zweistöckigen Filiale. Die Kette setzt auf Kunden mit höheren Einkommen. Die größeren Häuser in Vancouver, Edmonton, Montréal oder Toronto bieten auch Möbel, Küchengeräte, Teppiche, alles unter einem Dach. Viele städtische Häuser sind in den historischen Gebäuden der Pelzhandelsgesellschaft untergebracht.

Doch nicht immer war die Tradition allein ein Garant des Erfolges. Noch vor ein paar Jahren galt "The Bay" in Kanada als sterbender Gigant und hatte bei vielen jüngeren Kanadiern ein eher verstaubtes Image, litt unter dem Online-Handel und drohte den Generationswechsel zu verschlafen.

Doch seit der Amerikaner Richard Baker 2008 das Ruder übernahm, geht es wieder aufwärts. Baker verpasste der Marke ein jüngeres und frischeres Erscheinungsbild, gewann neue Kunden hinzu. 2012 brachte der Immobilien-Manager das Unternehmen an die Börse von Toronto.

Zielstrebing baute Baker das Luxussegment aus, warb neue Marken an, stärkte den Eigennamen und investierte in die Modernisierung der wichtigsten Warenhäuser. Allein der "Flagship Store" in Vancouver wurde mir 40 Mio. kanadischen Dollar (26,6 Mio. EUR) aufgemöbelt.2014 kehrte das Unternehmen mit einem Vorsteuergewinn von knapp 220 Mio. kanadischen Dollar (rund 146 Mio. EUR) in die Gewinnzone zurück.

Zur Strategie Bakers gehört es auch, das Unternehmen auf eine breitere Basis zu stellen. 2013 kaufte Baker den US-Luxushändler Saks Fifth Avenue hinzu, jetzt Kaufhof. Im Zuge des Deals soll die US-Marke in die deutschen Filialen integriert werden.

Traditionshaus aus Kanada setzt auf Kunden mit höherem Einkommen
Gediegen und edel: Die Hudson's Bay Filiale in Markham im kanadischen Bundesstaat Ontario. Foto: Raysonho/wikipedia

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

01.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular