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Lebensabend mit treuen Wegbegleitern

Tierschutzverein unterstützt Projekt, damit Senioren ihre Tiere behalten können

Mit dem Projekt "Silberpfoten" unterstützt der Tierschutzverein Senioren, damit diese ihre Tiere bis ins hohe Alter behalten können. Ehrenamtliche Helfer führen Hunde aus oder bringen die Katze zum Tierarzt.

19.09.2014
  • SWP

Stuttgart "Wir möchten eingreifen, bevor das Kind in den Brunnen fällt", sagt Martin Pechmann, Assistent der Geschäftsleitung des Stuttgarter Tierheims. In jüngster Zeit hätten immer mehr ältere Menschen Tiere im Tierheim abgeben müssen. So entstand bei allen Beteiligten der Wunsch, Herrchen und Frauchen einen gemeinsamen Lebensabend mit ihren lieb gewonnenen Gefährten zu ermöglichen. Vernachlässigungen und Missstände müssten frühzeitig erkannt werden, damit eine Trennung von Mensch und Tier vermieden werden könne, so Pechmann. "Vor zehn Jahren wurden zwei bis drei Tiere pro Woche bei uns im Heim abgegeben. Heute ist dies fast täglich der Fall", beschreibt Pechmann betrübt die Situation. Senioren müssten sich oft schweren Herzens von ihren treuen Wegbegleitern trennen, da die artgerechte Tierhaltung und Versorgung nicht mehr gewährleistet seien.

Das in seiner Art einmalige Nachbarschaftshilfsprojekt setzt sich speziell für die Belange älterer Menschen und ihrer Tiere ein. Neben der Hilfe bei der Pflege und dem Gassigehen werden zum Beispiel auch Fahrten zum Tierarzt übernommen. Bedürftige Tierhalter bekommen darüber hinaus Futter gestellt oder die Tierarztkosten werden übernommen. Zusätzlich soll längerfristig gesehen die Tierhaltung überhaupt erst ermöglicht werden. Hierzu werden seniorengeeignete, das heißt ältere Tiere vermittelt, um auch im fortgeschrittenen Alter eine Tier-Mensch-Beziehung zu ermöglichen. Außerdem bieten die ehrenamtlichen und geschulten Helfer und Fachkräfte Beratung in Tierhaltungsfragen jeglicher Art oder spezielle Unterstützung nach Absprache an. Das Tierheim arbeitet hierbei Hand in Hand mit Betreuern, Pflege- und Sozialdiensten und Familienangehörigen. Unterstützt und begleitet wird das Projekt ebenfalls von Schirmherrin und TV-Moderatorin Tatjana Geßler.

Marcel Yousef, ausgebildeter Tierpfleger und Leiter des Projekts, engagiert sich bereits seit zehn Jahren im Tierschutz. Er ist für die Koordination der "Silberpfoten" zuständig und prüft vor Ort die Bedürftigkeit der Tierhalter. "Möglich ist auch, dass man die Hilfe nur auf Notlagen beschränkt. Eine tägliche Unterstützung wird nicht immer benötigt", meint Yousef. Er selbst wird in den kommenden zwei Wochen täglich eine Stunde mit dem Ausführen von Hunden verbringen. "Es freut mich zu sehen, dass durch die Zusammenarbeit vieler Menschen, Tiere davor bewahrt werden, im Tierheim leben zu müssen.

Bei den "Silberpfoten" stehe der Mensch im Vordergrund, denn Tierschutz sei zugleich Menschenschutz, findet Pechmann. "Man darf aber keineswegs die Tiere vernachlässigen, auch wenn es sich um ein soziales Projekt handelt", betont der Tierfreund.

Seit Beginn der Aktion haben sich bereits zehn Freiwillige gemeldet, die Spaß am Umgang mit alten Menschen und Tieren haben. "Die Anzahl muss jedoch noch steigen, um mehr bewirken zu können. Natürlich wäre es ebenso schön, wenn sich Nachahmer finden könnten, die das Konzept verbreiten", erklärt Pechmann.

Angelika Schmidt-Schraube, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins, sieht die finanzielle Situation des Tierheims weiterhin als kritisch an: "Durch eine Kostenerstattung der Stadt in der Vergangenheit konnte zumindest ein Drittel unserer Aufwendungen gedeckt werden. Rund eine Millionen Euro gilt es weiterhin zu stemmen. Spenden sind jederzeit willkommen."

Tierschutzverein unterstützt Projekt, damit Senioren ihre Tiere behalten können
Marcel Yousef ist der Leiter des Projekts "Silberpfoten" und koordiniert die Aktivitäten. Foto: Fattahi

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19.09.2014, 12:00 Uhr
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