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Häschen hoppeln im Hort

Tierschützerin Agnes Graf zieht Feldhasen bei sich auf - aus zwei werden fünf

Faustgroß, flauschig und mit intaktem Fluchtinstinkt: Vor drei Wochen wurden zwei Feldhasen bei der Lustnauerin Agnes Graf abgegeben. Der Tierschutzverein Tübingen steht schon mit weiteren Pflegefällen vor der Tür.

24.03.2016
  • Lara Janssen

Neugierig zuckt er mit dem kleinen Näschen, als stünde ein großer Nieser kurz bevor. Er hoppelt noch etwas unbeholfen in Richtung Gitter, stoppt, streckt die Löffel in die Höhe und putzt sich ausgiebig mit den Vorderpfoten das Gesicht. Statt eines Niesers folgt ein ungeniertes Gähnen, das eine rote Zungenspitze entblößt. Zugegeben: was ihn langweilt, ist für uns ungemein süß.

Etwa drei Wochen alt sind die beiden Feldhasen, die liebend gerne ein Sonnenbad nehmen und miteinander kuscheln. Sie wurden auf einem Parkplatz im Kreis Tübingen gefunden und die Finder alarmierten den Tierschutz.

Der wiederum fand bei der Tierschützerin Agnes Graf eine vorübergehende Heimat für die beiden alleingelassenen Rammler. „Fäustlinge“ werden sie wegen ihrer Größe auch genannt. Zunächst wird die Lustnauer Tierschützerin, deren Hof neben einem einäugigen Huhn und dem Mössinger Friedhofsgockel eine Ente, Ziegen, Hunde und ein Kater bewohnen, sie artgerecht aufziehen: Höchstens dreimal täglich bekommen sie mit einer Spritze spezielle Katzenaufzuchtmilch. Etwa 23 Prozent Fettgehalt. Das ist wichtig, denn die Babys müssen noch kräftig zulegen: 140 Gramm bringen sie momentan auf die Waage. Ausgewachsen werden es in einem halben Jahr um die vier Kilo sein. An den zusätzlich angebotenen Gräsern knabbern sie bereits eifrig. „Man kann ihnen ab der ersten Woche Gräser anbieten. Hasen wissen selber, was ihnen gut tut“, sagt Agnes Graf.

Die Tübingerin wurde 2009 mit dem Tierschutzpreis Baden-Württemberg ausg+ezeichnet. Jahrelang kümmerte sie sich um das Nottelefon des Tübinger Tierheims und häufig nimmt sie nicht mehr vermittelbare Problemtiere bei sich auf. Die beiden Wildhasen allerdings nur auf Zeit: „Ende Mai werde ich sie springen lassen“, sagt sie. Auswildern könne man die beiden dann guten Gewissens. „Ich habe möglichst wenig Handkontakt zu ihnen, so bleiben sie scheu“, sagt Graf. Mit ihren anderen Tieren besucht sie regelmäßig das Pauline-Krone-Heim. Für die dementen Bewohner sind die Tiere gute Therapeuten, denn „sie kitzeln vergessen geglaubte Kindheitserinnerungen hervor“, sagt Graf.

Plötzlich läutet es und ein Mann vom Tierschutzverein steht vor der Tür: Im Gepäck hat er ein weiteres Feldhäschen. Geschwind kommt es zu den anderen in den Käfig. Es legt eingeschüchtert die Ohren flach nach hinten und kauert sich schutzsuchend in Duckhaltung zusammen. Doch seine Artgenossen tapsen vergnügt über den Neuankömmling hinweg. Es dauert nur wenige Minuten und er streckt neugierig sein Näschen in die Luft, während er durchs Stroh raschelt. „Zwei weitere Feldhasen wurden kurz vor Tübingen gefunden“, meldet der Tierschutzverein an Agnes Graf weiter. Die Tierliebhaberin wird auch diese aufnehmen und es könnten noch mehr werden. Denn im Frühjahr beginnt die Rammelsaison.

Richtiger Umgang mit gefundenen Wildtieren

Wer verletzte oder alleingelassene junge Wildtiere findet, sollte sofort den Tierschutzverein kontaktieren. Unbeabsichtigt kann ansonsten etwa falsche Fütterung zum Tod der Tiere führen. Erst kürzlich wurden bei Agnes Graf zwei Feldhasen abgegeben, die kurz darauf starben. Der Grund: Die Finder hatten die Tiere für zwei Tage mit nach Hause genommen, ehe sie den Tierschutz anriefen.

Telefonnummer des Tierheims: 07071/31831.

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24.03.2016, 01:00 Uhr
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