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The Program - Um jeden Preis

The Program - Um jeden Preis

Spielfilm-Porträt des siebenfachen Tour-de-France-Gewinners und notorischen Dopingsünders Lance Armstrong.

The Programm

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02:09 min

The Program
GB

Regie: Stephen Frears
Mit: Ben Foster, Chris O'Dowd, Guillaume Canet

- ab 0 Jahren

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05.10.2015
  • Klaus-Peter Eichele

Wie eine Schnecke kriecht Lance Armstrong den Hügel hinauf, wird von einer Frau überholt und plumpst schließlich erschöpft vom Rad. Es ist sein erster Ausritt, nachdem der 25-Jährige wie durch ein Wunder den Krebs besiegt hat. Zwei Jahre später fliegt er an den Alpen-Aufstiegen an seinen Gegnern vorbei, gewinnt erstmals die Tour de France; sechs weitere Siege folgen. Eine märchenhafte Heldengeschichte? Schnöder Betrug! Was damals nur wenige munkelten, ist mittlerweile bewiesen: Armstrong hat sich seine Siege ergaunert – mit Hilfe des „höchstentwickelten, professionellsten und erfolgreichsten Dopingprogramms, das die Sportwelt jemals gesehen hat“, wie es im Untersuchungsbericht der US-Antidopingagentur heißt. Anhand Armstrongs Sportler-Karriere rekonstruiert der britische Regie-Altmeister Stephen Frears („The Queen“) in dem Spielfilm, wie dieses Betrugssystem funktioniert hat und möglicherweise immer noch funktioniert.

Als der Amerikaner erstmals in Europa antritt, ist er laut Drehbuch noch sauber. Um nicht hinterherfahren zu müssen, tut er, was fast alle tun: sich mittels Eigenblut und anderen Mittelchen aufputschen – nur mit der Zeit eben effektiver als die Konkurrenz. Dabei gehen ihm Teamleitung und skrupellose Ärzte tatkräftig zur Hand. Radsportverband, die meisten Medien und auch ein Großteil des Publikums zeigen kein Interesse an der Wahrheit, die der Party, von der so viele profitieren, ein Ende bereiten würde.

Doch Armstrong ist auch abgefeimter als der Rest der Bande: Er benutzt seine überstandene Krebserkrankung, um sich zum Unantastbaren zu stilisieren. Und wenn das nicht hilft, bringt er seine angehäufte Macht in Anschlag, um potenzielle Verräter einzuschüchtern. Der einzige, der sich im Film davon nicht beeindrucken lässt, ist der britische Reporter David Walsh, dem es nach unzähligen Rückschlägen schließlich gelingt, Zeugen zum Reden zu bringen.

Wer die Berichte zum Thema verfolgt hat, erfährt letztlich nicht viel Neues. Aber eine solide Zusammenfassung des inzwischen abgeschlossenen Falls hat ja auch ihren Wert. Frears präsentiert die Fakten in einem atemlosen, trotz des bekannten Ausgangs durchaus spannenden Reportage-Stil mit ständigen Schauplatz-Wechseln. An Psychologie zeigt er weniger Interesse. Was Armstrong im Innersten antrieb, mal abgesehen von der Gier nach Ruhm, bleibt offen; ebenso, ob sein Engagement für krebskranke Kinder Ernst gemeint oder bloß ein Schutzschild war. Rein filmisch überzeugt Armstrong-Darsteller Ben Foster als Besessener, der, berauscht vom Erfolg seiner Masche, dem (Größen-)Wahn verfällt und am Ende den totalen Realitätsverlust erleidet. Das hat schon beinah was von einem Shakespeare‘schen Königsdrama.

Armstrong, der Superbetrüger? Er hat im vorgegebenen System nur am effektivsten funktioniert.

Spielplan

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05.10.2015, 12:00 Uhr | geändert: 28.10.2015, 12:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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