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The Narrow Frame of Midnight

The Narrow Frame of Midnight

Der marokkanischen Film zeigt anhand mehrerer Geschichten eine von Gewalt und Fundamentalismus zerrissene Region.

Itar el-layl
Marokko

Regie: Tala Hadid
Mit: Khalid Abdalla, Marie-Josée Croze, Fadwa Boujouane

- ab 0 Jahren

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Film bewerten

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03.10.2015
  • Dorothee Hermann

Ein Mann in einem Taxi erreicht einen heruntergekommenen Wohnkomplex, der den Horizont verdunkelt. Mit diesem Sinnbild einer blockierten Zukunft und des Anrennens gegen einen Niedergang von monströsen Ausmaßen beginnt das bemerkenswerte Roadmovie der marokkanisch-irakischen Regisseurin Tala Hadid, geboren 1974 in London.

Erst allmählich wird deutlich, dass Zacaria (Khalid Abdalla aus "United 93"), der Mann aus dem Taxi, seinen Bruder suchen geht, der vermutlich als Islamist im Irak kämpft. Mit jeder Etappe, die er zurücklegt, von Marokko über Istanbul und Kurdistan, führt der Film tiefer hinein in das Hinterland des Krieges. Zacaria ist in der aberwitzigen Position, die Zonen der Gewalt als Außenstehender zu durchmessen, mit einem privaten Anliegen, für das es keinen Ort mehr zu geben scheint.

Für die kleine Aicha (Fadwa Boujouane) bedeutet die Auflösung der staatlichen Strukturen, dass sie unvermittelt dem Kidnapper (Hocine Choutri) ausgeliefert ist, der sie gegen viel Geld einem Franzosen überstellen will. Auch bei ihrer Figur verweigert der Film jedes tränenselige Klischee. Die großartige Kamera von Alexander Burov verleiht dem Geschehen existenzielle Weite.

Vielleicht brauchte es eine Frau, um die Verwüstungen des Krieges abseits der Kampfzone, in den persönlichen Beziehungen, ins Bild zu rücken. Man hat dem Film Brüche und frustrierende Leerstellen vorgeworfen. Doch gerade die fragmentierten Lebensgeschichten überzeugen als authentisch.

Bemerkenswert ist auch, dass die Position des Intellektuellen (wieder) vorkommt. Inmitten der Häuserruinen von Bagdad trifft Zacaria einen älteren Mann in dessen anscheinend unterirdischer Bibliothek, der darauf verweist, dass die Stadt in ihrer mehrtausendjährigen Geschichte schon andere Invasionen überstanden hat - auch wenn die Realität als Schlachthaus übermächtig erscheint.

Am Rand der Kampfzone: ein kleines Mädchen und der Bruder eines Islamisten.

Spielplan

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03.10.2015, 12:00 Uhr | geändert: 15.10.2015, 12:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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