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The Assassin

The Assassin

Historiendrama aus China über eine ausgebildete Killerin, die mit einem Mordauftrag in ihre alte Heimat zurückkehrt.

The Assassin

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Nie yin niang
Taiwan 2015

Regie: Hou Hsiao-hsien
Mit: Qi Shu, Chang Chen, Satoshi Tsumabuki

105 Min. - ab 12 Jahren

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04.03.2016
  • Dorothee Hermann

Es braucht das alte China, um eine solche Figur hervorzubringen: Die Auftragskillerin Yin-Niang (Shu Qi) ist eine so begnadete Kampfkunstmeisterin, dass sie leicht wie ein Luftzug durch gezückte Schwerter hindurcheilt, die von allen Seiten auf sie eindringen. Die Szene hat etwas von der beschleunigten Choreographie und der illusionistischen Schwerelosigkeit eines Balletts. Tötet sie selbst, geschieht das mit solcher Präzision, dass die fließende Eleganz der Bewegung die Gewalt erst verzögert sichtbar werden lässt.

Yin-Niang hat das mörderische Handwerk bei einer taoistischen Nonne gelernt. Nun soll sie in ihre alte Heimat zurückkehren, um Feinde des Kaiserreichs auszulöschen – wie den Gouverneur der abtrünnigen Provinz Weibo. Dass er kein beliebiges, anonymes Ziel für Yin-Niang ist, enthüllt dieses außergewöhnliche Martial-Arts-Märchen erst allmählich. Gedreht von Hsiao-Hsien Hou, dem berühmtesten Regisseur Taiwans, führt der Cannes-Winner (für Regie) zurück ins 9. Jahrhundert, als das Reich der Tang-Dynastie auseinanderzubrechen drohte.

Wie auf einer besonders opulenten Opernbühne zieht Tableau nach Tableau vor dem Zuschauer auf, zunächst häufig wie durch einen Schleier oder einen dünnen Vorhang zu sehen wie in einem verstörenden Traum (Kamera: Mark Lee Ping Bin). Schauplätze sind Innenräume mit der zeremoniellen Pracht höfischer chinesischer (Wohn-)Kultur, wo das Rot der Granatäpfel glänzt und der einsame Phönix mit einem Trick dazu gebracht wird zu singen – woran er stirbt. Als Kontrast zu diesen beklemmend-hierarchischen Herrschafts-Interieurs öffnen sich immer wieder betörende Landschaften, häufig ebenfalls in einen leichten Dunst gehüllt.

Wenn er die Effekte der Gewalt verzögert sichtbar macht, scheint der Regisseur die Mechanik des Tötens offenlegen zu wollen – als böte sich damit eine Möglichkeit des Innehaltens. Konsequenterweise konzentriert er sich darauf, die Verhältnisse zu zeigen, in denen die stets schwarzgekleidete Killerin agiert. Die Möglichkeit, die Anweisung zum Töten nicht zu befolgen und sich ein eigenes Urteil zu bilden, scheint unendlich fern.

Spielplan

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04.03.2016, 15:33 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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